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Kulturjournalismus – eine kulturpolitische Notwendigkeit

Kulturvermittlung schlägt die Brücke zwischen Kunstschaffenden, Institutionen und Öffentlichkeit. Dabei geht es nicht nur um die Präsentation von Kunst, sondern um Verständnis, Reflexion und Partizipation. Ein Gastkommentar aus Basel.

(Bild: pd)

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In den letz­ten 30 Jah­ren hat die Ver­mitt­lung an Be­deu­tung ge­won­nen. Wäh­rend man da­vor da­von aus­ge­hen konn­te, dass ein Gross­teil des Pu­bli­kums Goe­the, Frisch oder Dür­ren­matt ge­le­sen hat­te, sind die bio­gra­fi­schen Rea­li­tä­ten heu­te he­te­ro­ge­ner. Dass un­se­re Häu­ser heu­te über das klas­si­sche bil­dungs­bür­ger­li­che Pu­bli­kum hin­aus al­le ge­sell­schaft­li­chen Schich­ten an­spre­chen, ist zu­recht Stan­dard. Eben­so selbst­ver­ständ­lich ist es, die kul­tu­rel­le Viel­falt, die Zu­ge­zo­ge­ne und Ein­ge­wan­der­te mit­ge­bracht ha­ben, in den Pro­gram­men zu be­rück­sich­ti­gen und die un­ter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven un­se­rer plu­ra­len Ge­sell­schaft im ei­ge­nen Ar­bei­ten ab­zu­bil­den. Al­le sol­len von För­der­mit­teln der Kul­tur pro­fi­tie­ren. Das ist rich­tig – aber nur mit gu­ter Ver­mitt­lung über­haupt erst mög­lich. Die­ser po­li­ti­sche Kon­sens hat die Kul­tur­ver­mitt­lung in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ge­stärkt.

Gleich­zei­tig je­doch ist das kri­ti­sche Ge­gen­über die­ses in­sti­tu­tio­nel­len Wir­kens zu­neh­mend ab­han­den­ge­kom­men. Wäh­rend Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen The­men nicht nur auf­grei­fen, son­dern die­se auch set­zen und den öf­fent­li­chen Dis­kurs zu ge­sell­schafts­re­le­van­ten Fra­gen prä­gen, wur­de und wird der Kul­tur­jour­na­lis­mus in vie­len Pu­bli­ka­tio­nen ab­ge­baut. Ja, er kommt uns ab­han­den. Mit ihm ver­schwin­den Re­fle­xi­on, kri­ti­sche Ein­ord­nung und das öf­fent­li­che Ver­han­deln der kul­tu­rel­len Pro­duk­ti­on und dem Wir­ken un­se­rer In­sti­tu­ti­on. Aus Dis­kurs ist längst Ein­weg­kom­mu­ni­ka­ti­on ge­wor­den – bes­ten­falls mit Re­so­nanz, meis­tens aber oh­ne. Dar­un­ter lei­den nicht zu­letzt un­se­re In­sti­tu­tio­nen.

An­ge­sichts der zen­tra­len Be­deu­tung des Kul­tur­jour­na­lis­mus für die Kul­tur­pro­duk­ti­on wie auch für den kul­tur­po­li­ti­schen und ge­sell­schaft­li­chen Dis­kurs er­staunt es, wie stief­müt­ter­lich die po­li­ti­sche De­bat­te über sei­ne För­de­rung ge­führt wird. Nicht we­ni­ger als der Ver­lust der Un­ab­hän­gig­keit und gar die Ge­fähr­dung der vier­ten Ge­walt wird be­schwo­ren, so­bald von staat­li­cher Un­ter­stüt­zung für Jour­na­lis­mus die Re­de ist. Als ob es die in­di­rek­te Pres­se­för­de­rung nicht längst gä­be. Und als ob nicht schon längst schlaue Köp­fe die For­mel des Ge­lin­gens ge­fun­den hät­ten. Zum Bei­spiel Ro­ger de Weck: «Staat­li­che För­de­rung be­stärkt die Staats­fer­ne und Frei­heit des Jour­na­lis­mus, so­fern ei­ne un­ab­hän­gi­ge För­der­instanz all­ge­mein­gül­ti­ge fes­te Re­geln an­wen­det.»

