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Azteken-Giraffen-Techno-Tai-Chi

Zweimal Openair-Nachwuchs für die tanzwütige Ostschweiz: das Magiska-Festival im schönen Bernhardzell und das Sonnentanz-Festival in Jonschwil.
Von  Corinne Riedener

Diesen Sommer werden gleich zwei neue Musik-Festivals das Licht der Welt erblicken. Geboren im ewigen Feuer werden sie die Tanzwut entfachen und uns Erdlinge in eine fremde Welt entführen – zumindest ein Festival, wenn man dem YouTube-Trailer glauben darf: das Sonnentanz in Jonschwil. Mit dem gleichnamigen Saxophon-Synthi-Gedudel der österreichischen Elektroproducer von Klangkarussell hat es allerdings wenig zu tun, abgesehen vom Musikstil.

Indigenes Elektro-Volk

«Your journey begins deep in a riddle to find a new mysterious world to open the gates of dance.» Das ist nicht etwa eine Anspielung auf Huxleys berauschte Pforten – obwohl die Wahrnehmung in der Degenau sicher auch versinnlicht werden kann bei Interesse –, sondern der Slogan des Sonnentanz- Trailers. Dieser kommt etwas martialisch daher mit all dem Feuer und seinem Gladiatoren-Soundtrack, will aber auf die Dekoration des Geländes verweisen. Erdacht wurde sie von einem belgischen Fachmann. Spektakulär soll sie sein, seine südamerikanische Aztekenwelt, meint der Veranstalter.

Dazu gibt es zwei Tage lang die passenden Rhythmen für alle möglichen Sonnen- und Regentänze: Electro, Deep House, Drum’n’Bass, Minimal – EDM halt, Electronic Dance Music (darf man dieses Wort heute überhaupt noch benutzen?). Zwei der insgesamt vier Bühnen werden unter anderem von Ostschweizern gehostet (Klangwelt7, Raumstation), auf der Main Stage feiern dann die grossen Nummern wie Techno-Legende DJ Rush, die etwas jüngeren DJ-Jungs von Moonbootica aus Hamburg und Achtung, leider geil: Deichkind, die Punks mit Techno- Rap aus ebenda. Für St.Gallen in Jonschwil: Phunksta & Vodka mit ordentlich Bass.

Dort, wo die Sitter lebt

Wer will, kann die beiden Drum’n’Bass-Verständigen schon im Juli befeiern: am zweiten Open Air-Kind, dem Magiska- Festival, zu finden in einem verwunschen-schönen Tal bei Bernhardzell, wo die Sitter lebt. Organisiert wird die viertägige Hippie-Sause von «acht jungen Piraten, die öfters gemeinsam auf Zebras und Giraffen dem Sonnenuntergang entgegen reiten, Abenteuer erleben und Liebe streuen», berichten jene, die sie vorbeireiten gesehen haben. Ziel des Magiska-Vereins: die Welt verbessern. Mit ganz viel Magie, Seifenblasen-, Tai Chi-, und Blüämli-Sex-Workshops, Yoga-Sessions, Visuals, Vorträgen und Body-Painting – got the Hippie-picture?

Wie es sich für echte Wald-und-Wiesenblumen- Kinder gehört, will das straffe Kreativ-Programm mit Musik abgerundet sein. Aber Grenzen sind wie BHs, sie schränken die Bewegungsfreiheit ein, und so lässt sich auch das Line Up nicht in ein einziges Genre quetschen. Das akkustische Programm ist sozusagen multimusikulturell. Da ist der Balkan genau so vertreten wie die Rastafaris oder die Ostschweiz. Ganzviil vodä Region für d’Region: Flieder ist da, Kafi -D ist da, Odium & the Dawn haben sich angemeldet und der Klangforscher und Bass(t)art.os und Shoudelistix und, und, und irgendwann sind auch die hungrigsten Ohren gestopft.

Nur Tier-Parkplätze

Alles in allem wird das wohl ein sehr magisches Wochenende mit den umtriebigen Open Air-Müttern und -Vätern. Unterstützt werden sie unter anderem vom Jugendsekretariat St.Gallen, Just Buzz Bass, dem H.E.A.R. Kollektiv und den jungen Unraum- Kunstmenschen. Was das ganze Feiern eigentlich bringen soll, erklären die acht Liebespiraten aber selber: «Mit diesem Fest setzen wir einen Samen in unsere Welt, um den sonst oft so grau scheinenden Alltag aufzugrünen und einen stark verwurzelten und lebendigen Baum wachsen zu lassen.» Aha, und dieser Baum steht? «…für eine Kultur der Verantwortung, Toleranz, Naturverbundenheit, Nachhaltigkeit und zu guter Letzt natürlich dem freien intuitiven Spiel.» Geil.

Bei so viel Elan und Farben und Liebe und Zuversicht braucht man sich auch nicht mehr zusätzlich zu berauschen im schönen Bernhardzell. Bei den Magiskas, so scheint es, sind die Pforten der Wahrnehmung auch so schon weit offen. Für alles, was kommt – nur nicht für Autos, weil Parkplätze hats keine. Überflüssig, wenn auch der Rest auf Zebra-Giraffen daherreitet.

 

Magiska: 10. bis 13. Juli, Schöntal bei Bernhardzell
Infos: magiska.ch

Sonnentanz: 8. und 9. August, Degenaupark Jonschwil
Infos: sonnentanz-festival.com 

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

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Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

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Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

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Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

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