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Roter Teppich und rote Linien

Vielstimmiges Yarvin-Debriefing im Square (von links): Medienforscher und Journalist Philipp Di Salvo, Juristin Raphaela Cueni,  Soziologin Paula Bialski, Historiker Caspar Hirschi, Ökonom Blagoy Blagoev, Amerikanistin Suzanne Enzerink (Moderation), Wirtschaftssoziologin Judith Ströhle, Ex-Symposiums-CEO Beat Ulrich, Amerikanistin Claudia Brühwiler sowie zwei Mitinitiant:innen des Offenen Briefs Maria Lassak und Filippo Pasquali. Trotz Einladung nicht teilgenommen hat HSG-Rektor Manuel Ammann, der sich beim Thema Yarvin schon zuvor rar gemacht hatte. Er liess sich im Publikum von Kommunikations-Co-Leiter Adrian Sulzer vertreten. (Bild: pd/Square)

Vielstimmiges Yarvin-Debriefing im Square (von links): Medienforscher und Journalist Philipp Di Salvo, Juristin Raphaela Cueni,  Soziologin Paula Bialski, Historiker Caspar Hirschi, Ökonom Blagoy Blagoev, Amerikanistin Suzanne Enzerink (Moderation), Wirtschaftssoziologin Judith Ströhle, Ex-Symposiums-CEO Beat Ulrich, Amerikanistin Claudia Brühwiler sowie zwei Mitinitiant:innen des Offenen Briefs Maria Lassak und Filippo Pasquali. Trotz Einladung nicht teilgenommen hat HSG-Rektor Manuel Ammann, der sich beim Thema Yarvin schon zuvor rar gemacht hatte. Er liess sich im Publikum von Kommunikations-Co-Leiter Adrian Sulzer vertreten. (Bild: pd/Square)

Der peinliche bis inhaltsleere Auftritt des Tech-Faschisten Curtis Yarvin hat die Berichterstattung über das diesjährige St.Gallen Symposium dominiert. Am Montag haben – vor allem geisteswissenschaftliche – Exponent:innen der HSG in einem öffentlichen Gespräch versucht, Yarvins langen Schatten zu verwedeln.

Auf dem Ver­an­stal­tungs­fly­er zur mon­tag­nach­mit­täg­li­chen Nach­be­rei­tung von Cur­tis Yar­vins Sym­po­si­um-Auf­tritt stand auch Gun­nar Haupt­manns Na­me. Doch der de­si­gnier­te CEO des St.Gal­len Sym­po­si­ums sag­te kurz­fris­tig ab, weil er ge­glaubt hat­te, die Ge­sprächs­run­de sei nicht öf­fent­lich. Dass sich das Sym­po­si­um öf­fent­lich zu­nächst kei­ne kri­ti­schen Fra­gen zu sei­nem höchst um­strit­te­nen Gast stel­len las­sen woll­te, sorg­te uni­in­tern für ei­ni­ges Stirn­run­zeln. Hat sich das Sym­po­si­um doch die «För­de­rung der De­bat­ten­kul­tur» auf die Fah­ne ge­schrie­ben.

Um wei­te­re all­fäl­li­ge Re­pu­ta­ti­ons­schä­den zu ver­mei­den, sprang Haupt­manns Vor­gän­ger ein: Beat Ul­rich, der das Sym­po­si­um von 2017 bis 2026 ge­lei­tet hat­te. Nach­dem er mehr­fach be­ton­te, wie dank­bar er für die­sen An­lass und für die Mög­lich­keit sei, öf­fent­lich Stel­lung be­zie­hen zu kön­nen, ver­such­te er zu er­klä­ren, wie es über­haupt zur Ein­la­dung des «Dark Lord of the In­ter­net Right» ge­kom­men war. Wer sich mit dem dis­rup­ti­ven Zeit­al­ter, in dem wir uns be­fin­den, be­fas­sen wol­le, müs­se sich auch zwangs­läu­fig mit den po­lit­kul­tu­rel­len Ent­wick­lun­gen be­schäf­ti­gen, die vom Si­li­con Val­ley aus­ge­hen und bis ins Weis­se Haus rei­chen.

