Zehn Massnahmenfelder sollen gewissermassen als die «zehn Gebote» die negativen Auswirkungen des Strukturwandels und des veränderten Einkaufsverhaltens auffangen und die Innenstadt neu beleben. Und es soll weiter am Zukunftsbild der City gebaut werden, heisst es im Schlussbericht zu den Foren.
City Manager für die Stadt-Animation
Geplant sind ein City Manager, der oder die unter anderem die Events koordiniert und neue kreiert. Ferner reihen sich «digitale Vernetzung der Innenstadt-Player», «Nutzung und Gestaltung des Aussenraums» sowie «längere Ladenöffnungszeiten» unter die Begehrlichkeiten. Letzteres könnte aber nicht nur förderlich sein für die City, sondern auch Konflikte unter den Sozialpartnern bewirken. Ebenfalls als Massnahmenfeld mit Stolperdrähten gilt die «Parkierungssituation». Das Feld «Koordination und Kommunikation» hingegen wirkt als eher besänftigendes unter den zehn Gebot für die Innenstadt-Reanimation. «Mer mues halt rede mitenand» hat noch nie geschadet.
Eine weitere Massnahme ist die Verbesserung der Signaletik. Vor allem ortsunkundige Auswärtige werden es zu schätzen wissen, wenn ihnen die Hinweistafeln den direkten Weg zu ihren Zielen zeigen und sie nicht mit der Kirche ums Dorf schicken. Und das Massnahmenfeld «Smart Mobility als Attraktion» lässt sich getrost auch als Gebot für die Errichtung der 2000-Watt-Gesellschaft interpretieren.
Gerade nach dem Weggang des Tourismusdirektors und der Bestellung eines Neuen versprechen die Massnahmen «Touristische Aktivitäten und Angebote» ein offenes Feld. Endzeitstimmung ist nicht gerade das, was man in Innenstädten sucht. Daher macht das Massnahmenfeld «Zwischennutzungen» für Ladenlokale und Räumlickeiten, die längere Zeit leer stehen, Sinn.
Pro City stellt Ladenöffnungszeiten zur Diskussion
Arbeitsgruppen im Forums-Format wollen an den Themen weiter arbeiten. Sie setzen sich zusammen aus Vertretern und Vertreterinnen des Grundeigentums, der Wirtschaftsverbände, Gassengesellschaften, Quartiervereine, des Innenstadtgewerbes, der Gastronomie, des Tourismus, der Verwaltung und weiterer Interessierter. Die Forenarbeit wird begleitet durch die Standortförderung Stadt St. Gallen, in Zusammenarbeit mit Fuhrer & Hotz AG und Immocompass AG.
Ralph Bleuer, Präsident der Pro City St.Gallen, ist zufrieden mit dem in Gang gebrachten partizipativen Prozess, der nun für die Reanimation der City weitergeführt werden soll. Zum kontroversen Thema Ladenöffnungszeiten meint der Pro City Präsident, dass es nicht a priori darum gehe, die Einkaufsgeschäfte länger offen zu halten. «Wir diskutieren in diesem Zusammenhang auch darüber, dass die Ladenöffnung am Donnerstag auf 20 Uhr beschränkt wird und dafür die Geschäfte am Samstag eine Stunde länger, bis 18 Uhr offen haben. Das würde die Kundenbedürfnisse besser abdecken.» Bei der Diskussion um die Parkierungsmöglichkeiten in der Innenstadt gehe es in erster Linie darum, die bestehenden Plätze zu sichern und für Kunden, Handwerker und Lieferanten leichter zugänglich zu machen, sagt Bleuer.
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
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Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
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