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Grenzen und Brüche auf der Bühne

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Eine halbe Million weniger von Kanton und Stadt – trotzdem machen Konzert und Theater St.Gallen vorläufig keine Abstriche beim Programm. Die Spielzeit 26/27 kündigt «Grenzgänge» an, sehr zeitgemässe insbesondere im Schauspiel.

350'000 Fran­ken we­ni­ger vom Kan­ton, 150'000 we­ni­ger von der Stadt: Die Spar­be­feh­le der Po­li­tik für Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len (KTSG) ga­ben an der Me­di­en­kon­fe­renz vom Frei­tag zum Spiel­plan zu re­den. Im Pro­gramm sind die ab Ja­nu­ar 2027 gel­ten­den Kür­zun­gen je­doch (noch) nicht sicht­bar, ob­wohl für den Be­trieb «ein­schnei­dend», wie Di­rek­tor Jan Hen­ric Bo­gen sagt – mehr da­zu im Kas­ten.

In­di­rekt zeugt vom Spar­druck al­len­falls die statt­li­che Rei­he von Wie­der­auf­nah­men er­folg­rei­cher Pro­duk­tio­nen der lau­fen­den Spiel­zeit, dar­un­ter das Mu­si­cal Hair, Dür­ren­matts Be­such der al­ten Da­me, Die Le­gen­de von Slee­py Hol­low oder der Tanz­abend Echos. 

Die Na­se vorn mit El­mi­ger

Ganz neu und nah an den Kon­flik­ten der Ge­gen­wart sind meh­re­re Pro­duk­tio­nen im Sprech­thea­ter. Al­len vor­an Die Hol­län­de­rin­nen: St.Gal­len konn­te sich die Schwei­zer Erst­auf­füh­rung des preis­ge­krön­ten Ro­mans der in Ap­pen­zell auf­ge­wach­se­nen Do­ro­thee El­mi­ger si­chern. Ex-Schau­spiel­di­rek­tor Jo­nas Knecht in­sze­niert, Pre­mie­re ist im No­vem­ber.

Sparmassnahmen: Es droht weiteres Ungemach

Zum «Grenz­gang» wird die Spiel­zeit 2026/27 für Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len (KTSG) auch in fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht. In ih­ren ak­tu­el­len Spar­run­den ha­ben Kan­ton und Stadt St.Gal­len an­ge­kün­digt, ab 2027 ih­re jähr­li­chen Bei­trä­ge um 350'000 resp. 150'000 Fran­ken – al­so ins­ge­samt 500'000 Fran­ken – zu re­du­zie­ren. KTSG si­gna­li­sie­ren Be­reit­schaft, in die­sem ers­ten Schritt die St.Gal­ler Spar­be­mü­hun­gen mit­zu­tra­gen und ih­ren Teil da­zu bei­zu­tra­gen. Su­san­ne Stein­bock, seit die­ser Spiel­zeit kauf­män­ni­sche Lei­te­rin von KTSG, er­läu­ter­te an der Me­di­en­kon­fe­renz, wie der Be­trieb die Bei­trags­kür­zun­gen auf­fan­gen will.

Bei der Qua­li­tät und beim Per­so­nal sol­len vor­erst kei­ne Ab­stri­che ge­macht wer­den. Die Sub­ven­ti­ons­kür­zung soll mit Mehr­ein­nah­men via er­höh­te Ti­cket­prei­se (in je­der Ka­te­go­rie um 5 Fran­ken bei Kon­zert, Schau­spiel und Tanz resp. 10 Fran­ken bei Mu­si­cals und bei den Fest­spie­len) und Ver­schlan­kung in­ter­ner Ab­läu­fe et­wa bei Ti­cke­ting und Buch­hal­tung auf­ge­fan­gen wer­de. Auf die Fra­ge von Sai­ten, ob ein Ab­bau beim Pro­gramm nicht die ehr­li­che­re und po­li­tisch sinn­vol­le­re Re­ak­ti­on auf die Spar­übun­gen von Stadt und Kan­ton wä­re, ant­wor­te­te In­ten­dant Jan Hen­ric Bo­gen: «Wir wol­len nicht das Pu­bli­kum und auch nicht uns sel­ber be­stra­fen.» Im Hin­blick auf die wei­te­ren an­ge­kün­dig­ten Spar­be­mü­hun­gen bei den Kan­to­nen deu­te­te Bo­gen an, man müs­se sich kurz­fris­tig wirt­schaft­lich be­trach­tet schon Ge­dan­ken zu ge­wis­sen Mit­mach- und Ju­gend­for­ma­ten ma­chen, auch wenn man es ver­mei­den wol­le. 

