Der Kreuzlinger Horst-Klub fällt mit seinem Lineup auf in der weiten Kalenderregion von Saiten. Weil: da läuft noch Rock. Richtig viel, richtig guter Rock– Punk, Noise, Rock’n’Roll, NYC-Garage, Psychedelic, Heavy Psych, Kraut, Garage Psych, Rock’n’Punk’n’Roll, Stonerrock, Primitive Blues, Rock’n’Roll-Trash und Psyche-Lowfi-Noise lief beispielsweise in der vergangenen Saison. Bands kommen neben vielem anderen aus Portland, Minneapolis, Santiago de Chile, Rennes, Austin und Lyon.
Horst ist bereits Kult, wie der schönen Würdigung von Judith Schuck entnommen werden kann: Anliegen sei es gewesen, einen «Laden mit Seele» zu erschaffen. Das zeigt sich deutlich im Booking: da wird nach Perlen getaucht, werden Lücken und Nischen gefeiert, und eben – es wird leidenschaftlich gerockt.
Der Horst ist eine Art Spezialitätenhändler, was ihn auch von den anderen Läden in Süddeutschland und Vorarlberg, wo noch eher Rock läuft als in der Ostschweiz, abhebt (Ausnahmen machen die Regel). Dies bestätigt, was gefühlsmässig eh immer klar war: Kreuzlingen ist ein Gitarrenmekka, und hat mit dem Horst den Klub, den es verdient.
Seit 2014 unabhängig und selbstfinanziert, ist der Laden trotzdem tunlichst versucht, auf dem Boden zu bleiben. «Hier wurde ein Raum geschaffen, an dem jeder willkommen ist, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht – und auch, wenns finanziell mal nicht so rund läuft. Deswegen halten wir die Preise so günstig wie möglich und investieren stattdessen lieber Herzblut und ehrenamtliche Arbeit», heisst es auf Facebook.
Da nun aber wichtige Renovationsarbeiten wie die Abnahme der Elektroinstallationen und die Instandsetzung der sanitären Anlagen anstehen, gibt der Klub diesen Samstag ein Benefiztag mit einem umfangreichen Gartenprogramm ab 15 Uhr. Hexenküche und Flohmarkt stehen auf dem Programm, T-Shirt und Flyer-Design von Sandra Stuck und Daniel Trendle wird ausgestellt wie auch Konzertfotos von Tobias Hausmann. Ein Crowdfunding mit dem escobarschen Namen «Horst aus Gold» wird angetreten und selbstredend wird auch die Musik nicht fehlen.
Ab 17 Uhr gibt Julian Leibold einen Auftritt, der «gerne in einen Akustik-Jam ausarten soll und darf», wie es in der Einladung heisst. Die Anlage wird vom Horst gestellt, Instrumente dürfen mitgebracht werden.
Gleich drei Bands unterstützen den Klub im Abendprogramm, so die Saint Tangerine Convention mit Psych-Garage aus Zürich, Old Gypsy Man’s Hat mit Indie Rock aus Kreuzlingen und Crude Caress mit Winti Punk. Menschen mit ebenso viel Leidenschaft für Klampfen aller Art sind also herzlich aufgerufen, den lokalen Horst zu supporten. Und ihre schrulligen Kinder Wilhelmine oder Emil zu taufen.
Programm hier und hier
Der Horst Klub in Kreuzlingen ist noch jung, hat aber bereits Kultstatus. Bekannt ist er für seine Live-Konzerte, vor allem für Garagen-Punk. Dieses Wochenende wird das zweijährige Bestehen mit einem Festival gefeiert.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.