Kategorie
Autor:innen
Jahr

Gemeinsam in die Zukunft

Saiten und thurgaukultur.ch schaffen eine neue IT-Infrastruktur für einen einheitlichen Veranstaltungskalender.
Von  Redaktion Saiten , 
Philip Stuber von Saiten und Sarah Lüthy von thurgaukultur. (Bild: hrt)

Bislang ist es für Veranstalter:innen in der Ostschweiz mühsam, Informationen zu ihren Veranstaltungen breit zu streuen. Um eine gewisse Reichweite zu erreichen, müssen sie oft vier bis fünf verschiedene Veranstaltungsagenden befüllen, die alle auch meistens noch unterschiedliche Anforderungen an die Daten haben. Das kostet Zeit und manchmal auch Nerven.

Ein gemeinsames Projekt von Saiten und thurgaukultur.ch will das jetzt ändern. «Wir wollen es Veranstalter:innen vereinfachen, ihre Daten zu verbreiten», sagt Sarah Lüthy, Geschäftsführerin von thurgaukultur.ch. Die Hauptlast der Kosten von 350’000 Franken tragen die Kantone Thurgau (Transformationsprojekt 156’000 Franken) und St.Gallen (Lotteriefonds 130’000 Franken) sowie die Stadt St.Gallen (8000 Franken). Die Projektpartner Saiten und thurgaukultur.ch beteiligen sich mit je 20 Prozent ihres Kostenanteils an der Umsetzung.

Initialzündung für das Kooperationsprojekt «Minasa» (arabisch für Plattform) war die Pandemie. «Covid hat uns die Schwachstellen in unseren Systemen aufgezeigt und gleichzeitig verdeutlicht, dass es grossen Bedarf bei der zuverlässigen Weiterleitung und Weiterverbreitung von Veranstaltungsdaten gibt», ergänzt Philip Stuber, Co-Verlagsleiter von Saiten.

Eine weitere Erkenntnis, die die Pandemie vertieft hat: Kooperationen ergeben in ohnehin vernetzten Zeiten besonders viel Sinn. «Werfen mehrere Partner ihre Entwicklungsbudgets in einen gemeinsamen Topf, steht mehr Geld fürs Ganze zur Verfügung. Damit können Software und IT-Infrastruktur laufend weiterentwickelt werden», so Stuber. «Für uns ist diese Kooperation auch ein Signal: Sie zeigt, dass wir mehr Strahlkraft entwickeln können, wenn wir gemeinsam kantonsübergreifend etwas vorantreiben», betont Sarah Lüthy.

Das Ziel ist es, Kulturveranstaltungen ein grösseres Schaufenster zu geben, als es bislang möglich war. Über eine einheitliche und benutzerfreundliche Eingabemaske müssen Veranstalter:innen voraussichtlich ab 2023 ihre Daten dann nur noch einmal eingeben, damit sie an ganz verschiedenen Orten ausgespielt werden können. Um das möglich zu machen, müssen digitale Schnittstellen errichtet und die bisherige technische Infrastruktur modernisiert und ausgebaut werden – sowohl bei Saiten als auch bei thurgaukultur.ch.

Die Agenda von thurgaukultur

Der Saiten-Kalender

Beide Projektpartner denken zudem längst über ihre Zweierbeziehung hinaus. Von der neu zu entwickelnden IT-Infrastruktur sollen nicht nur Saiten und thurgaukultur.ch profitieren, auch andere Non-Profit-Kulturportale können teilhaben. Ziel ist es, eine IT-Infrastruktur zu schaffen, die neue oder bestehende Kulturvermittlungsprojekte gegen eine Gebühr nutzen können. So sollen neue Portale schneller starten können, ohne noch eine eigene Software entwickeln zu müssen. Sie bekommen stattdessen eine vielfach erprobte IT-Infrastruktur an die Hand und können sich sofort auf die Inhalte konzentrieren.

«Mehrere Partner werden einen jährlichen Beitrag in einen gemeinsamen Entwicklungstopf geben. Damit wird die allgemeine Instandhaltung und Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur ermöglicht. Während das Backend, also die Eingabeseite, vereinheitlicht wird, bleibt das Frontend, also das, was die Leser:innen letztendlich von den jeweiligen Websites sehen, individuell», erklärt Philip Stuber das Prinzip. Jedes Portal soll also seine eigene Wiedererkennbarkeit behalten. Wie hoch die Jahresbeiträge für neue Projektpartner sein werden, ist derzeit noch offen. Klar ist aber, dass weder Saiten noch thurgaukultur.ch mit dem Modell Profit machen wollen. Ziel sei es, dass sich das System am Ende selbst trage, betonen Stuber und Lüthy.

Entwickelt wird die neue IT-Infrastruktur auf Basis der bisherigen Software von thurgaukultur.ch. Diese wurde von dem Frauenfelder IT-Büro Kaden & Partner entwickelt. «Es ist unseres Wissens die einzige IT-Infrastruktur, welche es ermöglicht, redaktionelle Inhalte und eine Veranstaltungsdatenbank sowie ein Adressverzeichnis in einer gemeinsamen Anwendungsumgebung zu vereinen», erklärt Sarah Lüthy die Gründe für diese Entscheidung.

Zusätzlich wird für die Verwaltung der Schnittstellen und damit den automatisierten Import und Export von Veranstaltungsdaten die bisherige Software von Saiten weiterentwickelt. Somit erhält die bereits bestehende Drehscheibe für den Datenaustausch in der Ostschweiz sowie der ganzen Schweiz eine zentrale Rolle in der neuen Lösung.

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die IT-Infrastruktur bis Ende Oktober 2022 steht. Danach folgt eine Testphase, um das System in der Praxis auszuprobieren. Voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2023 können Veranstalter:innen dann mit dem neuen System arbeiten.

Non-Profit-Kulturportale und Kulturvermittlungsprojekte, die sich für die Softwarelösung «Minasa» interessieren, können sich bei Sarah Lüthy (sarah.luethy@thurgaukultur.ch) und Philip Stuber (stuber@saiten.ch) melden.

Text: Michael Lünstroth, thurgaukultur

Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
Bildschirmfoto 2026 10 19 um 15 34 04

Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
DSC09196

Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0505 max

Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
DSC02202 Kopie

Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
3 F1 A4812 web

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild