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Das Fremde ist nur in der Fremde fremd

Das in der Edition Patrick Frey erschienene Buch zur Ausstellung «Gastspiel» im Museum Rietberg ist mehr als nur ein Katalog. Es ist ein verschachteltes Künstlerbuch über das Fremde.
Von  Katharina Flieger

«Das Fremde ist nur in der Fremde fremd» – Sicher? Dort? Oder hier? Komplex die im Buchtitel aufgeworfenen Überlegungen, komplex auch das dahinter stehende Vorhaben: Das auf aussereuropäische Kulturen spezialisierte Museum Rietberg öffnete diesen Sommer seine Ausstellungsräume, den Park und das Schaudepot und lud rund zwanzig Schweizer Künstlerinnen und Künstler dazu ein, auf die Sammlung mit Werken aus Asien, Amerika, Afrika und Ozeanien zu reagieren. Die von Damian Christinger kuratierte Ausstellung «Gastspiel im Rietberg» ist noch bis zum 9. November zu sehen.

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Shirana Shabazi, Ohne Titel, 2003-2014

Das Bedeutungsnetz weiterspinnen

Die Künstler und Künstlerinnen (Yves Netzhammer, Wiedemann/Mettler, Stefan Burger, Shirana Shahbazi, San Keller, pulp.noir, Porte Rouge, Peter Weber, Peter Regli, Olaf Breuning, Nives Widauer, Naomi Leshem, Mai-Thu Perret mit Ligia Dias, Lutz & Guggisberg, Lukas Bärfuss, Jso Maeder, Fischli/Weiss, David Renggli, Caro Niederer, Fabian Marti) reflektierten mit Installationen, Performances und Texten das geografische und zeitliche, das doppelte Fremde.

Das Bedeutungsnetz aus Eingriffen und Reflexionen weitergesponnen hat das Internetmagazin «Zollfreilager» der Plattform Kulturpublizistik der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), welches in journalistischen und künstlerisch-experimentellen Formaten den Blick nicht nur auf die Fremde, sondern auch auf das Eigene und die Phänomene rund um Kultur, Kunst und Migration wirft.

Vor Kurzem ist nun in der Edition Patrick Frey das Buch zur Ausstellung erschienen: «Das Fremde ist nur in der Fremde fremd». Darin wird der mit der Ausstellung begonnene Dialog weitergeführt, unter anderem dokumentiert das Künstlerbuch fotografisch die Werke der beteiligten Kunstschaffenden, auf alle Projekte nehmen Texte von Kuratorinnen und Kuratoren für zeitgenössische Kunst und des Museums Rietberg Bezug.

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Yves Netzhammer, Filmstills aus «Die Gegenwart sucht ihren Mund in der Spielgelung der Suppe», 2014

Einer Zwiebel gleich

Die von Mitherausgeber und Kurator Damian Christinger aufgeworfenen Fragen sind von grosser Relevanz für Institutionen wie das Museum Rietberg: «Wie gehen wir mit dem musealen Objektkult um? Was bedeutet es, religiöse Kunst in einem weltlichen Museum auszustellen? Verstehen wir die Kriterien mit denen Menschen vor 2000 Jahren auf der anderen Seite der Welt Kunstwerke schufen? Können wir einen Zugang zu den im Museum Rietberg bewahrten Werken jenseits der exotischen Ästhetik finden?»

Das bloss mit einem schwarzen Zwirn geheftete Buch wurde von Krispin Hée und Samuel Bänziger – der auch das Saiten-Magazin gestaltet – konzipiert. «Das Buch baut sich einer Zwiebel gleich auf: Von der Mitte aus werden die Beiträge bis an die Ränder gespiegelt. Zeitgenössische Schreiberlinge (linksbündig) treffen auf diejenigen des Museums Rietberg (rechtsbündig), so dass sie sich in der Mitte treffen und verzahnen», erklärt Bänziger die Form der Publikation. Patrick Frey habe nicht einfach einen Ausstellungskatalog machen wollen, sondern ein eigentliches Künstlerbuch.

Masken, Tiere und Diener

Das ist gelungen: Alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler leisteten einen eigenen Beitrag speziell für das Buch, der jeweils vom Rand her als Insert beigefügt wurde. Fragil und schwergewichtig gleichermassen ist es eine Wucht an Bildern und Texten, darunter als eigentliches Kernstück die Beiträge von Lukas Bärfuss (Masken) und Peter Weber (Dachreiter, Tiere und Diener), literarische Ergänzungen zum Diskurs.

Komplex also die Verschachtelung historischer Kunstwerke von ausserhalb Europas, zeitgenössische mit der Schweiz verbundene – was auch immer das genau heissen mag –Künstlerinnen und Künstler, Bilder ihrer Werke und Texte, die sich einerseits auf diese Kunstwerke beziehen und/oder auf das Museum an sich. Es ist ein Herumkreisen in Fragmenten, der Inhalt so fragil wie die Technik der Fadenknotenheftung, man wundert sich fast, dass es hält, haptisch und gedanklich.

 

«Gastspiel – Schweizer Gegenwartskunst im Museum Rietberg»: bis 9. November 2014, Infos: gastpiel.rietberg.ch
«Das Fremde ist nur in der Fremde fremd»: Herausgegeben von Damian Christinger/Museum Rietberg/Edition Patrick Frey, 136 Seiten, Fr. 48.-

Bilder: «Das Fremde ist nur in der Fremde fremd», Edition Patrick Frey, 2014.
Titelbild: Porte Rouge, Zeichnerische Partitur für die Aufführung und Ausstellung im Museum Rietberg. 

 

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Pipilotti Rist, 2014

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

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Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
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Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

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Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

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Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
Stadtkultur2