Kategorie
Autor:innen
Jahr

Sinnlos: die «Mobilitätsinitiative»

Ein Jahr nachdem das St.Galler Mobilitätskonzept 2040 vorgestellt wurde, reichen die Bürgerlichen ihre eigene Initiative ein. Das Ziel: wieder mehr Autoverkehr in der Stadt. Für Baudirektorin Patrizia Adam ist das keine Option.
Von  Corinne Riedener , 
Noch steht die Ampel für Velos an vielen Ecken der Stadt auf Rot.

«Mit der 31-seitigen parlamentarischen Berichterstattung zum Postulat Mobilitätskonzept zerreisst der Stadtrat zwar keine Stricke, zeigt aber Potenzial für einen Systemwechsel beim Verkehr», hiess es Ende Oktober 2015 auf saiten.ch, als Stadträtin Patrizia Adam (CVP) und ihr Kollege Peter Jans (SP) das Mobilitätskonzept 2040 vorstellten.

Drei Teilstrategien

Besagter «Verkehrsplan» beruht unter anderem auf dem «Reglement für nachhaltige Verkehrsentwicklung», das im März 2010 mit fast 60 Prozent klar angenommen wurde von den St.Galler Stimmberechtigten, und setzt auf drei Teilstrategien: Mobilitätsvermeidung, Mobilitätsgestaltung und Mobilitätsmanagement. Hier die Grafik dazu:

Vorlage

Das Mobilitäskonzept 2040: Vermeiden, verlagern, verträglicher gestalten. (Bild: Stadt St.Gallen, Klick zum Vergrössern)

Konkret will der Stadtrat den öffentlichen und den Langsamverkehr fördern und den motorisierten Individualverkehr plafonieren. Dabei helfen sollen bestehende Gefässe wie Richtplan, Energiekonzept, Agglomerationsprogramm und die kantonale Planung, aber auch neue Massnahmen, zum Beispiel autoarme und autofreie Siedlungen, zeitliche und räumliche Verhaltensänderungen, Quartiervernetzung durch Langsamverkehr, Velospuren, Mobilitätsberatung und möglicherweise ein Road Pricing.

Gegen nachhaltiges «Umerziehen»

Das passt den bürgerlichen Parteien und Verbänden nicht. Im vergangenen August lancierten sie darum eine «Mobilitätsinitiative» mit der Forderung, dass der Autoverkehr in der Stadt wieder zunehmen darf. Die treibende Kräfte dahinter: CVP, FDP und SVP der Stadt St.Gallen, Hauseigentümerverband (HEV), Gewerbeverband, Pro City, Wirtschaft Region St.Gallen (WISG), ACS und TCS.

Diesen Mittwoch wurde die Initiative mit 1750 Unterschriften eingereicht. Sie wolle «die zunehmende Mobilität ganzheitlich bewältigen statt die Einwohnerinnen und Einwohner einseitig umzuerziehen», heisst es in der Medienmitteilung. Das Initiativkomitee halte das heutige Reglement für «unvollständig und deshalb untauglich, die Herausforderungen im Mobilitätsbereich zu lösen».

Weder Geld noch Platz für mehr Autos

Die St.Galler Stimmberechtigten sollen also nochmal über die städtische Verkehrspolitik abstimmen, schon wieder. Oder anders gesagt: Der bürgerliche Block will das jetzige Verkehrsreglement aufheben. Zurück auf Feld eins sozusagen.

Eine knifflige Situation, zwar nicht für die Stadtratskandidatin der Linken, Maria Pappa – ihre Partei hat mit der Mobilitätsinitiative nichts am Hut –, aber für Stadträtin Patrizia Adam, die sich ebenfalls im Wahlkampf befindet und sich kürzlich als «Mutter des Mobilitätskonzepts» bezeichnet hat. Enttäuscht sei sie nicht von der Initiative, sagt sie auf Anfrage, schliesslich sei es normal, dass man auch innerhalb der eigenen Partei verschiedener Meinung ist. «Trotzdem hoffe ich, dass sie abgelehnt wird.»

Es mache keinen Sinn, dass man dem wachsenden Individualverkehr mit mehr motorisiertem Verkehr entgegenwirken wolle, sagt die Baudirektorin. «Ein Ausbau der Auto-Infrastruktur wäre zudem auch gar nicht möglich, denn in St.Gallen fehlen schlicht der Platz und das Geld dafür.» Das Wachstum müsse wie geplant mit öV und Langsamverkehr aufgefangen werden – «sonst haben wir am Ende eine verstopfte, verstockte Stadt».

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
DSC09196

Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0505 max

Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
3 F1 A4812 web

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max