Die Redaktion des Typografie-und Designmagazin «Slanted» hat sich während zwei Wochen auf eine «Tour de Suisse» begeben und mit einigen der – aus ihrer Sicht – innovativsten und interessantesten Design-Persönlichkeiten der Schweiz gesprochen. Dabei entstanden Fotos und Interviews in Text- und Videoform mit 23 Gestalterinnen und Gestaltern bzw. Studios, die Einblick in das zeitgenössische Schweizer Designschaffen geben sollen.
Stieger, Stil und die Saiten-Grafik
Zuvorderst mit dabei: Kreative aus Ostschweiz. So gibts in «Slanted» ein ausführliches Interview mit dem typografischen Gestalter und Schriftdesigner Roland Stieger vom St.Galler Büro «TGG Hafen Senn Stieger – Visuelle Kommunikation». Thema ist das Entstehen von TGG, Stiegers Arbeit und die Entwicklung neuer Schriften. 2013 gewann das Büro den German Design Award.
«Slanted»: Swiss Issue
Besondere Beachtung findet auch das vor kurzem gegründete Magazin «Reportagen» – und «Saiten». Brigitte Schuster betont in ihrem Artikel Reflexionen über Schweizer Grafikdesign, beide Magazine zeugten auf unterschiedliche formale Weise vom Stand des Designs heute; dabei gehe es nicht um einen besonderen Stil, sondern um Haltung, wird Rosario Florio vom Saiten-Grafikteam zitiert. «Slanted» weiter:
«Auch beim nicht-kommerziellen Saiten Ostschweizer Kulturmagazin sind inhaltliche Fragen für die Definition des formalen Äusseren ausschlaggebend. Es handelt sich um ein regionales Magazin, das durch Mitglieder, Gönner und Anzeigen finanziert wird. Dadurch, dass es sich nicht im Kioskregal behaupten muss, hat das Cover eine sehr unkonventionelle Form: Ein einzelner Satz stimmt das Thema ein, das erst im Schmutztitel auf der dritten Seite genauer erläutert wird. Ein beschränktes Budget und der Vorzug regionaler Fotografen schränken die Auswahl zwar ein, was aber zu sehr viel Engagement und Beschaffen von Bildmaterial führt.»
Saiten-Grafiker Samuel Bänziger vertritt im Heft die Ansicht, dass Vorgehensweisen und Haltungen das Schweizer Design definieren. Das könne entweder eine Haltung gegenüber der Sache, Sorgfalt, konzeptionelles Vorgehen oder auch eine bedachte Gestaltung sein. «Unser Layout drückt genau dies aus: Es ist zurückhaltend, unaufgeregt und präzise bis ins Detail. Das Schweizerische ist zwar nie ein bewusstes, formales Ziel, hat jedoch sehr viel mit unserer Mentalität und Arbeitsweise zu tun.»
Das Spezifische im Schweizer Design
«Dem» Schweizer Stil auf die Spuren zu kommen versucht auch die Design-Fachzeitschrift «form» in der April-Ausgabe. Im Editorial wir rasch klar, dass Design immer auch eine politische Angelegenheit ist:
«In die Vorbereitungszeit für diese Ausgabe zum Themenschwerpunkt Schweiz fiel auch jene Abstimmung, in der die Schweizer Bevölkerung mit knapper Mehrheit für eine Begrenzung der Zuwanderung votierte. Zwar haben wir uns nicht explizit mit dieser Problematik befasst, implizit lässt sich aber bei der Beschäftigung mit dem Schweizer Design ein klares Statement ableiten: Identität entsteht auch hier nicht durch Abschottung und Ausgrenzung (ebenso wenig wie durch gewaltsame Expansion), sondern durch differenzierte Betrachtung und Anpassungsfähigkeit. In dieser Hinsicht agieren Designer immer auch politisch, ist Gestaltung jederzeit eine öffentliche Angelegenheit.»
Neben Kurzporträts junger Schweizer Grafiker – darunter wiederum Kasper-Florio – interessiert vor allem ein ausführlicher Diskussionsbeitrag mit Renate Menzi, der Kuratorin der kommenden Ausstellung «100 Jahre Schweizer Design» im Museum für Gestaltung Zürich, und den Produktdesignern Jörg Boner und Simon Husslein. Im Zentrum steht die Frage nach dem Spezifischen des Schweizer Designs – nach Stärken und Schwächen, Protagonisten und Ikonen, Vergangenheit und Perspektiven. Das reiche Erbe des Schweizer Grafikdesigns des 20. Jahrhunderts prägt die jungen, zeitgenössischen Praktiker. Zum Schluss geht «form» der Frage nach, wie junge Grafikdesigner mit dem gewichtigen Vermächtnis umgehen.
Titelbild: form.de
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.