, 15. Februar 2024
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«Daumen hoch» für Surber

SP-Kantonsrätin Bettina Surber will am 3. März in die St.Galler Regierung. Städtische Kulturschaffende haben sich nun zusammengetan und diesen Samstag ein Fest für sie im Schwarzen Engel organisiert. Obendrauf gibts ein Postkartenset.

Wollen beide in die Regierung gewählt werden am 3. März: die amtierende Kulturministerin Laura Bucher (links) und Kantonsrätin Bettina Surber. (Bild: Stefan Rohner)

Diese Woche ist eine Mitteilung «aus der Kulturszene» in den Posteingang geflattert, in der verschiedene Kulturschaffende aus der Stadt St.Gallen ihre Unterstützung für Bettina Surbers Regierungsratskandidatur bekunden.

Das ist keine Überraschung. Die hiesige Kulturszene engagiert sich – auch, weil sie muss – immer wieder politisch, zum Beispiel für die Sanierung des Theaters, für ein Haus für die Freien oder gegen die wiederholten Sparpakete. Und Surber hat sich ihrerseits stets eingesetzt für das vielfältige Schaffen und die Anliegen dieser «Budgetminderheit», sei es früher als Stadtparlamentarierin oder heute im Kantonsrat, so auch, als es während Corona um die finanzielle Absicherung der Kulturschaffenden ging.

Jetzt setzen sich im Gegenzug die Kulturschaffenden für Surber ein, unter anderem mit einer Postkartenaktion. «Existenzängste» – «Bettina Surber!», schreibt Künstler Beni Bischof auf seiner Postkarte und belebt damit seinen Champagner-Klassiker neu. Auch Saiten-Comiczeichnerin Julia Kubik hat eine Postkarte beigesteuert. Bei ihr weibeln – wie könnte es anders sein – auch die Tiere fleissig mit, selbst jene, die nicht unbedingt in diesem Kanton leben.

«Ich wähle Bettina Surber, weil ich mir einen Kanton wünsche, in dem alle willkommen sind, alle eine Lebensgrundlage finden und sich alle frei bewegen können. Weil ich selbst in einem offenen, diversen und solidarischen Kanton leben möchte», sagt die Künstlerin Lika Nüssli.

Nüssli stellt sich vor, dass Surber eine solche «Atmosphäre des Miteinanders» etabliere und skizziert diese auf ihrer Karte gleich einmal vor mit freudigen Farbfiguren. Ebenfalls «Daumen hoch» für Bettina Surber sagt die Postkarte des Illustrators Dario Forlin, auf der alle Seite an Seite durch die Stadt Richtung Pfalz spazieren.

Schäfer kommt aus dem Unruhestand

Initiiert wurde die Aktion von Johannes Stieger. «Die Postkarten sollen zeigen, dass Politik nicht schablonenhaft sein muss; dass gerade unsere Region mit all ihren scheinbaren Widersprüchen ein guter Boden für Zwischentöne, Toleranz und Humor sein kann», sagt der Gestalter und Kulturvermittler.

Das Kartenset ist aber noch nicht alles. Diesen Samstag laden die Kulturschaffenden zu einem Fest für die Wahl von Bettina Surber im Schwarzen Engel ein. Surber hat in den Nullerjahren selber dort hinter der Bar gearbeitet. Slam-Poetin Mia Ackermann tritt auf, die Musik kommt von Wassily und: Der Schäfer gibt nach langer Abstinenz wiedermal den Tarif durch! Schauspieler Marcus Schäfer wird seine «Schäfers Stunde» für einmal live vortragen, ein absolutes Novum und also nicht zu verpassen.

Kulturfest für Bettina Surber:
17. Februar, ab 20 Uhr, Schwarzer Engel St.Gallen

schwarzerengel.ch
bucher-surber.ch

Erfunden und getextet wurde die Videokolumne einst gemeinsam mit Peter Surber für Saiten. Mittlerweile ist der Schäfer aber im Unruhestand und lässt sich nur noch blicken, wenn er mal wieder «etwas ins rechte Licht rücken, etwas platzieren will». Oder in Schäfers Worten: Wenns mal wieder einen Wolf braucht, oder mehrere, oder diesmal eben: eine Polit-Wölfin. «Betty, uf die wetti!», sagt der Schäfer und gibt am Samstag live weitere ultimative Wahlslogans zum Besten.

Aus der Stadt für die Stadt

Und wo bleibt in diesem Bouquet die amtierende Kulturministerin, die derzeit neben Bettina Surber von den Wahlplakaten lächelt und am 3. März wiedergewählt werden will? Warum kein Fest für beide? «Wir haben uns selbstverständlich mit Laura Bucher abgesprochen und sie freut sich sehr über die Aktion für Bettina», sagt Peter Olibet, Co-Präsident der städtischen SP.

Es brauche aber neben der Kulturministerin weitere starke Stimmen für die Kultur im Regierungsrat – «insbesondere eine starke Stimme aus der Stadt», die die Zentrumslasten trage. Darum habe man gemeinsam entschieden, eine Kulturaktion speziell für Bettina Surber zu machen, aus der Stadt heraus, wo sie auch lebe – fast als einzige der Regierungsratskandidat:innen. «Diese Stimme aus der Stadt ist dringend nötig in der Kantonsregierung», sagt Olibet.

Dringend nötig wäre auch ein Haus für die freie Szene. Diese ist am sonst recht breit aufgestellten Kulturfest bisher noch etwas untervertreten, obwohl sich Surber seit Jahren explizit auch für deren Anliegen einsetzt. Das muss aber noch gar nichts heissen. Die freie Szene ist ja bekannt für ihr Improvisationstalent, das zum Teil auch aus der ständigen Raum- und Geldnot erwächst. Wer weiss, was am Samstag im Engel noch alles passiert… Herzlich eingeladen sind jedenfalls alle.

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