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Schüler:innen auf den Spuren Wiboradas

Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.

Laura Tura, 1998, ist Künstlerin und lebt in Mailand. Sie arbeitet hauptsächlich mit Fotografie. Dabei dienen oft Selbstporträts als Ausgangspunkt, die sie durch digitale Bearbeitung transformiert. Für diese Bildstrecke liess sie sich von der heiligen Wiborada inspirieren. Ihre Kompositionen zeigen den Körper als wörtliche, aber auch symbolische Schwelle zwischen innen und aussen, Isolation und Kontakt. Während die Porträts Intimität und Spannung erzeugen, stellt der Körper die menschlichen Gesten des Zurückziehens und des Zuhörens dar.

Laura Tura, 1998, ist Künstlerin und lebt in Mailand. Sie arbeitet hauptsächlich mit Fotografie. Dabei dienen oft Selbstporträts als Ausgangspunkt, die sie durch digitale Bearbeitung transformiert. Für diese Bildstrecke liess sie sich von der heiligen Wiborada inspirieren. Ihre Kompositionen zeigen den Körper als wörtliche, aber auch symbolische Schwelle zwischen innen und aussen, Isolation und Kontakt. Während die Porträts Intimität und Spannung erzeugen, stellt der Körper die menschlichen Gesten des Zurückziehens und des Zuhörens dar.

Ge­star­tet wird der Wi­bora­da-Pos­ten­lauf im Schul­zim­mer. Dort er­ar­bei­ten Schü­ler:in­nen zum Ein­stieg Wi­bora­das Le­ben an­hand von Bil­dern, Tex­ten, Rol­len­spie­len und Col­la­gen. Dann gehts aus dem Klas­sen­zim­mer in die Stadt St.Gal­len hin­aus – im­mer auf den Spu­ren der In­klu­sin, wel­che die Stadt vor der Zer­stö­rung be­wahrt hat. «Im Wi­bora­da-Gar­ten in St.Ge­or­gen, wo sie das Le­ben ei­ner In­klu­sin er­prob­te und zu­gleich ei­ner Ge­mein­schaft zu­ge­hö­rig war, über­le­gen sich die Schü­ler:in­nen, was für sie in­ner­halb ei­ner Ge­mein­schaft wich­tig ist», sagt die St.Gal­ler Leh­re­rin und Kunst­ver­mitt­le­rin An­na Beck-Wör­ner, die das Un­ter­richts­heft er­stellt hat.

Die nächs­te Sta­ti­on führt zum Mü­le­nen­schlucht­weg. «Wi­bora­da ent­schied sich für ei­nen aus­ser­ge­wöhn­li­chen Le­bens­weg – si­cher­lich aus heu­ti­ger Sicht.» Auf dem Spa­zier­gang durch die Schlucht er­hal­ten die Schü­ler:in­nen die Mög­lich­keit, über ih­re ei­ge­ne Le­bens­form nach­zu­den­ken: «Sie über­le­gen sich, wie sie heu­te le­ben und wie sie spä­ter ein­mal le­ben möch­ten, und fra­gen sich, was das Gu­te am Al­lein­sein ist oder sein könn­te. Da­bei set­zen sie ih­re Ideen, Wün­sche und Vor­stel­lun­gen in Be­zug zu Wi­bora­das Le­bens­form.» 

Wel­che Ob­jek­te pas­sen zu mir?

Wei­ter gehts in die Stifts­bi­blio­thek. Denn dank Wi­bora­das War­nung ha­ben die früh­mit­tel­al­ter­li­chen Schrif­ten den Un­garn­sturm von 926 un­be­scha­det über­stan­den. «Bis heu­te wird Wi­bora­da als Be­wah­re­rin des Klos­ters und als Pa­tro­nin von Ar­chi­ven und Bi­blio­the­ken ver­ehrt», so Beck-Wör­ner. «In der Stifts­bi­blio­thek se­hen die Schü­ler:in­nen, was für ein Schatz sich hier be­fin­det.»

Die nächs­te Sta­ti­on führt zur Sta­tue im Zen­trum des Wi­bora­da­brun­nens auf dem Wi­bor­ada­platz bei St.Man­gen. «Auf Ab­bil­dun­gen und Skulp­tu­ren hält sie je­weils ein Buch und ei­ne Hel­le­bar­de in ih­ren Hän­den.» Die Schü­ler:in­nen set­zen sich hier mit der Fra­ge aus­ein­an­der, wel­che Ob­jek­te zu ih­nen pas­sen könn­ten – ist es ein Fuss­ball, ei­ne Flö­te oder ein Buch? «Sie über­le­gen sich, wer sie sind und was sie aus­zeich­net.»

