Ganz lapidar kommt der Titel für die Ausstellung daher: «Willkommen in der Kamera». Es wird sich wohl um eine Fotoausstellung handeln, denkt sich der interessierte Kunstbeflissene. Ob sichs lohnt? Zeigen der oder die Künstler diesmal etwas anderes als das Gewöhnliche? Geht es wieder mal um eine Ego-Show vom Mount Everest? Tierportraits? Landscapes?
Sujet ist das Publikum
Um mit einer Fotoausstellung Publikum anzulocken, muss man sich etwas Spezielles einfallen lassen. So dachten sich das auch die kleine junge Galerie Fafou in Oberuzwil und die Kunstschaffenden Frau Edixa aus St.Georgen und Urs Sohmer aus Uzwil. Sie schleppten nicht Dutzende von Fotografien in die Galerie, sondern knipsen sie in der Galerie und lassen sie nach der Ausstellung wegtragen.
Die Fotografen vor den ersten Negativabzügen: Urs Sohmer und Daniela Eigenmann (Frau Edixa).
Zudem lädt die Versuchsanordnung der Ausstellung das Pulikum ein, sich mit der Funktionsweise der analogen Fotografie und ihrer Arbeitsweise zu beschäftigen. Vor der Kamera wird das Modell – die Besuchenden der Ausstellung – abgelichtet. Im Balg hinter der Linse wird in einem zweiten, vollständig abgedunkelten Raum, das Bild gemacht.
(Illustration Daniel Bosshart)
Was hier drin geschieht, wurde einst als «camera obscura» bezeichnet. Was daran obskur scheint, ist eine einfache Sache: Im Brennpunkt der Projektion (bei 890 Millimeter) wird das Bild durch optische Gesetze auf den Kopf gestellt und auf Fotopapier an der Rückwand geworfen. Das belichtete Papier wird dann von Frau Edixa und Urs Sohmer vom Künstlerkollektiv SLAK vor den Augen der Zuschauenden entwickelt, fixiert und verfestigt.
Bis 23. Februar, Sa und So 16 bis 20 Uhr, Finissage: So 23. Februar, 18 Uhr, Galerie Fafou, Oberuzwil fafou.ch, slak.ch
Vernissage statt Finissage
Die Fotografie wird im ersten Arbeitsgang als Negativ produziert. Diese Negative in der Grösse 40 x 50 Zentimeter werden laufend in die Ausstellung gehängt. Erst im nächsten Arbeitsgang werden die Negative durch ein Abzugsverfahren zum Positiv, dann kann der Gast sein Portrait glücklich nach Hause tragen.
Das Modell erscheint verkehrt auf dem Fotopapier.
An der Finissage – eigentlich die Vernissage, da die Ausstellung erst am Schluss vollständig ist – werden alle Fotografien dem Publikum gezeigt. Und da die Galeriebetreiber schon zur Eröffnung keine Bilder in die Ausstellung schleppen mussten, müssen sie, weil das Publikum ihnen dabei die Arbeit abnimmt, auch keine Bilder aus der Ausstellung tragen. Genial, eigentlich. Dazwischen aber hat der oder die Galeriebesucherin etwas gelernt, nämlich: wie analoge Fototechnik funktioniert. Die digitale Technik werden wir sowieso nie kapieren.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.