Kategorie
Autor:innen
Jahr

«Ich würde liebend gern einmal eine wissenschaftliche Arbeit über die Motivation von Hausfrauen lesen»

Theologin und Autorin Ina Praetorius über Beruf und Berufung, Familien, die «keinen Finger rühren» und mehr als zwei Milliarden unbezahlte Arbeitsstunden pro Jahr.
Von  Corinne Riedener
Ina Praetorius (Bild: aufbruch.ch)

Saiten: Sie sind Mitinitiantin der Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wie kam es dazu?

Ina Praetorius: Die Idee fasziniert mich schon seit über 20 Jahren. Zum ersten Mal darüber geschrieben habe ich wohl 2002 in der zweiten Auflage des Wörterbuchs der feministischen Theologie, damals noch mit der Bezeichnung «existenzsicherndes Grundeinkommen». Wo genau ich die Idee aufgeschnappt habe, weiss ich nicht mehr. 2002 thematisierten wir das Grundeinkommen auch an einem Kongress in Salzburg zum «ausgehenden Patriarchat», daraus sind weitere Texte entstanden. Zum Komitee bin ich erst Ende 2011 gestossen, nachdem mich Christian Müller und Daniel Straub für ihr Buch Die Befreiung der Schweiz interviewt haben.

Ist die Initiative so utopisch, wie viele behaupten?


Es gibt bereits Projekte in Utrecht, Finnland, Afrika und voraussichtlich bald auch in Lausanne. Selbst am WEF wurde über das Grundeinkommen diskutiert – was mich überrascht hat. All diese Debatten haben einen realen Hintergrund: Die Zukunft der Arbeit verändert sich mit der voranschreitenden Roboterisierung. Parallel dazu wächst langsam das Bewusstsein, dass wir gar nicht so viel arbeiten müssten, wie wir es heute tun.

praetorius

Ina Praetorius (2. von rechts) beim Einreichen der Unterschriften für die Initiative am 4. Oktober 2013 auf dem Bundesplatz (Bild: pd)

Der Arbeitsbegriff scheint allgemein vermurkst. «Was machst du?» gehört beim Kennenlernen zu den Standardfragen. Damit ist selten die Freizeitbeschäftigung gemeint.

Früher war Arbeit negativ aufgeladen. Arbeit war etwas, das man tun musste, um zu überleben – ein Chrampf. Gegen Ende des Mittelalters hat sich der Begriff gewandelt und die Arbeit wurde zum Lebensinhalt, zur «Berufung». Daher das Wort Beruf. Heute ist der Begriff ambivalent: Die meisten finden ihre Arbeit zwar anstrengend und freuen sich aufs Wochenende, aber wenn man genauer erforscht, was die Menschen gerne tun, wollen nur die wenigsten ohne Aufgabe sein. Einerseits ist die Arbeit also eine Last, andererseits können wir uns ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Arbeit – vor allem die bezahlte – hat viel mit Identifikation, Selbstwert, Beziehungen und Öffentlichkeit zu tun.

Die Idee der Berufung ist wundervoll, auch ein Privileg. Aber ich frage mich, ob wir uns das nicht schönreden. Fakt ist doch, dass die berufliche Realität für viele nichts mit wahrer Berufung gemein hat. Das Grundeinkommen aber fragt: Was mache ich mit meinem Leben, wenn für mein Auskommen gesorgt ist? Das zu beantworten erfordert ein gewisses Mass an Emanzipation. Wie lernen wir, zu erkennen, was wir wollen?

Ein Grundeinkommen kann nicht von heute auf morgen eingeführt werden. Das muss schrittweise passieren. Ich könnte mir vorstellen, dass man zuerst ein Pilotprojekt nur mit Jugendlichen lanciert. Dort könnten sie systematisch lernen, wo ihre Begehren, Begabungen und Talente sind. Das wäre auf jeden Fall eine sehr reizvolle kulturelle Aufgabe. Vergleichbare Angebote gibt es schon jetzt, etwa das Orientierungsjahr oder die Berufsberatung, nur haben sie noch einen viel zu geringen Stellenwert.

Und oft geht es dort weniger um die Person und ihre Bedürfnisse, sondern darum, wie man sie möglichst schnell systemkompatibel und letztlich produktiv macht.

Mit einem Grundeinkommen hingegen könnte man tatsächlich fragen: Was kann die Person? Was will sie? Und wie kann sie das umsetzen? Ähnlich bei den Pensionierten, auch wenn bei ihnen die Ausgangslage eine andere ist. Diese Altersgruppe wäre aber ebenfalls geeignet für ein Pilotprojekt.

