Sonntagabend, Varieté Tivoli: Die Stadt wirkt wie geschlossen, kaum ein Sonnenstrahl erreichte vergangene Woche die Gallusstadt. Um diese Polarkreisstimmung zu zementieren, findet auch noch das Nordklang-Festival statt … Im Tivoli brennen die (echten) Kerzen im Kronleuchter, draussen schneit es, drinnen gibt es Suppe, Berberbrot und ein Konzert von «Zwei vom Stern» feat. «Der Mann im Mond».
Die Chansonnière Stella Locher hat etwas magisches, am ehesten zu vergleichen mit der akustischen Emily Loizeau. Orchestrale Décroissance wäre eine mögliche Beschreibung dieses Konzeptes, mit wenigen Mitteln schaffen die drei eine maximale Wirkung, sei es episch, jazzig oder süss. Begleitet von Piano (Stella), Kontrabass und Gitarre (Pascal Kübli) und Cello (Der Mann im Mond), haben die französischen, deutschen und englischen Lieder immer auch ein klassisches Moment, das eine wohltuende Ruhe in den Raum bringt. Stella hat eine unberechenbare Stimme, da ist vieles in ihr drin, was sie noch nicht rauslässt – doch die Kraft ist unüberhörbar. Tontechniker müssen früh aufstehen um ihr gerecht zu werden … Das Debutalbum «Ankunft» erschien 2011, auf ihrer Webseite kommentieren sie, dass inzwischen auch noch ein Mann vom Mond angekommen ist, so freut man sich auf die kommenden Produktionen …
Den nächsten Auftritt haben sie in dem neuen Format für Unplugged-Konzerte «Food for Life!» im Kugl. Diese Reihe ist leider noch nicht so bekannt geworden; wie bei den legendären Jazz-Abenden gibt es da etwas zu essen, Türsteher sind trotz schwierigen Nachbarn nicht nötig, das Publikum ist einigermassen volljährig und für Schwerstarbeiter, die sich den Genuss nicht entgehen lassen wollen, stehen Sofas bereit. Man kann sich auf einen stimmungsvollen Abend gefasst machen …
Food for Life! Mit «Zwei vom Stern», nächsten Donnerstag im Kugl, Essen ab 19h, Konzert 20:30h
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.