Ge­mäss Ul­rich ha­be man dann ei­ne Short­list mit mög­li­chen Gäs­ten zu die­sem The­ma er­stellt, auf wel­cher auch Cur­tis Yar­vin fi­gu­rier­te. Schliess­lich ge­lang die Kon­takt­auf­nah­me. Man ha­be Yar­vin ge­gen­über stets trans­pa­rent of­fen­ge­legt, in wel­chem Rah­men Ge­sprä­che mit ihm statt­fin­den wür­den und dass man sei­ne Ideen sehr kri­tisch be­glei­ten und dis­ku­tie­ren wer­de. Yar­vin sag­te zu.

Yar­vin zeig­te sein wah­res Ich erst im in­of­fi­zi­el­len Teil

Den Rest ken­nen wir aus den Me­di­en: Sämt­li­che Ver­su­che, den Tech-Fa­schis­ten auf sei­ne poin­tier­tes­ten an­ti-de­mo­kra­ti­schen, an­ti-ega­li­tä­ren, ras­sis­ti­schen, men­schen­ver­ach­ten­den, Skla­ve­rei be­für­wor­ten­den Aus­sa­gen und ver­ba­len Un­flä­tig­kei­ten zu be­haf­ten und zur Dis­kus­si­on zu stel­len, schei­ter­ten. Yar­vin wich aus, gab sich be­tont cool, blieb freund­lich und ver­lor sich in kru­den his­to­ri­schen Theo­rien, kon­stru­ier­te halt­lo­se Zu­sam­men­hän­ge, war aus­ser Stan­de, ein paar strin­gen­te Ar­gu­men­te an­ein­an­der­zu­rei­hen. Der mög­li­cher­wei­se red­li­che Ver­such, Yar­vins Tech-Mon­ar­chie-Fan­ta­sien wis­sen­schaft­lich kri­tisch auf den Prüf­stand und al­so kon­se­quen­ter­wei­se in den Sen­kel zu stel­len, er­wie­sen sich als ve­ri­ta­bler Griff ins Klo. Ab­seits der Öf­fent­lich­keit, an ei­nem Din­ner in ei­ner Stu­di-WG für ge­la­de­ne Gäs­te, zeig­te er dann sein wah­res Ge­sicht. Nach­dem er ei­ne Per­son nach de­ren Her­kunfts­land be­frag­te, be­zeich­ne­te er die Be­woh­ner:in­nen je­nes Lan­des als Kan­ni­ba­len. Ein Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler, der an­we­send war, hat den Vor­fall spä­ter auf So­cial Me­dia be­kannt ge­macht. Das Sym­po­si­um sah sich zu ei­ner öf­fent­li­chen Ent­schul­di­gung ge­nö­tigt.

Nicht, dass man das al­les nicht hät­te vor­aus­ah­nen kön­nen. Su­zan­ne En­zer­ink, As­sis­tenz­pro­fes­so­rin für Ame­ri­can Stu­dies, mo­de­rier­te den An­lass am Mon­tag­nach­mit­tag. Sie be­müh­te sich in die­ser Rol­le sicht­lich um Neu­tra­li­tät, ih­re Un­ge­hal­ten­heit über Yar­vins Auf­tritt war den­noch deut­lich zu spü­ren. Man ha­be ganz ge­nau ge­wusst, wen man da ans Sym­po­si­um ein­la­de, sag­te sie ein­lei­tend. Und sie stell­te die Kern­fra­ge: Un­ter wel­chen Be­din­gun­gen kann ei­ne Ein­la­dung Yar­vins im Sin­ne ei­ner kon­struk­ti­ven De­bat­te sinn­voll sein? Es ge­he in die­ser Ge­sprächs­run­de nicht dar­um, Yar­vins In­hal­te zu er­grün­den, son­dern zu re­flek­tie­ren, ob es so et­was wie ro­te Li­ni­en gibt, die ei­ne Ein­la­dung ans Sym­po­si­um aus­schlies­se.