Der­weil droht aus dem Thur­gau wei­te­res Un­ge­mach. Dort kur­siert seit ei­ner ZHAW-Fi­nanz­stu­die, die die Re­gie­rung in Auf­trag ge­ge­ben hat, die Idee, dass der Thur­gau sei­nen Bei­trag über jähr­lich rund 1,6 Mil­lio­nen Fran­ken kom­plett strei­chen könn­te, weil er auf Frei­wil­lig­keit be­ruht. Bo­gen konn­te da­zu kei­ne wei­te­ren De­tails be­kannt­ge­ben, man sei aber in­ten­siv im Aus­tausch mit den St.Gal­ler Be­hör­den. Denn die Bei­trä­ge der Kan­to­ne Thur­gau und bei­der Ap­pen­zell wer­den nicht di­rekt an KTSG, son­dern zu­erst an den Kan­ton St.Gal­len über­wie­sen. Der Ver­teil­schlüs­sel un­ter den Kan­to­nen ist in ei­ner Ver­ein­ba­rung auf Re­gie­rungs­ebe­ne ge­re­gelt, die Bei­trags­hö­he an KTSG hin­ge­gen im kan­to­na­len Ge­setz. Die Hür­de, die­ses an­zu­pas­sen, ist al­so re­la­tiv hoch, al­ler­dings nicht un­über­wind­bar, wie sich in der St.Gal­ler Kan­tons­rats­de­bat­te ver­gan­ge­nen De­zem­ber ge­zeigt hat. (hrt)

Mit Mi­lo Rau gas­tiert ein wei­te­rer St.Gal­ler Thea­ter­ma­cher er­neut im Gros­sen Haus, mit ei­nem ein­ma­li­gen Gast­spiel (am 4. Ok­to­ber, vor­mer­ken!): Der Pro­zess Pe­li­cot ar­bei­tet mit rund 30 Spie­ler:in­nen, in­klu­si­ve Gäs­ten aus Po­li­tik und Jus­tiz, den Ver­ge­wal­ti­gungs­pro­zess ge­gen den Ehe­mann der Fran­zö­sin Gisè­le Pe­li­cot und 50 mit­an­ge­klag­te Ver­ge­wal­ti­ger auf. St.Gal­len ist ein­zi­ge Schwei­zer Tour­nee­sta­ti­on.

Als Re­ak­ti­on auf die Um­brü­che in der Ar­beits­welt kün­digt Schau­spiel­di­rek­to­rin Bar­ba­ra-Da­vid Brüesch Bras­sed Off an. Das Stück han­delt von der Kri­se im Nord­eng­land der 1990er-Jah­re, als zahl­rei­che Ze­chen schlos­sen und die Ar­bei­ter:in­nen ih­re Exis­tenz ver­lo­ren – aber nicht ih­re Mu­sik. Live mit da­bei ist die St.Gal­ler Li­ber­ty Brass Band, ver­spro­chen wird ei­ne so so­zi­al­kri­ti­sche wie mit­reis­sen­de Tra­gi­ko­mö­die. 

An ei­nen Wirt­schafts­um­bruch mit star­kem Ost­schweiz-Be­zug er­in­nert das Duo Aria­ne von Graf­fen­ried und Mar­tin Bie­ri in Die Bäu­me: Das Auf­trags­stück des Thea­ters St.Gal­len blen­det in die 1950er- bis 70er-Jah­re zu­rück, als schweiz­weit Mil­lio­nen von Hoch­stamm-Obst­bäu­men ge­fällt wur­den, im Na­men ei­ner ver­meint­lich fort­schritt­li­chen Land­wirt­schaft. Die Ur­auf­füh­rung in­sze­niert Bar­ba­ra-Da­vid Brüesch. 