Und enden würde das mit einem grundsätzlichen Umdenken; weg von fixen Berufsbildern und Vorstellungen, hin zu flexibleren Identitäten?

Genau. Dabei ginge es aber nicht bloss darum, herauszufinden, was man kann und will, sondern auch darum, zu sehen, was die Gesellschaft braucht.

Die eigene Freiheit geniessen und sich zugleich als Teil der Allgemeinheit verstehen.

Für mich ist diese doppelte Ausrichtung selbstverständlich, aber das sehen nicht alle so. Selbst im Initiativkomitee gibt es Leute, die nur davon sprechen, dass man sich mit einem Grundeinkommen «selbst verwirklichen» können wird.

Daher die Angst der Linken, dass mit dem Grundeinkommen die Sozialwerke über kurz oder lang abgeschafft werden?

Das wäre sicher nicht in meinem Sinn. Letztlich ist es eine Frage der Umsetzung, wie sich das Grundeinkommensmodell zu den existierenden Sozialwerken verhält.

Angesichts der letzten Wahlen würde es mich nicht wundern, wenn das Parlament bei der Umsetzung die Kinderkrippen gleich mitabschaffen würde.

Hoffentlich nicht! Allerdings könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ein Grundeinkommen dabei helfen würde, die Fremdbetreuung von Kindern und ähnliche Aufgaben auch auf nicht-staatliche Art zu organisieren. Solche Strukturen müssen nicht per se vom Staat flächendeckend zu Verfügung gestellt werden – sofern sie allen zugänglich sind.

 

Die Initiative in Kürze:
Unabhängig davon, ob jemand erwerbstätig
ist oder nicht, reich oder arm, gesund oder krank, allein lebt oder in Gemeinschaft sollen alle ein Grundeinkommen erhalten. Für die meisten ist das Grundeinkommen nicht zusätzliches Geld, sondern ersetzt heutige Einkommen. Neu ist die Bedingungslosigkeit.

Der Initiativ-Text beschränkt sich auf den Wortlaut «menschenwürdiges Dasein». Diskutiert wird ein Grundeinkommen von 2’500 Franken pro Monat. Darüber, wie hoch der Betrag wirklich sein soll – also wie viel Geld man benötigt, um in unserer Gesellschaft in Würde leben zu können – soll demokratisch abgestimmt werden. Kinder sollen auch ein Grundeinkommen erhalten, allerdings einen tieferen Betrag, zum Beispiel einen Viertel, also 625 Franken. Dafür wäre ein Gesamtvolumen von 200 Milliarden Franken im Jahr nötig. Weitere Informationen: bedingungslos.ch

 

Was ist mit der populärsten Angst: dass mit dem Grundeinkommen in der Schweiz die Faulheit Einzug hielte?

Das beste Beispiel dafür, dass Menschen auch ohne «finanzielle Anreize» arbeiten, sind die Mütter – und einige wenige Väter. Hätte denn irgendjemand als Baby überlebt ohne die Gratisarbeit der Mütter? Man könnte die Gratisarbeiterinnen in den Familien ja mal fragen, wieso sie überhaupt arbeiten: Weil sie es wollen? Weil es von ihnen erwartet wird? Weil Care-Arbeit Sinn macht? – Doch was Erziehungs- und Hausarbeit angeht, wird leider viel zu wenig geforscht – gerade in der Ökonomie. Dabei werden 50 Prozent der Arbeit in der Schweiz unbezahlt geleistet! Niemand scheint wissen zu wollen, warum. Ich würde liebend gern einmal eine wissenschaftliche Arbeit über die Motivation von Hausfrauen lesen. Oder eine über die Motivation von Grosseltern. Solange man keine Beweise dafür hat, dass alle faul werden ohne Anreiz, bleibt das ein Gerücht. Abgesehen davon gibt es immer einen kleinen Anteil von Menschen, die Schwierigkeiten mit der Arbeitsmotivation haben, auch im bestehenden System.

Sie sprechen gern von der «postpatriarchalen Gesellschaft». Wie meinen Sie das?

Unsere Gesellschaft funktioniert seit Jahrhunderten zweigeteilt: oben die Märkte, das Geld, die Politik, die Wissenschaften, die Öffentlichkeit – alles männlich konnotierte Bereiche. Unten die Natur, die Liebe, die Familie, die Frauen, Migrantinnen und Migranten. Sie bilden das Fundament dieses Systems, jedoch ohne in der Ökonomie eine Rolle zu spielen. Als Wirtschaftsfaktoren werden diese Personen und Bereiche vorsätzlich ausgeschlossen. Wenn ich «postpatriarchal» sage, meine ich damit nicht, dass das alles vorbei ist. Ich vertrete die These, dass diese Zweiteilung, die Grenze zwischen oben und unten, langsam aufweicht. Will heissen: Das alte Ordnungsprinzip ist zwar am Verschwinden, wirkt aber immer noch stark nach. Unsere Zeit nenne ich deshalb das «postpatriarchale Durch-einander».

