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Auf den Spuren der Schweizer Grafik

Mit «Slanted» und «form» beschäftigen sich aktuell gleich zwei Fachmagazine aus Grafik und Design mit der Schweiz und deren Qualitäten im gestalterischen Bereich – im Fokus auch die Ostschweiz.
Von  Katharina Flieger , 

Die Redaktion des Typografie-und Designmagazin «Slanted» hat sich während zwei Wochen auf eine «Tour de Suisse» begeben und mit einigen der – aus ihrer Sicht – innovativsten und interessantesten Design-Persönlichkeiten der Schweiz gesprochen. Dabei entstanden Fotos und Interviews in Text- und Videoform mit 23 Gestalterinnen und Gestaltern bzw. Studios, die Einblick in das zeitgenössische Schweizer Designschaffen geben sollen.

Stieger, Stil und die Saiten-Grafik

Zuvorderst mit dabei: Kreative aus Ostschweiz. So gibts in «Slanted» ein ausführliches Interview  mit dem typografischen Gestalter und Schriftdesigner Roland Stieger vom St.Galler Büro «TGG Hafen Senn Stieger – Visuelle Kommunikation». Thema ist das Entstehen von TGG, Stiegers Arbeit und die Entwicklung neuer Schriften. 2013 gewann das Büro den German Design Award.

Swiss Issue

«Slanted»: Swiss Issue

Besondere Beachtung findet auch das vor kurzem gegründete Magazin «Reportagen» – und «Saiten». Brigitte Schuster betont in ihrem Artikel Reflexionen über Schweizer Grafikdesign, beide Magazine zeugten auf unterschiedliche formale Weise vom Stand des Designs heute; dabei gehe es nicht um einen besonderen Stil, sondern um Haltung, wird Rosario Florio vom Saiten-Grafikteam zitiert. «Slanted» weiter:

«Auch beim nicht-kommerziellen Saiten Ostschweizer Kulturmagazin sind inhaltliche Fragen für die Definition des formalen Äusseren ausschlaggebend. Es handelt sich um ein regionales Magazin, das durch Mitglieder, Gönner und Anzeigen finanziert wird. Dadurch, dass es sich nicht im Kioskregal behaupten muss, hat das Cover eine sehr unkonventionelle Form: Ein einzelner Satz stimmt das Thema ein, das erst im Schmutztitel auf der dritten Seite genauer erläutert wird. Ein beschränktes Budget und der Vorzug regionaler Fotografen schränken die Auswahl zwar ein, was aber zu sehr viel Engagement und Beschaffen von Bildmaterial führt.»

Saiten-Grafiker Samuel Bänziger vertritt im Heft die Ansicht, dass Vorgehensweisen und Haltungen das Schweizer Design definieren. Das könne entweder eine Haltung gegenüber der Sache, Sorgfalt, konzeptionelles Vorgehen oder auch eine bedachte Gestaltung sein. «Unser Layout drückt genau dies aus: Es ist zurückhaltend, unaufgeregt und präzise bis ins Detail. Das Schweizerische ist zwar nie ein bewusstes, formales Ziel, hat jedoch sehr viel mit unserer Mentalität und Arbeitsweise zu tun.»

Das Spezifische im Schweizer Design

«Dem» Schweizer Stil auf die Spuren zu kommen versucht auch die Design-Fachzeitschrift «form» in der April-Ausgabe. Im Editorial wir rasch klar, dass Design immer auch eine politische Angelegenheit ist:

«In die Vorbereitungszeit für diese Ausgabe zum Themenschwerpunkt Schweiz fiel auch jene Abstimmung, in der die Schweizer Bevölkerung mit knapper Mehrheit für eine Begrenzung der Zuwanderung votierte. Zwar haben wir uns nicht explizit mit dieser Problematik befasst, implizit lässt sich aber bei der Beschäftigung mit dem Schweizer Design ein klares Statement ableiten: Identität entsteht auch hier nicht durch Abschottung und Ausgrenzung (ebenso wenig wie durch gewaltsame Expansion), sondern durch differenzierte Betrachtung und Anpassungsfähigkeit. In dieser Hinsicht agieren Designer immer auch politisch, ist Gestaltung jederzeit eine öffentliche Angelegenheit.»

Neben Kurzporträts junger Schweizer Grafiker – darunter wiederum Kasper-Florio – interessiert vor allem ein ausführlicher Diskussionsbeitrag  mit Renate Menzi, der Kuratorin der kommenden Ausstellung «100 Jahre Schweizer Design» im Museum für Gestaltung Zürich, und den Produktdesignern Jörg Boner und Simon Husslein. Im Zentrum steht die Frage nach dem Spezifischen des Schweizer Designs – nach Stärken und Schwächen, Protagonisten und Ikonen, Vergangenheit und Perspektiven. Das reiche Erbe des Schweizer Grafikdesigns des 20. Jahrhunderts prägt die jungen, zeitgenössischen Praktiker. Zum Schluss geht «form» der Frage nach, wie junge Grafikdesigner mit dem gewichtigen Vermächtnis umgehen.

Titelbild: form.de 

Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
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Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,