Der Re­gie­rungs­rat des Kan­tons Ba­sel-Stadt der­weil be­grün­de­te sei­ne Un­tä­tig­keit in der För­de­rung des Kul­tur­jour­na­lis­mus kürz­lich mit dem Feh­len ei­ner ge­setz­li­chen Grund­la­ge. Aus­ser­dem zeig­te auch er sich be­sorgt um die Un­ab­hän­gig­keit der Be­richt­erstat­tung, soll­te die­se staat­lich ge­för­dert wer­den. Hier lässt der Ein­wand be­son­ders auf­hor­chen! Denn was muss es für die Frei­heit der staat­lich fi­nan­zier­ten Kunst und Kul­tur be­deu­ten, wenn für den Re­gie­rungs­rat mit staat­li­chen Mit­teln zwangs­läu­fig der Ver­lust der Frei­heit ein­her­geht? Steu­ert er un­se­re Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen in­halt­lich? Wohl kaum!

Tat­säch­lich ist Kul­tur­jour­na­lis­mus selbst ei­ne Form der Kul­tur­ver­mitt­lung. Auch er schlägt die Brü­cke zwi­schen Kunst­schaf­fen­den, In­sti­tu­tio­nen und Öf­fent­lich­keit. Und er tut es un­ab­hän­gig. Das ba­sel-städ­ti­sche Kul­tur­för­der­ge­setz er­mög­licht in Ar­ti­kel 6 zu­min­dest im­pli­zit sei­ne För­de­rung. Man müss­te nur wol­len. Bleibt zu hof­fen, dass es nicht wei­te­re 30 Jah­re dau­ert, bis die kul­tur­po­li­ti­sche Not­wen­dig­keit des Kul­tur­jour­na­lis­mus an­er­kannt und sei­ne För­de­rung in den Kan­to­nen mehr­heits­fä­hig wird.

Jo­han­nes Sie­ber, 1975, ist Kul­tur­un­ter­neh­mer, Kul­tur­po­li­ti­ker und Mit­glied des Gros­sen Rats des Kan­tons Ba­sel-Stadt. Auf sei­ne par­la­men­ta­ri­sche In­itia­ti­ve hin er­ar­bei­tet der Re­gie­rungs­rat von Ba­sel-Stadt der­zeit ei­nen Vor­schlag für die kan­to­na­le För­de­rung des Jour­na­lis­mus.

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Bad­hüt­te Ror­schach: Re­kon­struk­ti­on bis zum Tür­schar­nier

Die Bau­plä­ne sind ge­zeich­net, das Bau­ge­such liegt zur Vor­prü­fung bei der Stadt – doch noch ist ei­ni­ges rund um den Wie­der­auf­bau der Ror­scha­cher Bad­hüt­te zu klä­ren. Was pas­siert zum Bei­spiel mit all den an­ge­ros­te­ten und teils ver­bo­ge­nen Schar­nie­ren, Schlös­sern und an­de­ren Ei­sen­tei­len, die die Tau­cher aus dem See her­auf­ge­bracht ha­ben?

Von  René Hornung
Badhuette rorschach

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Ein Pi­ra­ten­schiff am Bo­den­see­ufer

Das See-Burg­thea­ter macht aus sei­ner Pi­ra­tin­nen­ge­schich­te Die Le­gen­de von An­ne Bon­ny ein akro­ba­ti­sches Spek­ta­kel vom Feins­ten. Bei al­ler Som­mer­thea­ter-Leich­tig­keit hät­te man aber doch ein biss­chen mehr Eman­zi­pa­ti­ons­ge­schich­te er­war­tet.  

Von  Maria Schorpp
Piratencrew Bildnachweis Ilja Mess

Ei­ne ein­ma­li­ge Ge­burts­tags­par­ty

Zu sei­nem 20. Ge­burts­tag hat das Kul­tur­fes­ti­val am Wo­chen­en­de Bands aus St.Gal­len und der Re­gi­on zu ei­nem zwei­tä­gi­gen Kon­zert­fest ein­ge­la­den. Die­ses war so viel­fäl­tig wie ge­lun­gen – auch we­gen der Idee, Co­vers aus der Grün­dungs­zeit des Fes­ti­vals in die Sets ein­zu­bau­en. 