Viel­ge­schol­te­ne Brüh­wi­ler er­klärt sich

Un­ter an­de­rem nutz­te auch En­zer­in­ks Kol­le­gin, Clau­dia Brüh­wi­ler, die Platt­form. Die Ti­tu­lar­pro­fes­so­rin für ame­ri­ka­ni­sches po­li­ti­sches Den­ken und Kul­tur, die vom SRF ger­ne als USA-Ex­per­tin her­an­ge­zo­gen wird, hat ei­nes der bei­den Sym­po­si­um-Ge­sprä­che mit Yar­vin mo­de­riert. Sie konn­te am Mon­tag noch­mals klar­stel­len, dass sie Yar­vin nicht ein­ge­la­den hät­te, wie ihr et­wa SP-Schweiz-Prä­si­dent Céd­ric Wer­muth auf so­zia­len Me­di­en un­ter­stellt hat­te. Sie ha­be sich le­dig­lich be­reit er­klärt, ein kri­ti­sches Ge­spräch mit ihm zu füh­ren. Ob sie dies aus rein wis­sen­schaft­li­chem In­ter­es­se tat oder ob auch bei ihr auf­merk­sam­keits­öko­no­mi­sche Mo­ti­ve hin­ein­spiel­ten, muss an die­ser Stel­le of­fen­blei­ben. 

Den ro­ten Tep­pich aus­ge­rollt hat de­fi­ni­tiv nicht Brüh­wi­ler. Sie hat wirk­lich ver­sucht, aus ih­rer un­mög­li­chen Auf­ga­be das Bes­te zu ma­chen. Aber ei­nen Punkt müs­sen wir Wer­muth doch ge­ben, wenn er sich über die Über­ra­schung an der HSG über feh­len­den in­tel­lek­tu­el­len Tief­gang in Yar­vins Äus­se­run­gen lus­tig mach­te. Oder hat wirk­lich je­mand «strin­gent be­grün­de­ten Fa­schis­mus» er­war­tet?

Es gab am Mon­tag­nach­mit­tag vie­le kri­ti­sche Stim­men, so na­tür­lich aus den Rei­hen je­ner Stu­dent:in­nen, die den of­fe­nen Brief an die Uni­lei­tung ge­gen die Ein­la­dung Yar­vins lan­ciert und vor ei­ner «Nor­ma­li­sie­rung» ge­fähr­li­cher und men­schen­ver­ach­ten­der Ideo­lo­gien ge­warnt hat­ten. Auch der HSG-His­to­ri­ker Cas­par Hir­schi be­ton­te, dass je­mand, der kei­ne aka­de­mi­schen Min­dest­stan­dards ein­hal­ten und Fra­gen zu sei­nen ras­sis­ti­schen Theo­rien be­ant­wor­ten kön­ne, nichts an ei­ner De­bat­te im uni­ver­si­tä­ren Um­feld ver­lo­ren hät­te. Un­ge­ach­tet des­sen, dass das Sym­po­si­um nicht das­sel­be wie die HSG und im Grun­de kein aka­de­mi­scher An­lass sei.

«Busi­ness war nie apo­li­tisch oder amo­ra­lisch»

Pau­la Bi­al­ski, Pro­fes­so­rin für Di­gi­ta­le So­zio­lo­gie, ver­wies auf Par­al­le­len zwi­schen dem Soft­ware­ent­wick­ler Yar­vin und dem Halb­lei­ter-Phy­si­ker Wil­liam Shock­ley, der 1956 den No­bel­preis für die Mit­ent­de­ckung des Tran­sis­tor­ef­fekts er­hal­ten und da­mit das di­gi­ta­le Zeit­al­ter ein­ge­läu­tet hat­te, da­nach aber nur noch mit ras­sis­tisch-eu­ge­ni­schen Auf­sät­zen über Ge­ne­tik auf­fiel. Bei Yar­vin ge­be es ähn­li­che Mus­ter. Er pro­pa­gie­re wie vie­le Ver­tre­ter:in­nen der ra­di­ka­len Neu­en Rech­ten ei­ne «com­pu­ta­tio­na­lis­ti­sche Welt­sicht», wo­nach sich sämt­li­che Män­gel in ei­ner Ge­sell­schaft wie bei Com­pu­tern mit­tels Hard- und Soft­ware-Op­ti­mie­rung be­he­ben lies­sen. Po­li­tik wird als tech­ni­sches Steue­rungs­pro­blem ver­stan­den. Dass In­ge­nieu­re tech­no­lo­gisch klu­ge Köp­fe sei­en, be­deu­te noch lan­ge nicht, dass sie et­was von kul­tu­rel­len oder ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­hän­gen ver­stün­den, so Bi­al­ski. Ge­sell­schaf­ten lies­sen sich nicht «en­gi­nee­ren».