Har­te Klas­si­ker­kost ver­spricht die Er­öff­nungs­pro­duk­ti­on im gros­sen Haus, Büch­ners Woy­zeck in der Re­gie von Co­rin­na von Rad. Fa­mi­li­en­kri­tisch wird es in Yas­mi­na Re­z­as Er­folgs­stück Der Gott des Ge­met­zels – ein Wunsch­stück des En­sem­bles. Als Fa­mi­li­en­stück kün­digt das Thea­ter ei­ne Ad­ap­ti­on von Mark Twa­ins Tom Sa­wy­er und Huck­le­ber­ry Finn an, aus­ser­dem für Kin­der ab 5 Jah­ren Das NEIN­horn, ein Stück um El­tern­erwar­tun­gen und kind­li­chen Wi­der­stand, ko­pro­du­ziert wie­der­um mit dem Ko­mik­thea­ter so­wie Mu­si­ker Ma­ri­us Tschir­ky. Ju­gend­li­che wer­den sich Fuck­ing fuck­ing schön vor­mer­ken, ei­ne Dra­ma­ti­sie­rung der Kurz­ge­schich­ten rund um «ers­te Ma­le» von Eva Rott­mann. Nicht weg­ge­spart wer­den auch die di­ver­sen nie­der­schwel­li­gen und par­ti­zi­pa­ti­ven For­ma­te der Pro­gramm­schie­nen «mit» und «jung».

Mu­si­ka­li­scher Blick in die USA

Im Mu­sik­thea­ter spie­geln sich ge­sell­schaft­li­che Grenz­zie­hun­gen in Su­san­nah von Car­l­is­le Floyd aus dem Jahr 1955. Den Best­sel­ler des US-ame­ri­ka­ni­schen Mu­sik­thea­ters di­ri­giert die schwe­di­sche Di­ri­gen­tin Ma­rit Strind­lund. Das Stück nimmt die an­ti­ke Ge­schich­te der nack­ten Su­san­na im Ba­de zum An­lass für ein kri­ti­sches Pan­ora­ma der eng­stir­ni­gen Mc­Car­thy-Ära.

Aus­ser­dem: Der neue Chef­di­ri­gent Pie­tro Riz­zo di­ri­giert Ros­si­nis Ce­neren­to­la, es in­sze­niert An­na Bern­reit­ner. Gu­ta Rau führt Re­gie in Hoff­manns Er­zäh­lun­gen von Jac­ques Of­fen­bach. Mit Hän­dels Al­ci­na kommt die Ba­rock­oper zum Zug, und schliess­lich bringt Mu­si­cal-Ko­ry­phäe Frank Wild­horn nach Ein­stein ein äl­te­res Werk mit Gru­sel­po­ten­ti­al, Jekyll & Hyde, nach St.Gal­len.

Die versammelte KTSG-Leitung (von links): Dramaturgin und Leiterin «jung» und «mit» Anja Horst, Schauspielleiterin Barbara-David Brüesch, der neue Chefdirigent Pietro Rizzo, Intendant und Leiter Musiktheater Jan Henric Bogen, Kaufmännische Leiterin Susanne Steinbock sowie Tanzchef Franz Fannar Pedersen. (Bild: hrt)

Die versammelte KTSG-Leitung (von links): Dramaturgin und Leiterin «jung» und «mit» Anja Horst, Schauspielleiterin Barbara-David Brüesch, der neue Chefdirigent Pietro Rizzo, Intendant und Leiter Musiktheater Jan Henric Bogen, Kaufmännische Leiterin Susanne Steinbock sowie Tanzchef Franz Fannar Pedersen. (Bild: hrt)

Tanz­chef Frank Fan­nar Pe­der­sen und sein Cho­reo­gra­fie-Part­ner Ja­vier Ro­dri­guez Co­bos la­den un­ter dem Ti­tel Pul­so zu ei­ner Fu­si­on von zeit­ge­nös­si­schem Tanz und Fla­men­co. Ho­fesh Shech­ter, is­rae­lisch-bri­ti­scher Cho­reo­graf mit St.Gal­ler Fan­club, bringt sein abend­fül­len­des Werk From Eng­land wi­th Love auf die gros­se Büh­ne, wo auch der Dop­pel-Tanz­abend Cre­scen­do pro­gram­miert ist. Und Mit­glie­der des Tanz­ensem­bles cho­reo­gra­fie­ren wie­der­um sel­ber un­ter dem Ti­tel He­art­space.

