Soul ist Nahrung, und diese muss ausserordentlich gesund sein, betrachtet man den charmanten Altmeister Lee Fields. In silbernem Anzug über schwarzem Hemd tanzt der einmalige Sänger durch den Abend, und nicht nur, dass ein Funke gesprungen wär: dieser Mensch hat die Bude komplett im Griff. Der etwa 63 Jahre alte Musiker versprüht geladene Energie, er rockt und – holy mother of god! – die Luft vibriert heut Nacht im alten Sexkino.
Für die Musikclubbetreiber_innen muss das ein schöner Moment sein: Ein pumpenvoller Laden zergeht in kollektivem Liebe-machen, dabei verschwinden auf magische Weise sogar die Kinostühle der hinteren Reihen, jedenfalls sind diese nicht mehr zu sehen.
Seit 1969 am Produzieren
Little J.B., wie Lee wegen seiner äusserlichen und stimmlichen Ähnlichkeit mit James Brown auch genannt werden darf, hat seine erste Single im Jahr ’69 aufgenommen, und ist noch immer am produzieren: ein Phänomen. Seit den Nuller-Jahren ist er mit den «Expressions» unterwegs, mit denen er im Sommer das fünfte Album «Emma Jean» veröffentlichte.
Im Palace trifft er alte Freundinnen und Freunde: Lieder wie «Ladies» oder nach einer doppelten Pirouette «Money i$ King» vom Album «My World» schlagen kräftig ein, in guter Erinnerung sein erstes Konzert im Palace vom März 2012. «I still got it» ist noch genauso wahr wie damals – dazwischen umgarnt er die Herzen mit Nummern wie «Don’t leave me this way» von der neuen LP.
Soul Gallen im Kochtopf
Nach dem letzten Lied werden die Musiker frenetisch zurückgerufen, worauf Lee mit einem ekstatischen «Baby Love» der Supremes antwortet. Das unglaubliche Feedback ist dem Sänger nicht mehr gewachsen, er gibt restlos alles. Die Herren Wempe und Sir Dancealot müssen nur noch übernehmen, wecken muss man niemanden mehr heut Nacht. Das Palace ist zum Kochtopf geworden, Soul Gallen tanzt sich um den Verstand.
Falls jemand den Groove der Stunde genutzt hat, und in ungefähr neun Monaten plötzlich Mami oder Papi wird, muss daran erinnert werden, warum das soweit kam: Das Kind soll demnach «Lee» genannt werden.
Bilder: Nauras Garhe
Museum Herisau
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Musik am See
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Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
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