HSG-Me­di­en­for­scher und Jour­na­list Phil­ip Di Sal­vo se­kun­dier­te Bi­alskis Aus­füh­run­gen. Die Pres­se­frei­heit sei heu­te in den USA be­reits ex­trem un­ter Druck, was nicht zu­letzt auf die Ideen Yar­vins zu­rück­zu­füh­ren sei und auch von Po­li­ti­ker:in­nen wie Tech- und KI-Un­ter­neh­mer:in­nen aus des­sen Um­feld be­für­wor­tet wer­de. So et­wa vom Pa­lan­tir-Chef Alex Karp, des­sen kürz­lich er­schie­ne­nes Ma­ni­fest Die tech­no­lo­gi­sche Re­pu­blik als Blau­pau­se des Tech-Fa­schis­mus gilt. Und zu­recht ha­be der «New Yor­ker» Yar­vin als den «in­tel­lek­tu­el­len Quell­code der zwei­ten Trump-Ad­mi­nis­tra­ti­on» be­zeich­net. Via mäch­ti­ge Tech­kon­zer­ne wür­den sol­che tech-fa­schis­ti­sche Ideen auch ziem­lich ag­gres­siv in Eu­ro­pa ge­streut. Die gu­te Nach­richt sei laut Di Sal­vo, dass es Ge­gen­be­we­gun­gen ge­be, er­freu­li­cher­wei­se ge­ra­de auch in der Schweiz, wo es aus­ge­rech­net der frei­en Pres­se – na­ment­lich der «Re­pu­blik» – zu ver­dan­ken sei, dass der schwei­ze­ri­sche Si­cher­heits­ap­pa­rat nun et­was kri­ti­scher auf die Pa­lan­tir-Pro­duk­te und die Si­cher­heit schwei­ze­ri­scher Da­ten schaue.

Kri­ti­sche Ein­ord­nun­gen wa­ren aber nicht nur aus den Geis­tes­wis­sen­schaf­ten zu ver­neh­men. Bla­goy Bla­goev, als Lehr­stuhl­in­ha­ber für Or­ga­ni­sa­ti­on Teil der an der HSG ton­an­ge­ben­den School of Ma­nage­ment, be­ton­te die his­to­ri­sche Nä­he der Ge­schäfts­welt zum Fa­schis­mus. Wei­te Tei­le der In­dus­trie hät­ten sich auch in den 1930er-Jah­ren be­reit­wil­lig der neu­en Ord­nung un­ter­wor­fen, auch zur Wah­rung der ei­ge­nen ge­schäft­li­chen In­ter­es­sen. Im Ver­gleich zu da­mals kom­me dem Un­ter­neh­mer­tum heu­te al­ler­dings nicht mehr die op­por­tu­nis­ti­sche Ne­ben­rol­le zu, im Ge­gen­teil: Ei­ni­ge Tech-Un­ter­neh­mer:in­nen ver­stün­den sich heu­te als Avant­gar­de ei­ner neu­en au­to­ri­tä­ren po­li­ti­schen Kul­tur. Der neo­li­be­ra­le Vor­den­ker Mil­ton Fried­man, so Bla­goev, ha­be falsch ge­le­gen: Busi­ness und das Prin­zip der Ge­winn­ma­xi­mie­rung sind und wa­ren nie­mals apo­li­tisch oder amo­ra­lisch. In­so­fern kom­me ei­ner «busi­ness school» wie der HSG und ih­ren Busi­ness-Pro­fes­sor:in­nen ei­ne be­son­de­re Ver­ant­wor­tung bei der Aus­wahl ih­rer Gäs­te zu.

Falsch ver­stan­de­ne Mei­nungs­frei­heit

Es gab und gibt Stim­men an der HSG, die den Auf­tritt Yar­vins be­grüss(t)en. (Wenn man der Ad-hoc-Ab­stim­mung am ers­ten Yar­vin-Pa­nel glau­ben darf, wa­ren es nach des­sen Auf­tritt so­gar ein paar we­ni­ge mehr als da­vor.) Man müs­se Mei­nun­gen, die die ei­ge­nen de­mo­kra­ti­schen Grund­über­zeu­gun­gen auf den Prüf­stand stel­len, aus­hal­ten kön­nen, mein­te et­wa ein Stu­dent im Pu­bli­kum.

