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Nerds unter Neonröhren

Funktionieren Computer oder Smartphones nicht wie sie sollten, ersetzt sie der Normalverbraucher oft zu schnell. Die PC-ReparierBar im Hackerspace Ruum42 gibt Gegensteuer. Von Luca Ghiselli  
Von  Gastbeitrag

Ein alter Röhrenfernseher summt gleich hinter der Eingangstür des Kellergeschosses. Darauf steht ein Linux-Pinguin und eine ReparierBar-Tasse. Davor sitzen vier Männer um die 30 auf einer ebenso farbenfrohen wie abgewetzten Couch und spielen Super Mario. Dahinter ein Regal mit IT-Fachliteratur, über das Betriebssystem Linux, übers Programmieren, über Dinge, von denen normale PC-User nichts verstehen.

Reparieren: ein Stück Unabhängigkeit

Das Konzept der PC-ReparierBar ist simpel: Besucherinnen und Besucher bringen ihren Computer oder ihr Smartphone zur Reparatur. Die Hacker vom Ruum42 versuchen, den Schaden gegen eine freiwillige Spende zu beheben. «Diese ReparierBar entspricht unserer Philosophie», sagt Ruum42-Präsident Paul Jaros. Der Hackergeist schreibe es vor, anderen das Wissen über PCs zur Verfügung zu stellen und zu helfen. «Dinge zu reparieren ist gleichbedeutend mit einem Stückchen Unabhängigkeit», sagt auch Carmen Cepon von der Initiative ReparierBar.

reparierbar

Eine lange Werkbank mit Vergrösserungsglas, Schränke voller Werkzeuge und Ersatzteile, ein mannshoher Serverschrank – und mittendrin Nerds, die ihre Experimentierfreude zur Verfügung stellen: «Ich arbeite gerade an einer Kamera, von der ich weiss, dass sie kaputt ist», lacht ein Hacker und schraubt eine alte Kamera auseinander. Ohne Vergnügen am Tüfteln tut sich das niemand an. Die Reparatur ist ein Stück weit Selbstzweck. Aber es geht um mehr: darum, den Nachhaltigkeitsgedanken auch im PC-Sektor zu verankern.

Den meisten Normalverbrauchern fehle die Geduld, nach dem Motto: Lieber neu kaufen, als Zeit zu investieren. «Die Besucher der ReparierBar sollen ihre Fähigkeiten wiederentdecken», sagt Carmen Cepon. Die Freude am Reparieren soll vermittelt werden. Nachhaltigkeit geht nur über Selbstverantwortung – konstruieren statt konsumieren.

Nachhaltige Computer – ein Widerspruch?

Durch die Reparatur von noch tauglichen Geräten wird der Lebenszyklus eines PCs oder Smartphones nachhaltiger gestaltet. Die Produktion ist dabei aber ausgeklammert. «Fair produzierte Computer gibt es nicht», titelte die Online-Ausgabe der Zeit unlängst. «Auch das FairPhone ist nicht komplett fair hergestellt, sondern nur so fair wie möglich», sagt Carmen Cepon. Gewisse Rohstoffe wie Kupfer können nicht unter garantiert fairen Bedingungen produziert werden. Nachhaltige Produktion heisse ständiger Kampf. Ein Label allein reiche schon lange nicht mehr.

Nerds sind trendy

Hinter dem Hackerspace Ruum42 steht ein gleichnamiger Verein, der seit Februar 2013 existiert. «Früher trafen wir uns in losen Strukturen im Bierhof, irgendwann entstand der Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten und die Idee für einen Verein», sagt Jaros. Dieser wird von etwa zwei Dutzend Personen getragen. Die wöchentlichen Linux-Treffs sind öffentlich, denn: «Unser Wissen soll allen zugänglich sein», ergänzt der Vereinspräsident.

Immer wieder bezeichnet er sich und seine Hackerkollegen als Nerds. Die Duden-Definition dieser Bezeichnung ist wenig schmeichelhaft: sehr intelligenter, aber sozial isolierte Computerfan. Die Hacker kokettieren bewusst mit diesem Stereotyp. Auf den spärlichen Besuch an der ReparierBar und das schöne Wetter angesprochen, lacht ein Hacker: «Sonnenstrahlen geniessen? Kann ich mir nicht erklären.» Um dann nachzuschieben, dass sie halt Kellerkinder seien und Neonröhren den Sonnenstrahlen vorziehen würden. Augenzwinkernd, versteht sich. Spätestens seit der TV-Serie The Big Bang Theory ist das Nerd-Dasein trendy.

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – Form­star­ke Wal­li­ser zu Gast

War der Aus­wärts­sieg in Genf das En­de der Mi­ni-Baisse? Ge­gen den FC Si­on will der FC St.Gal­len wei­te­re drei Punk­te ein­fah­ren. Ob das ge­lingt? Die Ant­wort gib­t's ab 18 Uhr live im SENF-Ti­cker.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
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