War da nicht was? Letzten Juni? Irgendwas mit Sparpaket? Genau, es gab Flashmobs und eine Kundgebung, und dann kam die Session und der Kantonsrat winkte praktisch alle Sparmassnahmen durch – auch die schweizweit höchsten Studiengebühren. Am Schluss waren 210 Mio. Franken eingespart, aber keine der Steuersenkungen für Vermögende und Unternehmen wurde rückgängig gemacht.
Leider ist die Geschichte damit noch nicht zu Ende. Sie beginnt erst so richtig..
FDP und SVP werden mit Hilfe der CVP ein drittes Sparpaket durchsetzen. Nochmals sollen 200 Mio. Franken zusammengestrichen werden. Das wären dann für den sparsamen Kanton St.Gallen in drei Sparpaketen seit 2011 jährlich 510 Mio. Franken, eine in der Schweiz beispiellose Abbruchpolitik.
Noch ist die nächste Runde nicht beschlossen, aber in einer Art vorauseilendem Gehorsam laufen in den kantonalen Ämtern bereits die Vorbereitungen.
Zum dritten Mal seit 2011 müssen die Amtsleiterinnen und Amtsleiter melden, auf welche Leistungen – und letztlich auf welche Mitarbeitenden – notfalls verzichtet werden könnte. Als Massstab dafür gilt beispielsweise die Vorgabe: Alles, was nicht vom Bund vorgeschrieben ist.
Die Verantwortlichen stehen vor schwierigen Entscheiden: Sie müssen damit rechnen, dass alles, was auf der Vorschlagsliste steht, nicht mehr diskutiert oder überprüft wird, sondern postwendend als Massnahme im nächsten Sparpaket auftaucht.
Sparen heisst im Kanton St.Gallen: die Verantwortung delegieren.
FDP und SVP sagen natürlich nicht, welche Leistungen nicht mehr angeboten werden sollen. Sollen Regionalspitäler geschlossen werden? Natürlich nicht. Solche konkreten Vorgaben wären unbequem und würden bloss den Widerstand der eigenen Wählerinnen und Wähler provozieren. Deshalb geht es so lange wie möglich nur um Frankenbeträge.
Der Kantonsrat befiehlt 200 Mio. Franken.
Die Regierung teilt den Betrag auf die Departement auf.
Die Departemente leiten die Vorgaben an die Ämter weiter.
Deren Vorschläge sind dann das Sparpaket.
Die Staatsangestellten müssen sich sozusagen selber einsparen.
Offensichtlich haben sie nun genug.
Am 15. November findet in St.Gallen die grosse Kundgebung des Staatspersonals gegen die Abbruchpolitik statt. Ab 17 Uhr auf dem Bahnhofplatz oder Gallusplatz, ab 17.30 Uhr Reden in der Marktgasse.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.