Der Phi­lo­so­phie­pro­fes­so­rin Chris­ti­ne Abbt ge­lang es mit Leich­tig­keit (und Rück­grif­fen auf Ar­bei­ten der bel­gi­schen Po­li­tik­theo­re­ti­ke­rin Chan­tal Mouf­fe), sol­che Be­grün­dun­gen als falsch ver­stan­de­ne Mei­nungs­frei­heit zu ent­lar­ven. Wer nicht ans Sym­po­si­um ein­ge­la­den wer­de, wer­de des­we­gen nicht dar­an ge­hin­dert, sei­ne Mei­nung frei zu äus­sern. Wer die Mei­nungs­frei­heit ver­tei­di­ge und an ei­ner le­ben­di­gen De­bat­te, die die De­mo­kra­tie letzt­lich stärkt, in­ter­es­siert sei, müs­se im Mi­ni­mum ei­ne Mei­nungs­plu­ra­li­tät ak­zep­tie­ren. Wer aber wie Yar­vin die­se Plu­ra­li­tät und freie Unis und freie Pres­se ex­pli­zit ab­lehnt, pro­fi­tie­re miss­bräuch­lich von der am Sym­po­si­um und an der HSG ge­bo­te­nen Mei­nungs­viel­falt. Hier den ro­ten Tep­pich aus­zu­rol­len und Spe­sen zu be­zah­len für ei­ne Per­son, die – wie es je­mand an­de­res for­mu­lier­te – of­fen­sicht­lich nur den «Troll» gab, sei falsch. Man müs­se sich un­be­dingt mit Yar­vins Ideen be­schäf­ti­gen, aber ihn ein­zu­la­den, da­zu be­stehe kei­ne Not­wen­dig­keit. Sei­ne Ideen sei­en hin­läng­lich be­kannt und öf­fent­lich zu­gäng­lich, sein Bei­trag zu ei­ner frei­heit­li­chen De­bat­te höchs­tens ein de­struk­ti­ver.

Ei­ne Stu­den­tin frag­te an an­de­rer Stel­le rhe­to­risch, ob man mit Yar­vins Ein­la­dung ver­sucht ha­be, ihn oder sei­ne An­hän­ger­schaft vom an­ti-de­mo­kra­ti­schen Den­ken ab­zu­brin­gen oder ob an­dern­falls die Bloss­stel­lung der «Witz­fi­gur» Yar­vin ein red­li­cher Grund für ei­ne Ein­la­dung ge­we­sen sei.

Zu­recht be­ton­te Mo­de­ra­to­rin Su­zan­ne En­zer­ink, man ste­cke jetzt mit­ten in der Auf­ar­bei­tung der gan­zen Ge­schich­te. Die Ge­sprächs­run­de sei erst der An­fang ge­we­sen. Ei­nig war man sich im Squa­re-Atri­um, dass die Fort­füh­rung of­fe­ner Ge­sprä­che Sinn macht. Und man hät­te ger­ne den ei­nen oder an­de­ren Aspekt der be­wusst kurz ge­hal­te­nen Vo­ten der Ge­sprächs­teil­neh­mer:in­nen ver­tieft. So war die­se in­ter­dis­zi­pli­när auf­ge­stell­te Ge­sprächs­run­de ver­mut­lich das Bes­te, was aus dem Auf­tritt Yar­vins am St.Gal­len Sym­po­si­um re­sul­tier­te.

Beat Ul­richs Schluss­scherz­chen, der Tep­pich, den man Yar­vin und den an­de­ren Sym­po­si­ums-Gäs­ten je­weils aus­rollt, sei im Üb­ri­gen blau, nicht rot, hat­te nach zwei in­ten­si­ven Ge­sprächs­stun­den auch ei­ne er­lö­sen­de Wir­kung. Er tat ihn viel­leicht auch im Wis­sen dar­um, dass künf­tig nicht mehr er für Fehl­be­set­zun­gen am Sym­po­si­um öf­fent­lich den Kopf hin­hal­ten muss.

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

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B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

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Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

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Musik am See

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Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

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Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

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