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Bregenzer Festspiele

Mehr als die See­büh­ne: Ent­de­ckun­gen an den Bre­gen­zer Fest­spie­len

Von  Nathalie Grand
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Seit elf Ta­gen be­fin­det sich Ve­lat Ay­din vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in St.Gal­len im Hun­ger­streik. Im Ge­spräch mit Sai­ten er­zählt der Kur­de, wo­her er kommt und wes­halb po­li­ti­scher Ak­ti­vis­mus so wich­tig ist.

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Sin­du­jan* lebt schon sein gan­zes Le­ben in der Schweiz. Die Ein­bür­ge­rung ist fast ab­ge­schlos­sen, war aber mit ho­hen Kos­ten und ei­nem un­an­ge­neh­men Ge­spräch ver­bun­den.

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Wer ist die ukrai­ni­sche Dia­spo­ra?

Von  Liliia Matviiv

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 2

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In der Kunst­ka­bi­ne bei der St.Le­on­hard-Brü­cke in St.Gal­len stel­len bis Sep­tem­ber vier Per­so­nen mit Be­ein­träch­ti­gung ih­re Kunst aus. Den An­fang macht Son­ja Lip­pu­ner mit ih­rer «Roll­stuhl­kunst».

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Die Kunst­gies­se­rei St.Gal­len und die Stif­tung Sit­ter­werk strah­len weit über die Re­gi­on hin­aus. Fe­lix Leh­ner, Grün­der und Lei­ter der Kunst­gies­se­rei, Ge­schäfts­lei­tungs­mit­glied Till Jäck­li so­wie Pa­tri­cia Hart­mann, Co-Lei­te­rin der Stif­tung Sit­ter­werk, spre­chen im In­ter­view über die letz­ten 40 Jah­re, ak­tu­el­le Her­aus­for­de­run­gen und Zu­kunfts­plä­ne.

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«Schwei­gen gibt der Ge­walt Raum»

Ge­schlech­ter­spe­zi­fi­sche Ge­walt ist auch in Ap­pen­zell Rea­li­tät, und doch wird zu we­nig dar­über ge­re­det. Mit der Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung «we­r­om – schwät­ze statt schwi­ige» lu­den drei jun­ge Ap­pen­zel­le­rin­nen zum of­fe­nen Aus­tausch über Ge­walt, Prä­ven­ti­on und Zi­vil­cou­ra­ge.

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Wenn Hei­mat flim­mert

Hei­mat – ein viel­schich­ti­ger Be­griff. Das Kunst­mu­se­um St.Gal­len spürt ihm ge­mein­sam mit der Werk­samm­lung der Schwei­ze­ri­schen Post nach. Zu se­hen ist die ent­stan­de­ne Schau «Hei­mat­flim­mern» bis En­de Ok­to­ber in St.Gal­len.

Von  Lisa Steurer
Ausstellungsansicht stian Stadler 1

Jung­brun­nen für den Dom

Die St.Gal­ler Fest­spie­le la­den, nach der letzt­jäh­ri­gen Pau­se, wie­der zum Tanz in die Ka­the­dra­le. Cho­reo­graf An­to­nio Ruz und die Tanz­kom­pa­nie neh­men den Raum mit Re­spekt in Be­schlag – samt dem Klos­ter­platz.

Von  Peter Surber
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Der «Landesverräter» war gern am Fluss

Ernst S. und die Sit­ter

Von  Roman Hertler
2502 Max Butz 05

Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 1

Bis zum En­de der Som­mer­fe­ri­en prä­sen­tiert Sai­ten wö­chent­lich Kul­tur­tipps aus der Re­gi­on. Teil 1: Open­air-Ki­nos, Bla­bla­bor – «Gue­ril­la Ra­dio», Mi­chail Pir­ge­lis – «HYLE», «Hei­mat­flim­mern», Kul­tur­fes­ti­val St.Gal­len, Le­on­ce und Le­na, Kunst­spa­zier­gän­ge und Mu­sik im «Flööz­li» so­wie Rund­gän­ge zum Blu­men­wies und zur Schwamm­stadt. 

Von  Redaktion Saiten
Noemi Pfister Happily Aging Dying