Neue Musik von Unlsh
Die St.Galler Post-Metal-Band veröffentlicht ihre zweite EP mit sechs neuen Songs.
Unlsh kehren mit neuem Studiomaterial zurück: Knapp drei Jahre nach der Debüt-EP Act I: Dawn veröffentlichen die BandXOst-Gewinner von 2022 den Nachfolger Act II: Losing and Finding Yourself (on repeat). Musikalisch setzt die St.Galler Band auf die bewährte Kombination aus brachialen Gitarren, schweren Drums und sanften Piano-Klängen, aus gefühlvollem (Falsett-)Gesang und Growlen. Die Mischung aus Post-Metal, Hardcore, orchestralen Elementen und viel Pathos haben Unlsh nochmal weiterentwickelt.
Inhaltlich gebe es kein verbindendes Konzept zwischen den beiden «Akten», sagt Bassist und Keyboarder Alessandro Guglielmetti. Ging es auf der ersten EP um existentialistische Ängste, handeln die Texte der sechs neuen Songs hauptsächlich von Fragen zur Männlichkeit. Diese Themen beschäftigten die vier Mittzwanziger, deren Band seit dem Ausstieg von Bassistin Sophia Haas Anfang 2023 aus vier männlichen Mitgliedern besteht.
Aufgenommen haben Unlsh die EP in ihrem eigenen Studio, das Gitarrist Maurus Schedler – der Bruder von Joya Marleen – im Proberaum im elterlichen Haus eingerichtet hat. Dort haben sie die Möglichkeit, ohne Zeitdruck an den Songs zu tüfteln. Das hört man der Platte an – im Guten.
Während andere Bands auf Streamingplattformen in regelmässigen Abständen einzelne Songs veröffentlichen und diese dann zu EPs oder Alben zusammenfassen – digital oder physisch –, gehen Unlsh beim Release von Act II: Losing and Finding Yourself (on repeat) den umgekehrten Weg: Es erscheint zunächst auf CD und Kassette sowie als Download. Erst im Herbst wird es auf den Streamingkanälen verfügbar sein. «Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass uns das Livespielen und der persönliche Kontakt zu den Hörer:innen wichtiger sind als die digitale Präsenz», sagt Guglielmetti.
Unlsh – Act II: Losing and Finding Yourself (on repeat): erscheint am 17. April auf CD, Kassette sowie als Download.Live: Freitag, 17. April, 21 Uhr, Grabenhalle, St.Gallen (EP-Taufe); Support: Xher.unlsh.ch
Neues Album von Elio Ricca
Das St.Galler Duo Elio Ricca setzt seine musikalische Reise mit Emotional Hardcore, dem vierten Studioalbum, konsequent fort: tanzbarer, persönlicher, aber nicht weniger rockig.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.