Tanz lässt sich nicht auf blosse Bewegung einengen. Er durchbricht sprachliche Barrieren und experimentiert mit verschiedensten Ausdrucksweisen. Die tänzerische Verschmelzung mit anderen Kunstformen ist Thema der diesjährigen Ausgabe von TanzPlan Ost: Nach dem «Spagat zwischen Publikum und Bühnen» 2010 und dem «Sprung über Generationen» 2012 lädt das Festival ab August zu «Tanz im Schrittwechsel».
Premiere ist in St.Gallen, wo TanzPlan Ost vom 14. bis 17. August in der Lokremise gastiert. Weitere Stationen sind Herisau, Steckborn, Chur, Dornbirn und Schaan. In Winterthur fällt am 22. November der Schlussvorhang.
Im Rahmen der Tournee zeigen zehn Kompanien an jeweils zwei Abenden ausgewählte Stücke an unterschiedlichen Orten. Zu sehen sind Choreographien von Angela Rabaglio, Kjersti Sandsto, andanza Tanzkompanie, Vloeistof, Cie. Trefeli, Progetto Brockenhaus, Jens Biedermann und Tina Mantel.
Im Zentrum, speziell für den Anlass entwickelt, steht das Tanzprojekt «da-zwischen». Die Vorarlberger Choreographin Renate Graziadei hat die Produktion mit zehn Tänzerinnen und Tänzern, dem Musiker Enrico Lenzin und dem Soundtüftler Strotter Inst. alias Christoph Hess erarbeitet. Premiere ist in der Lokremise St.Gallen am Donnerstag 14. und Samstag 16.August, Herisau folgt eine Woche später, am 22./23. August.
Alle Stücke haben in ihrer individuellen Grenzüberschreitung eines gemeinsam: Sie setzen sich mit Kommunikation und Partnerschaft auseinander. In ungewöhnlichem Mass ist dies der Fall im Stück «Listen», am Sonntag in der Lokremise zu sehen: Der schweizerisch-kanadische Choreograph Kinsun Chan arbeitet hier mit dem Gebärdensprach-Theater «TheaterTraum» aus Zürich zusammen. Sechs gehörlose und sechs hörende Tänzerinnen und Tänzer mit sechs Muttersprachen sind auf der Bühne, der Basler Perkussionist Fritz Hauser vertont die sprechenden Hände und tanzenden Körper live.
Bezeichnend für das Festival sind laut Aline Feichtinger von der Projektleitung Bandbreite sowie Gemeinsamkeiten der beteiligten Kompanien: «Sie alle haben Bezug zur Ostschweiz oder sind hier tätig – ein Anlass aus der Region für die Region.» Das grosse Interesse an der offenen Probe vom Montagabend habe gezeigt, wie gefragt der aktuelle Tanz ist. Rund siebzig Besucherinnen und Besucher nutzten das Angebot, Einblick in die Endproben des Stücks «da-zwischen» zu erhalten.
Weitere Vielfalt verspricht in St.Gallen das Rahmenprogramm: In Zusammenarbeit mit dem Kinok findet ein Kurzfilmabend statt, der Tänzerinnen und Performancekünstler beleuchtet und dabei Unterschiede sowie Berührungspunkte dieser beiden Kunstformen dokumentiert. Eine Live-Performance der Zeichnerin Lika Nüssli im Foyer der Lokremise zeigt auf, wie global und vernetzt der Tanz ist – auch in der Ostschweiz. Schliesslich feiert die Museumsnacht St.Gallen am sechsten September ihr 10-jähriges Bestehen unter dem Motto «Tanz». Damit ist die Liste der Rahmenanlässe des Tanzfestivals jedoch nicht zu Ende – ganz im Sinne der interdisziplinären Vielfalt.
Vom 14. bis 17. August in der Lokremise St.Gallen, am 22. und 23. August im Tanzraum Herisau. die weiteren Stationen folgen im Oktober und November Infos: tanzplan-ost.ch
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.