Mit Freilichtgalerien ist es in unseren Breitengraden so eine Sache. Besonders im Frühling müssen Organisatoren immer Pavillons bereithalten, falls die ausgestellten Arbeiten nicht nass werden sollen. Die 19 Gestalterinnen und Gestalter der BMS St.Gallen haben gestern Abend zum Glück vorgesorgt.
51 Plakate waren rund um die Linde am Gallusplatz ausgestellt. Die Vielfalt ist erstaunlich: Von rein typografischen Plakaten bis Porträtzeichnungen gibt es fast alles zu sehen. Gemeinsam haben die Arbeiten nur eines: Sie sind alle von St.Gallen inspiriert und haben, mehr oder weniger explizit, einen Bezug zur Stadt. Und: Sie sind vom werberischen Zweck, den Plakate heute vorwiegend haben, losgelöst. Sie sind höchstens Werbung für jene, die sie gestaltet haben.
Inspiration als Kreislauf
Zu sphärischen Gitarrenklängen von bandXost-Sieger Elio Ricca stellten die jungen BMS-Absolventen ihre Arbeiten vor. Plakate prägten das Stadtbild und seien mehr als nur Werbeträger. Inspiration sei ein Geben und Nehmen. Sie seien als junge Künstler von St.Gallen inspiriert worden, nun wollen sie durch ihre Arbeit wiederum die Stadt bereichern.
Ein Kreislauf der Inspiration also, der nur im öffentlichen Raum so stattfinden kann. «Kunst ist eine Reise», sagte eine junge Gestalterin. Und eine Reise braucht Zeit. Bei einem Rundgang durch die Pavillons war festzustellen, dass ihr Ziel erreicht wurde. Mehrmals war von Besuchern zu hören: «Und, was inspiriert dich?»
Abstraktion und Prosa
Dabei sind verschiedene Vorgehensweisen unter den einzelnen Gestaltern festzustellen: Einige picken sich Aspekte der Stadt heraus und verarbeiten sie grafisch. Oliver Kerrison zum Beispiel, der in einer Reihe von Interviews mit St.Galler Persönlichkeiten auf die Suche nach dem perfekten Textplakat ging. Bei den Gebrüder nRiklin ebenso wie bei Pfarrer Hansruedi Felix. Das Resultat der Gespräche: typografische Plakate – eine Art Mini-Porträts, die in präziser Prosa mit nur wenig Zeichen Geschichten der Stadt erzählen.
Andere, beispielsweise Roman Karrer, lösen ihre Plakatkunst vom Kontext der Stadt. «Um von aussen einen Input zu geben und sich vom Selbstbezogenen der Stadt zu lösen», sagt er. Karrer setzt in seinen Arbeiten stärker als die anderen Gestalter in der Klasse auf Abstraktion, Farben und Formen.
Im Mai werden die Plakate an APG-Plakatwänden zu sehen sein. Damit, wie gestern gesagt wurde, die Kunst zu den Menschen gebracht wird statt umgekehrt. Die Plakate sind auch online zu finden, unter inspiriert.sg.
Bilder: Oliver Kerrison
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Naturmuseum Thurgau
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.