Woran machen Sie das fest?


«Werteverlust» beispielsweise ist ein beliebter Ausdruck von Konservativen, wenn es um den eigenen Machtverlust geht. Gerade bei ihnen ist eine grosse Unsicherheit zu spüren. Ich hingegen interpretiere den Wandel positiv. Wobei ich nicht glaube, dass mit dem ausgehenden Patriarchat überall gleich Friede und Freude einzieht, sondern dass wir eine Übergangszeit brauchen, bis wir zu einer neuen gesellschaftlichen Ordnung finden. Postpatriarchal zu denken bedeutet, die Geschlechterfrage in die Mitte zu stellen, ohne sie per se als «Kampf gegen … » zu verstehen.

«Lohnunterschiede» gäbe es zumindest beim Grundeinkommen keine. Aber im Ernst: Was heisst das für die Initiative?

Immer wieder kann man lesen, dass Familien ein Grundeinkommen erhalten würden, «ohne einen Finger zu rühren». Das ist eine beliebte journalistische Formulierung und schlicht ignorant. Alle wissen doch, dass Familien ständig «Finger rühren». Eine Familie zu haben ist Arbeit: Kinder müssen versorgt und erzogen werden, die Grosseltern gepflegt – das nennt man Care Arbeit.

Bisher war das kaum Thema der Debatte.


Unbezahlte Arbeit wird meistens auf Freiwilligenarbeit reduziert. Dabei ist über 90 Prozent lebensnotwendige CareArbeit an Menschen. Lediglich 7,6 Prozent ist laut Bundesstatistik Freiwilligenarbeit im strengen Sinn. Das Grundeinkommen ohne eine Ökonomie zu verhandeln, die auch Care-Arbeit einbezieht, kommt für mich nicht in Frage. Vielleicht wollen viele sich nicht eingestehen, dass sie selber einmal ein abhängiges Kind waren und im Alter voraussichtlich wieder von anderen abhängig sein werden. Stattdessen setzen Grundeinkommensbefürworter fast schon obsessiv auf Werte wie «Kreativität, Selbstverwirklichung und Autonomie». Das ist höchstens die Hälfte der Wahrheit.

186 Millionen unbezahlte Stunden pro Jahr, schätzt der Bund, werden allein für die Pflege von Erwachsenen in der Schweiz geleistet – in der Kinderbetreuung rechnet man mit über 2 Milliarden. Wieso tut sich die Gesellschaft so schwer, diese Leistung als Arbeit anzuerkennen?

Ich höre immer wieder dieselbe Antwort: «Es ist schon ein wichtiges Thema, aber … » Viele scheuen sich, das Problem anzupacken, denn ein Umdenken stellt die Gesellschaft, zum Beispiel die Wirtschaftswissenschaft, vor massive Herausforderungen. Auch in der Linken scheuen sich viele, einfach mal ein Buch zur Care-Ökonomie zu lesen… Weil man damit gewissermassen vom Feminismus «links überholt» würde?

Gerade die Linken sind es doch, die im Grundeinkommen eine vermeintliche «Herdprämie» sehen.

Diese Gefahr ist real. Deshalb muss die Care-Debatte unbedingt stärker wahrgenommen werden in der Öffentlichkeit. Auf realpolitischer Ebene ist der Spielraum nämlich begrenzt. Was sollten wir denn fordern? Einen «Hausfrauenlohn»? Damit würden die Verhältnisse nur zementiert.

Um Verhältnisse geht es auch bei der Finanzierung: Das Grundeinkommen könnte auch ein Instrument zur Umverteilung von oben nach unten sein. Mit einer Mehrwertsteuer wäre das kaum der Fall, da diese für Vermögende weniger ins Gewicht fällt. Wieso keine Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer oder, wie von Oswald Sigg vorgeschlagen, eine Transaktionssteuer?

Ich bin grundsätzlich für den Ansatz der Umverteilung. Obwohl ich auch finde, dass man flexibel bleiben muss. Langfristig können wir nämlich nicht wollen, dass die Finanzierung des Grundeinkommens davon abhängig ist, dass es Superreiche gibt. Es gibt auch Stimmen, die jetzt schon sagen: Lassen wir die Reichen doch in Ruhe – wir organisieren uns selber. So gesehen wäre die Mehrwertsteuer das passende Instrument. Allerdings: Auf lange Sicht schadet wachsende Ungleichheit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, deshalb befürworte ich eine Politik der Umverteilung.