Schö­ne Göt­ter­fun­ken in der Ton­hal­le

Mehr­heit­lich si­che­re Wer­te nebst ei­ni­gen Trou­vail­len kün­digt Pie­tro Riz­zo für die Ton­hal­le an. Die zehn Sin­fo­nie­kon­zer­te brin­gen un­ter an­de­rem Beet­ho­vens Neun­te, un­ver­zicht­bar im Beet­ho­ven-Jahr, und des­sen 5. Kla­vier­kon­zert, Bachs Weih­nachts­ora­to­ri­um mit den Kan­ta­ten 1, 3 und 6, Men­dels­sohns Schot­ti­sche, Ber­li­oz’ Sym­pho­nie fan­tas­tique oder Mus­sorgs­kys un­ver­wüst­li­che Bil­der ei­ner Aus­stel­lung. Für Dvo­raks 9. Sin­fo­nie Aus der neu­en Welt span­nen das Sin­fo­nie­or­ches­ter und das Ju­gend­sin­fo­nie­or­ches­ter St.Gal­len zu­sam­men. 

So­lis­tisch tre­ten die St.Gal­ler Or­ches­ter­mit­glie­der Ri­car­do Gas­par in Bar­toks Brat­schen­kon­zert und Per­kus­sio­nist Ma­xi­mi­li­an Näscher in Le­via­than des neu­see­län­di­schen Kom­po­nis­ten John Psat­has her­vor. Für Ki­no­fans ver­neigt sich das Or­ches­ter vor Ni­no Ro­ta, mit La Stra­da und sei­nem Po­sau­nen­kon­zert (mit So­lis­tin Loui­se Pol­lock). 

Im Meis­ter­zy­klus gas­tie­ren klin­gen­de Na­men wie Cel­lis­tin Sol Ga­bet­ta, Pia­nis­tin Ga­brie­la Mon­te­ro, Flö­tis­tin Ma­ga­li Mos­ni­er mit ei­nem fran­zö­si­schen Pro­gramm, das Qua­tu­or Mo­di­glia­ni und ein Ba­rock­ensem­ble samt Sa­xo­fon. Ori­gi­nal ba­rock wird es in der Rei­he Sonn­tags um 5 mit dem St.Gal­ler En­sem­ble Lu­sing­an­do und Gam­benis­tin Va­nes­sa Hunt. Die Rei­he rückt zu­dem wie ge­wohnt wei­te­re Mit­glie­der des Or­ches­ters ins so­lis­ti­sche Ram­pen­licht.

Ausstellung

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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Das Glück, bei Pe­ter Kamm Stein zu sein

Bild­hau­er Pe­ter Kamm haut kei­ne Stei­ne mehr im Ate­lier. Trotz­dem ent­ste­hen neue Skulp­tu­ren, die ak­tu­ell in Steck­born zu se­hen sind. Wie geht das?

Von Ursula Badrutt,
Peter Kamm Kunst am Bau Erweiterungsbau Paedagogische Hochschule Kreuzlingen

Die Stick­ma­schi­ne steht still

In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

Von René Hornung,
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Nur das Jetzt zählt

Der Schwei­zer Fil­me­ma­cher Kas­par Ka­sics über­lässt in sei­nem neu­en Film Das un­end­li­che Jetzt Men­schen, die mit De­menz le­ben, die Büh­ne. Ein Ex­pe­ri­ment mit ei­nem aus­ser­ge­wöhn­li­chen Sto­rytel­ling, auf das es sich ein­zu­las­sen lohnt.

Von Vera Zatti,
Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights

Das Kro­ko­dil schnappt wie­der zu

Die Schwei­zer Rock­le­gen­den Kro­ko­dil ha­ben kürz­lich ihr neu­es Al­bum Bey­ond The Eye ver­öf­fent­licht. Ur-Kro­ko­dil Dü­de Dürst schwärmt von der En­er­gie der 2019 wie­der­be­leb­ten Band – und hat noch lan­ge nicht ge­nug. Am Frei­tag spie­len sie in der Gra­ben­hal­le.

Von Pius Frey und David Gadze,
Krokodil 2026 pd

24/7 Traumacore

Heat Girl Sum­mer

Von Mia Nägeli,

Kunst in Oberuzwil

Spu­ren der Hei­mat

Von Vera Zatti,
Dieses

Musik

Mehr als Jazz im Kult­bau

Von Richard Butz,
GP Trio MF90302 k

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von Philipp Bürkler,
Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von Philipp Bürkler,
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler