Ängste gehören zum Leben: Menschen fürchten sich vor Neuem, und Katzen vor Gurken. Dieses Thema liegt dem Animationsclip zum Song Mind Invaders des Rheintaler Garage-Rock-Duos Too Mad zu Grunde. Bluesige Riffs und eine Stimme, die entfernt an Thom Yorke erinnert, begleiten die apokalyptische Szene in der Katzenstadt, in der sich das Chaos Bahn bricht.
Too Mad haben zusammen mit den «Tricktrabanten» um Kilian Vilim, die das Video produziert haben, den Publikumspreis des «Best Swiss Video Clip» 2019 gewonnen. Der Jurypreis geht an die Bieler Band Puts Marie mit Catalan Heat. Die mit 5000 Franken dotierten Awards werden am 16. März in Zürich von m4music überreicht. Auf Vimeo wurde das Video zu Mind Invaders 160’000 Mal geklickt.
Friedlich liegt die Katzenstadt zwischen Hügeln und Bergen. Doch es kündigt sich Unheil an. Aus dem All schiessen grüne Meteoriten durchs All, stürzen auf die Erde nieder und hinterlassen Gurkenlogos mit Freimaurer-Augen, die sich in die Katzenhirne einbrennen. Der Angriff der interstellaren Kürbisgewächse steht bevor. «Haven’t you heard of them?» Die Katzennachrichten im «Bag TV» (Katzen verkriechen sich gerne in Papiertüten) berichten über die mysteriösen Zeichen.
Bald bricht Panik aus und das Chaos nimmt seinen Lauf: Molotows fliegen auf die Katzenpolizei; einige schliessen sich der Gurkenbewegung an; andere feiern kultische Rituale. Im Untergrund formiert sich der Widerstand. Am Himmel erscheint ein Gurkenscheiben-Ufo, in dem zwei Gurkenwesen Gitarre und Schlagzeug spielen und die Katzenköpfe zum Explodieren bringen. «They’ll take you out. You won’t realize. And they will change your mind…»
Dionys Müller (Drums) und Damian Loher (Gitarre und Gesang) haben Too Mad 2016 in Oberriet gegründet und schon einige Konzerte auf dem Buckel, vor allem in der Region, aber auch in Basel oder Luzern, oder im Dornbirner Conrad Sohm im Vorprogramm von Bad Religion. Too Mad entstand aus einer Ad-hoc-Geburtstagsband für einen 30. Geburtstag, an dem sich auch Müllers Vater am Kontrabass beteiligte. Das Trio jammte eine Zeit lang weiter, bis Vater Müller ausstieg. Im Duo entstanden die ersten Songs für die EP Mad Flowers.
Too Mad: Das sind Damian Loher (links, Gesang und Gitarre) und Dionys Müller (Drums). (Bild: pd)
Bei einer Weiterbildung in Luzern lernte Müller in einer Bar Kilian Vilim kennen. Nach einigen Bier mit Seitenwagen war die Idee zum Video geboren. Die Umsetzung nahm dann etliche Monate in Anspruch. Die Arbeit hat sich ausbezahlt. Und einmal mehr zeigt sich: Katzenvideos ziehen einfach.
Am 3. Mai supporten Too Mad die Dortmunder 70s-Folkrocker Travels & Trunks in der Grabenhalle St.Gallen.
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
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St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.