Es mag verlockend sein ohne die Superreichen an Bord – würden sie nicht ständig mit ihren Yachten an uns vorbeirauschen auf dem Rückweg vom Steuerparadies. Nur schon dafür sollten sie mit in die Verantwortung genommen werden.

Ja, wir können die Reichen nicht aus der Verantwortung entlassen. Sie gehören zur Gemeinschaft. Darum erscheint mir das seit kurzem diskutierte Finanzierungsmodell der automatischen Mikrosteuer auf Finanztransaktionen interessant. Allerdings wäre auch das mit Vorsicht zu geniessen: Einerseits würden damit zwar die Finanzströme transparenter, auf der anderen Seite liefe es auf eine Automatisierung des Geldverkehrs, auf die Abschaffung des Bargeldes und auf zusätzliche Überwachung hinaus.

Sie bezeichnen Burn-Out & Co. als «Überforderungskrankheiten». Ob die Gesundheitskosten sinken würden, wenn niemand mehr zur Arbeit gezwungen würde?

Langfristig bestimmt. Schliesslich ist längst erwiesen, dass psychische, aber auch physische Leiden wie etwa HerzKreislauf-Störungen in vielen Fällen stressbedingt sind.

Selber über sein Leben zu verfügen, es neu planen und die verbleibende Zeit kreativ zu nutzen, kann aber auch «stressig» sein…

Ich denke, es wird verschiedene «Grundeinkommens-Typen» geben. Am einen Ende des Spektrums sehe ich jene, die schon immer etwas mit sich anzufangen gewusst haben und sich über die Freiheit freuen. Am anderen stehen jene, die es schätzen, wenn sie eingespannt sind und nicht alles selber entscheiden müssen. Wobei ich davon ausgehe, dass auch letztere lernen könnten, die eigenen Wünsche zu entdecken. Diese Umgewöhnung dürfte wie gesagt nur eine Frage der Zeit sein. Das Schöne am Grundeinkommen ist ja, dass es allen die Chance gäbe, sich zu wandeln und immer neu zu erfinden.

Ina Praetorius, 1956, ist «freie Hausfrau», Theologin und Autorin. Sie ist Mitinitiantin der Volksinitiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen und lebt in Wattwil.
Zuletzt von ihr erschienen: Wirtschaft ist Care – oder: Die Wiederentdeckung des Selbstverständlichen, Berlin (Heinrich Böll Stiftung) 2015 und Erbarmen. Unterwegs mit einem biblischen Wort, Gütersloher Verlagshaus, 2014

Mehr zum Thema:

  • Christian Müller, Daniel Straub: Die Befreiung
der Schweiz – Über das bedingungslose Grundeinkommen. Limat Verlag, Zürich 2012
  • Daniel Häni, Philip Kovce: Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt. Orell Füssli Verlag, Zürich 2015
  • Ruth Gurny, Beat Ringger, Ueli Tecklenburg (Hrsg.): Würde, bedingungslos. Wie die Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen fruchtbar gemacht werden kann. Edition 8, Zürich 2015
  • Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG): Anerkennung und Aufwertung der Care-Arbeit – Impulse aus Sicht der Gleichstellung. Bern 2010
  • Antje Schrupp, Christof Arn, Dorothee Markert:Sinnvolles Zusammenleben im ausgehenden Patriarchat – Argumente für ein leistungsunabhängiges Grundeinkommen und weitere Gedanken zum Thema Geld, Arbeit und Sinn. Neue Wege, Band 98, Zürich 2004
  • Bundesamt für Statistik (BFS) Fachbereich Arbeit und Erwerb: Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2013/2014. Mehr dazu: admin.ch
  • Robert Misik: Aufbau Verlag, Berlin 2016
  • Christoph Pfluger: Das nächste Geld – Zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden. Edition Zeitpunkt, Solothurn 2015

 

Dieser Beitrag erschien im Maiheft von Saiten.

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land mit 2:3

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01

Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
Whats App Image 2026 08 26 at 08 36 26

Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
Stadtkultur2

Ei­ne Por­ti­on Kunst

Im Kunst Kon­tor Ror­schach lud der Künst­ler Fe­lix Stöck­le zu ei­nem Din­ner, ei­ner Aus­stel­lung, ei­nem Hap­pe­ning – zwi­schen Fi­ne Di­ning, Ke­ra­mik, pop­kul­tu­rel­len Re­fe­ren­zen und der al­ten Idee ei­nes ge­teil­ten Ti­sches.

