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Valier, Hansjakob, Keller-Sutter

Es gibt auch positive Entwicklungen im Kanton St.Gallen: die fünf populistischen Jahre, die dem letzten Spiel im Espenmoos folgten, sind vorbei.

Von  Andreas Kneubühler , 

Jetzt, wo Pius Valier nicht mehr Kommandant der Stadtpolizei ist,  könnte man natürlich ein letztes Mal an seine Forderung nach der «sichersten und saubersten Stadt im Bodenseeraum» erinnern.

Doch eigentlich wollte man über eine positive Entwicklung berichten.

Nämlich vom Ende eines politisch-juristischen Komplexes, mit dem im Kanton St.Gallen jahrelang über das komplexe Thema Fussballgewalt Karrieren lanciert und der persönliche Ehrgeiz einzelner Figuren befriedigt wurde. Dafür standen drei Namen: Pius Valier, Thomas Hansjakob, Karin Keller-Sutter.

Wobei Valier in dieser repressiven Mechanik das kleinste Rädchen war.

Man kann fast auf den Tag genau sagen, wann die Geschichte anfing. Es war der 20. Mai 2008, der Tag, an dem im Espenmoos das zweite Barragespiel stattfand. Das Bild der in den Schlussminuten aufmarschierenden Polizisten in Kampfmontur prägte sich den Zuschauern wohl für alle Zeiten ein. Die Polizeiführung hatte mit ihrer Taktik die ignorante Haltung eines Klubs, der sportlich, finanziell und moralisch am Boden lag, noch übertrumpfen können. Wie die personifizierte Provokation mussten die Polizisten vor der Fankurve  stehen bleiben und abwarten – bis sich die Aggressionen entluden.

Danach folgten über Jahre Gerichtsverfahren. Vor dem Kreisgericht standen nicht unbedingt diejenigen Randalierer, die zur Gruppe der gewalttätigen Anhänger gezählt werden. Dabei waren Fans, die in der aufgeladenen Atmosphäre die Nerven verloren hatten. Die Prozesse folgten immer dem gleichen Schema:  Die Anklage, vertreten vom SVP-Mitglied Simon Burger, fuhr ein harte Linie. Die Strafanträge waren mehr oder weniger identisch, die Urteile ebenso.

Es folgte der Umzug in die AFG-Arena, begleitet von übertriebenen Polizeieinsätzen. Es folgten die zahlreichen Interviews von Karin Keller-Sutter über Fussballgewalt in der Sonntagspresse, mit denen sie den Ruf des Kantons St.Gallen, besonders repressiv zu sein, prägte – und ihre Karriere vorantrieb. Der Lohn: Bundesrats-Kandidatur, Wahlen in den Ständerat, in den Verwaltungsrat der NZZ, in den Vorstand von Economie-Suisse. In ihrem Windschatten konnte sich der Erste Staatsanwalt Thomas Hansjakob im politischen Schaufenster als Hardliner in Sachen Fussballgewalt profilieren. Immer wieder suchte er die Öffentlichkeit mit alarmistischen Medienmitteilungen, die den Eindruck erwecken konnten, die jugendlichen Fussballfans bedrohten ernsthaft die Zivilgesellschaft. Und Pius Valier? Er galt als Experte für Hooliganismus und schaffte es an prominent besetzte Podien sowie an diverse runde Tische. Sein Versuch, für die FDP in den Kantonsrat gewählt zu werden, war hingegen erfolglos.

Seit einigen Monaten ist vieles anders. Das Klima hat sich verändert. Die Scharfmacher-Töne sind verschwunden. Entscheidend waren wohl letztlich die Regierungswahlen. Es ist offensichtlich ein Unterschied, ob Karin Keller-Sutter das Sicherheitsdepartement leitet. Oder Fredi Fässler.

Seit dem Amtsantritt von Fässler fehlt den Trittbrettfahrern beim Thema Fussballgewalt der politische Rückenwind. Das gilt auch für den Ersten Staatsanwalt. Er hat zudem seine Plattform verloren: Für Medienmitteilungen der Staatsanwaltschaft ist seit einiger Zeit eine Presseverantwortliche zuständig. Valiers Nachfolger gilt als sachlicher Fachmann, von ihm ist nicht bekannt, dass er politische Ambitionen hegt.

Doch die fünf populistischen Jahre seit dem Barrage-Spiel haben Spuren hinterlassen. Sie zeigen sich beispielsweise beim Entscheid für den Beitritt zum Hooligan-Konkordat. Während es in Bern und Zürich zu Abstimmungen kommen wird und diverse Kantonsparlamente bei dieser Frage zumindest gespalten waren, lautete das Resultat im St.Galler Kantonsrat 96 : 16.

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Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

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Anschluss gueterbahnhof