Wo er­hal­te ich Rat?

Ne­ben der Kir­che St.Man­gen be­fand sich einst Wi­bora­das Zel­le. «Aus ihr sprach sie mit der Be­völ­ke­rung und galt da­bei als ge­schätz­te Rat­ge­be­rin», sagt Beck-Wör­ner. Die Men­schen hät­ten ihr ver­traut und auf sie ge­hört. «An die­sem Pos­ten set­zen sich die Schü­ler:in­nen mit der Fra­ge aus­ein­an­der, wann sie Rat, Be­ra­tung und Un­ter­stüt­zung brau­chen und wel­che Men­schen sie in wel­chen Si­tua­tio­nen gut be­ra­ten und un­ter­stüt­zen kön­nen.»

Die letz­te Sta­ti­on führt zum Wi­bora­da­weg, der 2024 ein­ge­weih­ten Pas­se­rel­le, die St.Man­gen mit der Mül­ler-Fried­berg-Stras­se ver­bin­det. «Die­ser Ort dient als Sinn­bild für die Fra­ge: Was neh­men wir mit in un­ser Le­ben und in un­se­ren All­tag aus der Ge­schich­te und dem Le­ben von Wi­bora­da?», so Beck-Wör­ner.

Für die Au­torin des Un­ter­richts­hefts steht fest, dass Wi­bora­da ei­ne wich­ti­ge his­to­ri­sche Fi­gur dar­stellt und dass, nebst all den Ge­schich­ten über Män­ner, auch die Ge­schich­te die­ser wich­ti­gen Frau ge­hört wer­den soll. «Aus­ser­dem wird Wi­bora­da mehr­heit­lich im re­li­giö­sen Kon­text re­zi­piert. Ich woll­te sie aus der kirch­li­chen Ecke raus­ho­len und ei­nen Le­bens­welt­be­zug für Kin­der und Ju­gend­li­che schaf­fen.» Eben­so sei es ihr wich­tig auf­zu­zei­gen, wel­che Aus­wir­kun­gen Wi­bora­das Ta­ten und Ak­tio­nen für die heu­ti­ge Zeit ha­ben und was sie al­les für uns be­wahrt hat. «St.Gal­len könn­te auch St.Wi­bora­da heis­sen – denn sie hat un­se­re Schät­ze be­wahrt.»

Schwie­ri­ge The­men nicht aus­blen­den

In ih­rer Aus­ein­an­der­set­zung mit Wi­bora­da für den Schul­un­ter­richt ha­be sie aber auch im­mer wie­der Fra­ge­zei­chen ge­habt, sagt Beck-Wör­ner: «Wi­bora­das Ent­schei­dung, auf fast al­les zu ver­zich­ten, sich ein­schlies­sen zu las­sen, nicht zu flie­hen und schliess­lich ge­tö­tet zu wer­den – das ist ei­ne her­aus­for­dern­de Le­bens­ge­schich­te.» Auch gab es in Wi­bora­das Le­ben Pha­sen der Selbst­ver­let­zung. Solch schwie­ri­ge bio­gra­fi­sche Mo­men­te in den Un­ter­richt ein­zu­bau­en, war für Beck-Wör­ner ei­ne Her­aus­for­de­rung. «Doch es sind The­men, mit de­nen wir auch heu­te kon­fron­tiert wer­den.»

Mit ih­rem lehr­plan­kon­for­men Un­ter­richts­ma­te­ri­al will sie auch auf­zei­gen, dass ver­schie­de­ne Le­bens­for­men nicht nur frü­her exis­tier­ten, son­dern auch heu­te. Da­für loh­ne es sich, sich mit sich sel­ber und der Um­welt aus­ein­an­der­zu­set­zen – wie das Wi­bora­da ge­macht ha­be. «Rat ge­ben, Rat ho­len und in Kon­takt blei­ben – ich den­ke, dies­be­züg­lich kann Wi­bora­da ein Vor­bild für uns al­le sein.»

Das Lehr­mit­tel steht on­line zur Ver­fü­gung.

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0505 max

Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 12 43

Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
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Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max