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Ein Auslaufmodell namens WEF

Heute endet das 50. Annual Meeting in Davos. Que Sera, Sera – Whatever Will Be, Will Be? Mit Doris Day gefragt: Was wird sein, wenn der rührige Illusionist des Stakeholdertums, Klaus Schwab, einmal nicht mehr sein wird? Andere Orte hätten das WEF gern. Aber es hat seinen Sinn verloren.
Von  Harry Rosenbaum

Viele prominente Destinationen auf dieser Welt rissen sich schon um den sprichwörtlichen «Geist von Davos», obwohl sich dieser immer mehr als eine Schimäre entpuppte. Jetzt giert Singapur nach der Ausrichtung des neoliberalen Wirtschafts-Events. Der tropische Stadtstaat, das globale Finanzzentrum mit Pressezensur und Überwachung bis in den hintersten Winkel, wo sich nicht einmal mehr die Kakerlaken hintrauen, macht dem WEF Avancen für einen Domizilwechsel. Schon ab 2021. Es lockt mit der umfassenden Kostenübernahme des Anlasses, Auslagen für Sicherheit und Kongressräumlichkeiten inklusive. Ein Überlebensangebot?

Jahre zuvor hat der damalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, heute Anwalt von Donald Trump, schon das WEF auf ewig ins Waldorf Astoria holen wollen. 2002 fand dann das Annual Meeting, aus Solidarität nach den Terroranschlägen vom September 2001, ein einziges Mal in der Megacity am Hudson River statt. Glücklich wurde man damit aber nicht, kehrte wieder ins Prättigau zurück, und New York bekam kalte Füsse.

Die Identitätskrise einer geschlossenen Gesellschaft

Von der Örtlichkeit hängt das Überleben des WEF wohl nicht ab, schon eher vom Konzept der Veranstaltung. Der «Economist» schreibt von einer Identitätskrise wegen des zunehmenden Wettbewerbs und der unklaren Nachfolge.

Zitiert wird Sir Martin Sorrell, Leiter des Medienunternehmens S4 Capital und Ex-Chef des Werbegiganten WPP. Er sagt, keiner der Nachahmer des WEF, von Aspen bis Boao, habe es wie das WEF geschafft, Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft zusammenzubringen. Schwab verweise deshalb auch gerne darauf, dass sich das WEF für die Verbesserung der Welt einsetze, fährt der «Economist» fort. Nicht alle sähen das aber so. Für viele Nichtregierungsorganisationen (NGO) diene sein Engagement nur den globalen Eliten, um für ihre Agenda zu werben, die die Ungleichheit weiter verschärfe.

Laut dem Presseportal, einer Schweizer Tochter der deutschen dpa-Mediengruppe, macht der Liechtensteiner Think- und Action-Tank Thehus.institute dem WEF ernsthaft Konkurrenz mit seiner Konferenzserie «Davuz». Die diesjährige Versammlung mit dem Namen World Systemic Forum setzte ein Zeichen des genuinen Neu- und Umdenkens, im Gegensatz zum Davoser Grossformat, heisst es beim Presseportal.

Die Vision des World Systemic Forums sei eine Wertegemeinschaft als globaler Ort für tatsächlichen Systemwechsel. Das Format «Davuz» sei gemeinsam mit Stiftungen, Privatpersonen und Umdenkern entwickelt worden. Es funktioniere als Schutzraum zugunsten des Vertrauens für mutige Schritte heraus aus der Filterblase überkommener Vorstellungen, Strukturen und Mechanismen.

Der deutsche Journalist Gabor Steingart kritisiert das WEF in der Schweizer «Handelszeitung» als Anachronismus. Was einst als Marktplatz der Welt gedacht gewesen sei, erweise sich heute, im 50. Jahr nach der Gründung, als geschlossene Anstalt, in der die Teilnehmer das Selbstgespräch pflegten. Jeder habe gesendet und niemand habe empfangen. Drei Münder, kein Ohr. Nirgendwo sei die Deformation der Gegenwart so klar zu erkennen.

Trump als Wahlredner im Prättigau

Just am Tag, als gegen US-Präsident Donald Trump das Amtsenthebungsverfahren formell angelaufen war, sagte sich dieser, ich verzieh mich dann mal ins Prättigau und halte aus den Schweizer Bergen eine Wahlrede. Hat noch keiner getan von den US-Präsidenten, ich bin der erste.

Er flog mit grossem Brimborium nach Davos, wo er kein Wort darüber verlor, was gerade in der Heimat mit seiner Person abging. Dafür laberte er das vollbesetzte Kongresszentrum mit Eigenlob voll, nach dem Motto: Was habe ich nicht alles getan, für die Rückkehr des amerikanischen Traums. In meiner zweiten Amtszeit mache ich Amerika noch traumhafter. Als Plattform für reine Wahlveranstaltungen wird das WEF aber wohl kaum eine Zukunft haben.

Panoptikum der Möchtegerne

Das WEF hat in den 50 Jahren seiner Existenz als Biotop für Plutokraten, Globalplayer, Mafiosi, politische Lobbyistinnen und pflegeleichte Non-Profit-Organisationen 310 Millionen Dollar erwirtschaftet und viele bunte Seifenblasen in die Welt gesetzt, die aber alle geplatzt sind. Von Jahr zu Jahr mehr Referate, Podien, Workshops, VIP-Meetings und Stehparties. Kaum jemand hat noch die Übersicht in diesem Zirkus. Eine Weile lang ging das gut mit dem Panoptikum der Möchtegerne. Aber jetzt ist alles nur noch ein Déjà-vu.

Sogar Greta Thunberg blieb artig und pfiff nicht durch die Finger, als Trump die Klimaschützer als «ewige Propheten des Untergangs» diffamierte. Sie schaute nur einen Moment lang drein wie der Böse Clown im gleichnamigen Roman von Stefan Brouxein.

Das WEF ist in einer Sinnkrise – nicht unbedingt ein Grund, Mitleid mit ihm zu haben.

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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