Nach den Gästen aus Solothurn wollen nun auch Einheimische ihre «Brodworscht» mit Senf essen – so zumindest die geheimnisvolle Ankündigung. Wer oder was wohl dahinter steckt?
Kaum sechs Monate ist es her, dass waghalsige OLMA-Gäste St.Gallen gedroht hatten: «Mir gäbe dr Sänf derzue». Aber Solothurn ist klein. Das Herisau des Westens schaffte es nicht, eine neue Wurstkultur in der Ostschweiz zu etablieren. Dafür reichen zehn Tage einfach nicht. Abgesehen davon, ist die Wendung «seinen Senf dazugeben» erst gut 300 Jahre jung, die Bratwurst hingegen ist fast doppelt so alt. Sie wurde 1438 erstmals in den Statuten der Metzgerzunft St.Gallen erwähnt.
15’000 Flyer in der AFG-Arena
Mitte Dezember, die OLMA-Bratwürste waren kaum richtig verdaut, machten Unbekannte mit ähnlich ketzerischen Parolen schon wieder Furore. Und nicht etwa aus sicherer Entfernung, sondern inmitten der AFG-Arena beim Heimspiel des FCSG gegen den FC Swansea. Insgesamt lagen etwa 15’000 Flyer mit folgender Ansage auf den Sitzen: «Im neue Johr isst mer au z’Sangallä d’Brodwurscht mit Senf.»
Ein neues Fanbier?
Will die Senfindustrie womöglich unerschlossene Absatzmärkte beackern? So richtig tollkühn, mitten in der Höhle der Löwen? Unwahrscheinlich. Im Tagblatt war schon von einer möglichen Verbrüderung mit den Fans aus Zürich und Aarau die Rede, was wohl ebenso absurd ist. Oder soll es ab Januar in der AFG-Arena tatsächlich Schützengartens Eigenes Neues Fanbier zur Bratwurst geben, wie ein User im FCSG-Fanforum hofft? Auch das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben, schliesslich wird das Bier für die Fans im Stadion tendenziell eher weniger als mehr.
Zurück also zum Naheliegenden. Wer will hier welchen Senf wozu geben?
– Die Souvenirvereinigung Ehemaliger Nesthäkchen der Forstertribüne? – Die Solidaritätsfront für Entwürdigte Neo-geoutete Fussballstars? – Oder das Sicherheits- und und Erlebniskollektiv für Neuankömmlinge im Freiheitsentzug? – Vielleicht die Singgruppe für Einschlägige Neukompositionen von Fussballhymnen? – Oder das Sondereinsatzkommando Einheimischer und Naturverbundener Fussballveganer? – Wie wäre es mit dem Strategieteam Ehrenamtlicher und Nebenberuflicher Feuerwerker?
Saibene im Fanlokal
Was es mit diesem Senf auf sich hat und wer dahinter steckt, wird morgen Abend um 19.30 Uhr im Fanlokal an der Lämmlisbrunnstrasse 7 enthüllt. Wenn man den Gerüchten glauben darf, soll FCSG-Trainer Jeff Saibene höchstpersönlich anwesend sein. Saiten weiss natürlich mehr, verrät für den Moment jedoch nur so viel: Senf ist ein Gewürz. Was die «Brodworscht» betrifft, kann man geteilter Meinung sein – andere Lebensbereiche können so ein bisschen Würze jedoch meist ziemlich gut vertragen.
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