Rote Linien ziehen sich über den Schnee auf der Sömmerliwiese im Lachenquartier. Die Mitglieder der IG Sömmerliwiese haben den Schnee besprüht. Sie wollten damit aufzeigen, wie die Wiese aussieht, wenn die Stadt dort ihren zweigeschossigen Tageshort gebaut haben wird, sagt Mariann Baschnonga an der Medienkonferenz der IG.
Mit den Bewohnern «machen, was man will»
Ein Fünftel der Grünfläche würde dadurch verloren gehen. Das will die IG mit ihrer Initiative «Grünflache erhalten – kein überdimensionierter Tageshort auf der Sömmerliwiese» verhindern, über die am 12. Februar abgestimmt wird. «Die Stadt hat uns versichert, dass die Kinder am kleinen Hang im hinteren Teil der Wiese trotz des Neubaus werden schlitteln können. Aber jetzt sehen wir, dass sich mitten auf dem Hang eine Hausecke befindet», sagt Markus Mauchle, Quartierbewohner und Mitglied des Initiativkomitees.
Die IG auf der grünen (aktuell weissen) Wiese (v.l.n.r.): Markus Mauchle, Fred Kurer, Robert Schmid und Mariann Baschnonga.
Das Komitee hatte sich vor zwei Jahren als Reaktion auf die Pläne der Stadt gegründet. Der IG geht es aber nicht nur um die Kinder und Bewohner aus dem Quartier, sondern auch ums Prinzip und um Solidarität. «Die Stadt hat offensichtlich Geld und das Ziel, die Grünflächen möglichst überall zuzudecken», sagt Robert Schmid, Präsident des Naturschutzvereins Stadt St.Gallen und Umgebung (NVS), der die Initiative unterstützt. «Die Lachen gelten noch immer als Arbeiterquartier. Daher kommt wohl das Denken, dass man mit den Bewohnern hier machen kann, was man will, und der Glaube, dass ihr Aufschrei ungehört verhallt.» Was im Lachenquartier gerade geschehe, sei das Gegenteil von Partizipation.
Die IG setzt darauf, dass ihre Initiative viele Ja-Stimmen aus den anderen Quartieren bekommen wird. Denn überall auf Stadtgebiet gibt es Grünflächen, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Einige Beispiele sind die Spielwiesen beim Schulhaus Grossacker, beim Schulhaus Schoren, an der Lehnstrasse, beim Schulhaus Hof, beim Schulhaus Kreuzbühl, an der Gerhardtstrasse im Riethüsli und in St. Georgen Bach. «Die Bewohner der verschiedenen Quartiere müssen zusammenhalten», sagt Mauchle.
Dasselbe schon mal in London erlebt
Die IG bestreitet nicht, dass es einen neuen Hort für die Schulkinder braucht. Allerdings kritisiert sie, dass die Stadt den Hort der Schule Feldli und der Schule Schönenwegen auf der Sömmerliwiese zusammenlegen will, statt am jeweiligen Standort eine Lösung zu finden. Im neuen Hort soll es Platz für 180 Kinder geben. Die Hälfte von ihnen müsste jeden Tag mehrmals die vielbefahrene Zürcherstrasse überqueren, um vom Schulhaus Schönenwegen zum Hort zu gelangen.
Standaktionen der IG Sömmerliwiese: am 14. und 21. Januar, jeweils von 10 bis 13 Uhr beim Vadian-Denkmal auf dem Marktplatz St.Gallen
Diesen Punkt kritisiert vor allem IG-Mitglied, Quartierbewohner und Schriftsteller Fred Kurer. 1936 in St. Gallen geboren, arbeitete er viele Jahre als Lehrer, unter anderem auch in London. «Ich wurde von Anfang an nie richtig schlau, was auf der Sömmerliwiese passiert», sagt er. «Mir war nur klar, es braucht anscheinend Tagesschulen und es pressiert.» Er glaube allerdings nicht, dass Zentralisieren die Lösung sei. Die Stadt verspreche durch den zusammengelegten Hort eine bessere Betreuung. Aber das Gegenteil sei der Fall.
«Ich weiss das aus meiner Zeit als Lehrer in London», sagt Kurer. Nachdem dort die Tagesbetreuung aus dem Schulhaus ausgegliedert worden sei, hätten sich für Schulkinder und Lehrpersonen wegen der langen Wege immer mehr Probleme und Stress ergeben. Als dann noch zwei Schüler auf der Hauptstrasse verunfallten, seien die Mittagstische wieder in jede einzelne Schule integriert worden.
Die ganze Fläche grün erhalten
Der Kompromiss, den die Stadt als Antwort auf die Initiative vorschlägt, ist für die IG keine Lösung. Die Stadt will einen Fünftel der Fläche für den Neubau des Horts nutzen und dafür die restlichen 80 Prozent von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen der Grünzone A zuteilen. Das Ziel der IG ist daher klar: Die gesamte Fläche der Sömmerliwiese soll der Grünzone A zugeteilt und der Neubau somit verhindert werden.
Das ist bestimmt auch im Sinne der Kindergärtler, die nach der Medienkonferenz zufällig über die Sömmerliwiese rennen. Auf die Frage, ob sie schlitteln gehen, antwortet die Lehrerin. «Nein, heute nicht. Aber gestern haben wir den ganzen Vormittag beim kleinen Hang verbracht.»
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.