CMC
Wiä oft häsch üs gschluckt, guät kaut usgschpuckt? Ha sovill mol, i dir, am Mic minärä Wuät Usdruck – väliäh. – Häsch üs niämols im Schtich loh. Bi dir hät mr s’Gfühl gha s’chönt ewig goh.
Wiä oft häsch üs Suppä serviert oder Pasta? Händ üs ach ä so super amüsiert. Üsi Laschter voll usgläbt, d’Bäss dridruckt. Bim tschiggä, vor äm Sieg, hät kei Augälid zuckt.
Wiä oft i der töggälät, gratis! wo giz da suscht? Sangaller Barbetriber: gäg obä het’s no Luft. Wohi jetzt? Da zeigt Zuäkunft und bis döt hi – findät mer üsä Ruhepunkt.
Wiä oft häsch üs betankt, Appäzäller? Und Basstartos sind abgangä hinder dä Plattätäller. Vädammt, do langt kai «DANKE». Ä Bar mit Chäller; doch für’s paar chli meh. Yeah!
CMC – mer vägässed di niä. So vill Stundä i dir väbrocht; du häsch’s dr vädient – da Liäbesgedicht zum End vom Docht. Und zu dä Frog, obs sowas niämeh git? – Nai… ähh: DOCH!
Odium, 2014
«Jo voll, mi freut’s!», sagte Olivera Widmer Anfang September, als Saiten von ihr wissen will, ob die Gerüchte stimmen und sie ihre kleine Bar, das CMC an der Metzgergasse 26, tatsächlich schliessen will Ende Monat. Nach elf Jahren müsse sie wieder einmal etwas anderes machen. «Und umgebaut hab’ ich ja schliesslich schon oft genug», fügte sie lachend an.
In der Tat sah das zweistöckige Lokal, das irgendwie alles in einem war – Club, Café, Bass-Höhle und Gartenbeiz – alle paar Tage wieder ein wenig anders aus, wenn man daran vorbeikam. Ständig wurden irgendwelche Plüschsofas rumgefugt, WCs dekoriert oder Wände verziert, die Bar-Möbel im Keller waren sowieso heimliche Nomaden. Und alle paar Jahre durften sich dort auch gewillte Sprayer verwirklichen, die unterste und erste Schicht ist demnach noch von der XXX-Crew.
Notfalls Komplizen oder ein letztes Bier
Genau so sympathisch wie das stete Umgekremple war auch die Konstanz in diesem Laden: der Töggelikasten, die Leute, der Sound und natürlich Oli und Robbie mit dem Rest der Crew. Egal, wie lange man zwischendurch auf Reisen oder sonstwo war, im CMC fand man auch Jahre später noch wieder alte Freunde, den perfekten Track, ein offenes Ohr, notfalls Komplizen oder ein letztes Bier, sofern der Appenzeller schon leer war.
Dieses immaterielle Inventar war es vermutlich, was die Ecke zwischen der ehemaligen Tschutti-Beiz und dem Asia-Restaurant so familiär geprägt hat über all die Jahre, auch wenn es nicht immer friedlich zu und her ging rundherum. Dank der guten Vibes war das CMC aber immer eine Art sturmfreies Wohnzimmer, ein Ort zum Verweilen, während draussen die Welt tobt. Ich hätte definitiv öfters dort sein sollen in den letzten Jahren.
Bass-Nische mit Scharf und etwas Techno
Es mag an der geringen Grösse liegen, dass das CMC in elf Jahren nie zum kommerziellen Schuppen werden musste. Dazu beigetragen hat aber vermutlich auch das Konzept, wenn man es so nennen will: Statt möglichst viele Geschmäcker bedienen zu wollen, machte sich das CMC zur Bass-Nische, servierte Reggae, Dub & Dancehall in allen möglichen Varianten und Rap in tausend Sprachen – unvergesslich in Französisch – mit Scharf und etwas Techno.
Langweilig ist das nie geworden, im Gegenteil. Der lokale Nachwuchs hatte genau so das Recht auf Mic & Turntables wie die alten und/oder populäreren Hasen, die sich ohnehin selten zu schade waren für einige Zeilen mit den Jungen. So glich das CMC manchmal fast einem Biotop – oben zog seichter Reggae durch den Türspalt, während unten die Bässe von der Decke tropften. Schade, kann ich nicht nochmal eine Nacht lang vis-à-vis auf dem Brunnenrand hocken, rauchen und diesem Leben beim Brodeln zuhören.
Rap: Odium (Simon Furgler), Beat: The Dawn (Nils Halter), Infos: Odium & The Dawn
...gibt's viel zu selten, solche Biotope.
schön wars, immer wieder. big up!
Nach dem sensationellen Hinspiel-Erfolg gegen Benfica kann der FCSG im Auswärtsspiel das für unmöglich Gehaltene wahr werden lassen. Ob das gelingt? SENF tickert ab 21 Uhr Schweizer Zeit live aus Lissabon.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.