Sie war zwar nur kurz zu sehen auf Twitter, aber Publizist und Typograf Ralf Turtschi hat sie trotzdem entdeckt, diese Abartigkeit, diese Anmassung; dass Kanton und Stadt St.Gallen einfach ohne zu fragen den Leerschlag nach dem «St.» abgeschafft haben, und das vor Jahren schon.
Diese aufmüpfigen St.Gallier, schimpft Turtschi auf medienwoche.ch, hätten sich frech an der Rechtschreibung vergriffen. Und an der Typografie auch noch, weil «St.» und «Irgendwas» korrekterweise mit einem Achtelgeviert zu trennen seien, weil alles andere nämlich «sprachliche Unkultur» sei, genau so unsittlich wie iPhones, ePapers oder e-bikes.
Second@s und auch die amtierende Generation 16+ gehörten demnach wohl ebenfalls verbannt aus Turtschis strikter Schreibwelt – der #facepalm sowieso. Am besten eliminieren wir ohnehin alles, was der Bleisatz nicht auch kannte. Weil wir ja elend verhilflosen könnten angesichts solcher Extravaganzen, weil wir die Welt vielleicht nicht mehr verstünden, wenn Google nicht versteht, dass auch St.Gallen, St-Gallen, Saint-Gall und Sankt Gallen in der Schweiz liegen – in Sanggale nämlich.
Zur Beruhigung: Die grossen und kleinen Verständigungsprobleme dieser Welt sind inhaltlicher Natur. An den Buchstaben werden wir also nicht scheitern, solange wir zwischen den Zeilen lesen.
Turtschi hat vielleicht genau das versäumt mit seiner grammatikalisch-ästhetischen correctness. Gut möglich, dass der PR-Berater die Brillanz der visuellen Umsetzung dieser Schreibweise gar nicht erkannt hat, die subtilen Kernbotschaften:
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.