Von  Veronika Fischer
Kunstkontor dinner felix stoeckle 1

Hür­de um Hür­de

Nach zehn Jah­ren in der Schweiz woll­te sich Sa­mi­ra Ra­him mit ih­rer Fa­mi­lie ein­bür­gern las­sen. Die zahl­rei­chen bü­ro­kra­ti­schen Hin­der­nis­se und die ho­hen Kos­ten brach­ten die Fa­mi­lie zeit­wei­se fast da­zu, auf­zu­ge­ben.

Von  Andi Giger
Image2

Raum­pla­nung als He­bel ge­gen die Woh­nungs­kri­se

Ber­lin­gen hat ei­ne neue Me­tho­de der In­ter­es­sen­ab­wä­gung ent­wi­ckelt: ei­ne Ana­ly­se des Orts­bilds als Grund­la­ge, um die wert­vol­le Bau­kul­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die In­nen­ent­wick­lung vor­an­zu­brin­gen. Nun steht die Ver­an­ke­rung in der Orts­pla­nung an.

Von  Rahel Lämmler
260708 Gutesbauen 02 260527 GBO2603 4559 MAX

Nach dem Rück­tritt von Pe­ter Jans: Das Ren­nen um den va­kan­ten Stadt­rats­sitz ist er­öff­net

SP-Mann Pe­ter Jans tritt En­de Ju­ni 2027 aus der St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung zu­rück. In sei­ner Par­tei star­tet die Su­che nach ei­ner Nach­fol­ge mit ei­nem kla­ren Fa­vo­ri­ten. Bei den Bür­ger­li­chen sind Schmie­de für ei­ne gros­se Al­li­anz ge­fragt.

Von  Reto Voneschen
Offizielles bild stadtrat 2021 Bild PD Ueli Steinbgruber

Ein Tau­mel von Grün

Im Bo­ta­ni­schen Gar­ten St.Gal­len geht es ab nächs­ten Sams­tag wun­der­sam zu und her: Künst­ler:in­nen aus ver­schie­de­nen Spar­ten la­den zum sze­ni­schen Rund­gang un­ter dem Ti­tel In der Däm­me­rung wächst ein Flüs­tern. Ein Pro­ben­be­such.

Von  Peter Surber
Daemmerung Prates de Matos 4

In den Wald hin­ein

Der Dra­ma­ti­ker An­dre­as Sau­ter liest am 27. Au­gust im Li­te­ra­tur­haus Thur­gau aus sei­nem un­fer­ti­gen Ma­nu­skript Ein­bruch der Wild­nis. Im Zen­trum des Werks steht die Fra­ge, was es für ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Wan­del braucht.

Von  Vera Zatti
IMG 9687 2

«Ich bin mir voll­kom­men fremd, wenn ich nicht schrei­be»

Die deut­sche Fil­me­ma­che­rin Re­gi­na Schil­ling bringt zum 100. Ge­burts­tag von In­ge­borg Bach­mann Je­mand, der ein­mal ich war ins Ki­no. Der Do­ku­men­tar­film ver­knüpft gross­ar­ti­ge Ar­chiv­auf­nah­men mit fik­tio­na­len Sze­nen aus dem letz­ten Le­bens­jahr der Dich­te­rin zu ei­nem zu­gäng­li­chen Plot.

Von  Eva Bachmann
Ingeborg Bachmann Still 01 Elliott Kreyenberg 1920x1080 jpg

Zu Be­such in der El-Hi­da­je-Mo­schee 

Die SVP macht seit Wo­chen Stim­mung ge­gen die ge­plan­te neue Mo­schee der al­ba­nisch-is­la­mi­schen Ge­mein­schaft El-Hi­da­je in St.Gal­len. An­läss­lich ei­nes öf­fent­li­chen Rund­gangs der SP stell­ten die Ver­ant­wort­li­chen das Pro­jekt vor – und räum­ten mit vie­len Vor­ur­tei­len auf.

Von  David Gadze
El hidaje rundgang david gadze

Ein le­ben für die Kunst

Jim Di­ne ge­hört zu den be­deu­tends­ten zeit­ge­nös­si­schen Künst­ler:in­nen. Seit ein paar Jah­ren er­schafft er sei­ne Skulp­tu­ren vor­nehm­lich im Sit­ter­tal. In die Kunst­gies­se­rei ver­lieb­te sich der Pop-Art-Pio­nier bei sei­nem ers­ten Be­such vor fast 20 Jah­ren.

Von  David Gadze
260708 Jim Dime Florin Roeoesli DSC6138