Das Hallenbad Blumenwies, das einzige öffentliche Sportbad in der Stadt St.Gallen, ist inzwischen 47 Jahre in Betrieb und was es an Wasserfläche pro Kopf der Stadtbevölkerung bietet, ist im Vergleich zu anderen Städten jenseits von Gut und Böse – auch weil das damals noch vorgesehene zweite Hallenbad im Westen der Stadt nie realisiert wurde.
Mindestens zwei der nur fünf Bahnen sind fast permanent für Schulen oder Schwimmvereine reserviert, die Bevölkerung hat seit Jahren das Nachsehen. Sport- und Freizeitschwimmerinnen müssen sich die restlichen drei Bahnen teilen. Rempeleien und hässige Reaktionen sind an der Tagesordnung.
Dass der Ausbau dringend ist, räumt die Stadt schon seit Jahren ein und endlich liegt mit dem Projekt «Waikiki» des St.Galler Architekturbüros von Andy Senn ein Sieger aus dem Wettbewerb vor, das Abhilfe schaffen würde.
Doch der Ausbau von heute 5 auf neu 13 Bahnen im 25 Meter Becken kostet: 49,6 Millionen Franken muss die Bevölkerung voraussichtlich im Frühling in einer Abstimmung bewilligen – sofern nicht am Dienstagabend das Parlament alle Hoffnungen der Schwimmerinnen und Schwimmer zunichte macht.
Der neue Trakt im Modell.
Diese Gefahr ist gross, denn von allen Seiten kommt Kritik: Die einen möchten auf das Warmwasser-Aussenbecken verzichten, andere auf den Ausbau von Sauna und Wellnessbereich. Dritte kritisieren, dass während der Umbauzeit das Lerchenfeld mit einer Traglufthalle überdeckt werden soll, damit dort auch im Winter geschwommen werden. Und dann gibts auch noch den Vorschlag, das Projekt zu redimensionieren und eine Bäderplanung zusammen mit den Nachbargemeinden anzupacken.
Schliesslich wird auch noch das zwar versprochene, nun aber doch nicht vorgelegte Sanierungskonzept fürs Volksbad vermisst. Dessen Sanierung ist seit Jahrzehnten ein Thema, geht es doch dort um den Erhalt des ältesten noch funktionierenden Hallenbades im Land – Baujahr 1906.
Angesichts der vielen und unterschiedlichsten Bedenken und Einwände droht dem Ausbauprojekt im Parlament ein Showdown – betrübliche Aussichten für Schwimmerinnen und Schwimmer.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
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Kunst in Oberuzwil
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