Wir eritreischen Staatsangehörigen kommen aus einer Diktatur mit sechs Millionen Einwohnern und sind aktuell die grösste Flüchtlingsgruppe in Europa. In der Schweiz leben derzeit etwa 30’000 Eritreerinnen und Eritreer. Jeden Monat flüchten weitere 4’000 Menschen. Diese Zahlen müssten eigentlich reichen, um zu erkennen, dass bei uns etwas gewaltig schief läuft. Kommt hinzu, dass es über Eritrea kaum mehr Informationen gibt als beispielsweise über Nordkorea. Ist es also so abwegig, dass in meinem Land Menschenrechtsverletzungen begangen werden, die unsere Regierung verheimlichen will?
Wie ich im Juniheft bereits erwähnt habe, heissen die Fluchtursachen unter anderem Sklavenarbeit, Sexsklaverei bei Frauen, Folter und National Service. Das ist ein unbefristeter, obligatorischer Militärdienst, der mit 17 beginnt und bis zur Pension dauern kann. Vollzeit. Der Monatslohn von 7 Franken ist reine Farce, da man in Eritrea als Einzelperson etwa 100 Franken zum Leben braucht.
Wer den Dienst verweigert, wird bestraft. Die Strafen sind grausam, gehören im Militärdienst aber zur Tagesordnung. Der «Helikopter» zum Beispiel ist eine der gängigsten und schlimmsten Foltermethoden: Dabei wird das Opfer an Armen und Beinen zusammengebunden, aufgehängt und manchmal mit Zuckerwasser bespritzt (Bild). Die Haut juckt stundenlang, da der Zucker unzählige Insekten aus der Wüste anzieht.
Obwohl wir immer wieder auf die schlimmen Zustände hinweisen, reden die Leute in der Schweiz (allen voran die SVP) bei uns nicht von «politisch Verfolgten». Lieber nennt man uns «Wirtschaftsflüchtlinge ». Doch das sind wir nicht, und das wissen viele Schweizerinnen und Schweizer auch. Die Hetze der SVP dient genau einem einzigen Zweck. Dem Wahlkampf.
Statt die Schwachen noch mehr zu schwächen, würde sich die SVP besser für eine Schliessung des Eritreischen Konsulats in Genf einsetzen, wie auch wir von der Eritreischen Solidaritätsbewegung für die Rettung der Nation (ESMNS) es tun. Denn solange die illegalen Steuern gezahlt werden, wird weiterhin Geld aus der Schweiz in die Diktatur fliessen und für Folter und Sklavenarbeit eingesetzt – was die Zahl der Flüchtlinge immer weiter erhöht.
Yonas Gebrehiwet, 1996, ist mit 15 Jahren aus Eritrea in die Schweiz gekommen. Er wohnt in Rheineck und macht derzeit eine Ausbildung zum Textiltechnologen. Seit Frühling 2015 schreibt er monatlich die Stimmrecht-Kolumne für Saiten.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.