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Grenzen durchtanzen

Zum dritten Mal bringt der «Tanzplan Ost» von August bis November eine geballte Ladung Tanz in die Ostschweiz. Start ist in der Lokremise St.Gallen, Fortsetzung u.a. in Herisau und Steckborn. von Stefan Späti
Von  Gastbeitrag

Tanz lässt sich nicht auf blosse Bewegung einengen. Er durchbricht sprachliche Barrieren und experimentiert mit verschiedensten Ausdrucksweisen. Die tänzerische Verschmelzung mit anderen Kunstformen ist Thema der diesjährigen Ausgabe von TanzPlan Ost: Nach dem «Spagat zwischen Publikum und Bühnen» 2010 und dem «Sprung über Generationen» 2012 lädt das Festival ab August zu «Tanz im Schrittwechsel».

Premiere ist in St.Gallen, wo TanzPlan Ost vom 14. bis 17. August in der Lokremise gastiert. Weitere Stationen sind Herisau, Steckborn, Chur, Dornbirn und Schaan. In Winterthur fällt am 22. November der Schlussvorhang.

Im Rahmen der Tournee zeigen zehn Kompanien an jeweils zwei Abenden ausgewählte Stücke an unterschiedlichen Orten. Zu sehen sind Choreographien von Angela Rabaglio, Kjersti Sandsto, andanza Tanzkompanie, Vloeistof, Cie. Trefeli, Progetto Brockenhaus, Jens Biedermann und Tina Mantel.

tanzplan3Im Zentrum, speziell für den Anlass entwickelt, steht das Tanzprojekt «da-zwischen». Die Vorarlberger Choreographin Renate Graziadei hat die Produktion mit zehn Tänzerinnen und Tänzern, dem Musiker Enrico Lenzin und dem Soundtüftler Strotter Inst. alias Christoph Hess erarbeitet. Premiere ist in der Lokremise St.Gallen am Donnerstag 14. und Samstag 16.August, Herisau folgt eine Woche später, am 22./23. August.

Alle Stücke haben in ihrer individuellen Grenzüberschreitung eines gemeinsam: Sie setzen sich mit Kommunikation und Partnerschaft auseinander. In ungewöhnlichem Mass ist dies der Fall im Stück «Listen», am Sonntag in der Lokremise zu sehen: Der schweizerisch-kanadische Choreograph Kinsun Chan arbeitet hier mit dem Gebärdensprach-Theater «TheaterTraum» aus Zürich zusammen. Sechs gehörlose und sechs hörende Tänzerinnen und Tänzer mit sechs Muttersprachen sind auf der Bühne, der Basler Perkussionist Fritz Hauser vertont die sprechenden Hände und tanzenden Körper live.

Bezeichnend für das Festival sind laut Aline Feichtinger von der Projektleitung Bandbreite sowie Gemeinsamkeiten der beteiligten Kompanien: «Sie alle haben Bezug zur Ostschweiz oder sind hier tätig – ein Anlass aus der Region für die Region.» Das grosse Interesse an der offenen Probe vom Montagabend habe gezeigt, wie gefragt der aktuelle Tanz ist. Rund siebzig Besucherinnen und Besucher nutzten das Angebot, Einblick in die Endproben des Stücks «da-zwischen» zu erhalten.

Weitere Vielfalt verspricht in St.Gallen das Rahmenprogramm: In Zusammenarbeit mit dem Kinok findet ein Kurzfilmabend statt, der Tänzerinnen und Performancekünstler beleuchtet und dabei Unterschiede sowie Berührungspunkte dieser beiden Kunstformen dokumentiert. Eine Live-Performance der Zeichnerin Lika Nüssli im Foyer der Lokremise zeigt auf, wie global und vernetzt der Tanz ist – auch in der Ostschweiz. Schliesslich feiert die Museumsnacht St.Gallen am sechsten September ihr 10-jähriges Bestehen unter dem Motto «Tanz». Damit ist die Liste der Rahmenanlässe des Tanzfestivals jedoch nicht zu Ende – ganz im Sinne der interdisziplinären Vielfalt.

Vom 14. bis 17. August in der Lokremise St.Gallen, am 22. und 23. August im Tanzraum Herisau. die weiteren Stationen folgen im Oktober und November
Infos: tanzplan-ost.ch

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