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Wie kommt die Kunst zum Bau?

Klar ausgewiesene Kredite, ein sauberes Auswahlverfahren und miteinander reden bringen es: Dies ist das Fazit eines Diskussionsabends des Architekturforums Ostschweiz zur Frage «Wie kommt die Kunst zum Bau?»
Von  René Hornung , 

«Jetzt auch noch ein Kunstkredit für diesen eh schon viel zu teuren Bau?» Diese Frage taucht in Parlamenten ebenso häufig auf wie in Baukommissionen. Und wenn der Sparhammer fällt, muss immer zuerst die Kunst dran glauben. Das sei aber der schlechteste aller Wege, wurde von allen Seiten am Diskussionsabend des Architekturforums Ostschweiz dieser Tage betont.

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Farbenfroh im Werkhof

Das Zürcher Architekturbüro Allemann, Bauer, Eigenmann hat schon verschiedene Alterszentren, aber auch den neuen Werkhof des Stadtsanktgaller Gartenbauamtes realisiert. Patric Allemann schilderte vor Ort und anhand anderer realisierten Bauten, wie er die Angst vor der Kunst am Bau verloren habe. Früher habe er oft befürchtet, «dass jemand aus der Baukommission noch die malende Coiffeuse im Dorf kennt und sie dann den Auftrag für Kunst am Bau bekommt.» Wenn aber eine kunstaffine Person in der Bauherrschaft für ein Werk plädiere und dazu auch Expertenwissen aus der Kunstszene vorhanden sei, dann gelinge die Zusammenarbeit.

Denn Architekten wie Kunstschaffende seien gleichermassen Gestalter. Im konkreten Beispiel des Werkhofs für das Gartenbauamt in St.Gallen hätten anfänglich sowohl die Projektleitung im städtischen Hochbauamt als auch viele Mitarbeiter im Architekturbüro von Kunst in einem Werkhof nichts wissen wollen. Bis der Künstler Harald F. Müller alle umstimmen konnte. Das Resultat ist eine fast schon überbordende Farbigkeit der Räume, an der inzwischen alle ihre Freude haben.

Für Karin Frei Rappenecker als Kunsthistorikerin und Kunstvermittlerin ist der Werkhof ein gelungenes Beispiel, weil hier die farbigen Wände identitätsstiftend sind. Zwar könnte auch der Architekt Farbe ins Haus bringen, oft gebe er diese Verantwortung aber lieber ab. Und manchmal müsse die Kunst Aufgaben lösen, die der Architekt nicht schaffe, etwa einen langen Gang so zu gestalten, dass er nicht bedrückend wirkt.

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Wenn Kunst verschwindet

Gelingen kann die Symbiose, wenn klare Regeln gelten. Tanja Scratazzini, die die Fachstelle «Kunst am Bau» des Kantons Zürich leitet, kommt immer dann ins Spiel, wenn in einem Baukostenplan die Position 98 «Künstlerischer Schmuck» auftaucht. Bei Neubauten des Kantons Zürich sind dies zwischen einem halben und einem Prozent der Bausumme. Bei Kunstkrediten über 100’000 Franken werde jeweils ein Wettbewerb ausgeschrieben. Dann suche sie mit den Nutzern und den Architekten das Gespräch, um herauszufinden, welche Kunst passe. Da müsse sie mitunter sehr viel reden, schilderte sie das Beispiel eines Gebäudes für die Zürcher Justiz. Alle Staatsanwälte hatten sich zuerst strikte gegen Kunst ausgesprochen. Nach Besichtigungen und vielen Diskussionsrunden seien diese dann zu Kunstfreunden mutiert.

Für die Kunstschaffenden Katja Schenker und Josef Felix Müller ist reden nicht der einzige Erfolgsfaktor. Wer einmal ein Kunstprojekt an einem Bau realisieren konnte, werde weitergereicht, stellten sie übereinstimmend fest. Das schränke aber auch ein, so Josef Felix Müller, denn die Bauherrschaft erwarte jeweils etwas Ähnliches, wie sie es anderswo gesehen habe. Doch so, wie jede Bauaufgabe neu sei, müsse auch das Kunstwerk jedesmal adäquat und damit anders sein.

Das sei mitunter schwierig umzusetzen, denn an der Kunst entzündeten sich oft heftige Diskussionen, ja sie löse manchmal sogar Aggressionen aus. Müller nannte Beispiele: Nach Jahren musste plötzlich der Brunnen von Roman Signer auf dem Areal der Kaufmännischen Berufsschule St.Gallen abgestellt werden, weil sich ein paar Lehrer am Lärm störten. Oder es verschwinden Teile von H.R.Frickers Werk mit den in der Stadt gesetzten Steinen, die verschiedene «Orte» (Bild unten) benennen. Leider kümmere sich im Stadtsanktgaller Tiefbauamt niemand um den Erhalt und die Pflege der Kunstwerke im öffentlichen Raum – im Gegensatz zu Zürich.

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Kanton St.Gallen in der Kritik

Die Kunstschaffenden lobten den Kanton Zürich auch wegen seiner klaren Regelung bei der Ausschreibung von Kunst-am-Bau-Projekten. Sie kritisierten auch hier vor allem den Kanton St.Gallen. Beim Verwaltungsgebäude am Oberen Graben, beim Bundesverwaltungsgericht, bei der Fachhochschule und beim Projekt Klanghaus sei jedesmal Kunst am Bau entweder gestrichen worden oder es sei erst im letzten Moment ein zugekauftes Werk dazugekommen.

Von einem gemeinsamen Projekt mit den Architekten könne da nicht die Rede sein, so Josef Felix Müller. In seiner Funktion als Präsiden von Visarte, dem Berufsverband der visuell schaffenden Künstlerinnen und Künstler, sagte er, dass verschiedene Vergabeverfahren durchaus möglich seien. Diese müssten aber transparent sein. Um die Situation zu verbessern, rief der Visarte-Präsident die Architektinnen und Architekten dazu auf, ihrerseits Visarte beizutreten: «So ergeben sich mehr Kontakte und eine bessere Zusammenarbeit.»

Bilder Werkhof St.Gallen: Hannes Henz / Architekturbüro Bauer, Eigenmann, Zürich

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
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Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

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Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

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Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

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Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
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Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

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Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
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Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

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Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
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