Madeleine Herzog, was erwartet Sie in Zürich?
Die Aufgaben sind grundsätzlich ähnlich wie in St.Gallen – allerdings habe ich ein achtköpfiges Team. Auf diese Teamdynamik freue ich mich, ebenso darauf, eine andere Kulturlandschaft kennenzulernen. Nicht zu vergleichen sind die Dimensionen: Der Kanton Zürich hat ein Kulturbudget von rund 100 Millionen, und auch wenn ein grosser Anteil beim Opernhaus gebunden ist, bleibt doch viel Gestaltungsspielraum.
Was ist in den neun Jahren in St.Gallen geglückt?
Verglichen mit 2005 hat sich viel geändert. Erstens ist es uns gelungen, die kleineren und mittleren Institutionen zu konsolidieren: Lagerhaus, Kinok und so weiter können heute auf solider Grundlage arbeiten. Zweitens zu nennen ist die Museumsstrategie. Das neue Naturmuseum ist im Bau, das Historische und Völkerkundemuseum ist renoviert, fehlt noch der Umbau des Kunstmuseums – das hätte ich gerne noch begleitet. Und drittens ist die Bibliothek einen grossen Schritt vorwärtsgekommen. Zwar als Provisorium – aber das ist vielleicht der typische St.Galler Weg.
Provisorien statt grosse Würfe?
Die kleinen Würfe funktionieren besser, weil solche Initiativen in der Basis verankert sind. Das beste Beispiel dafür ist das Palace.
Trotz Palace fehlen weiterhin Kulturräume – das zeigt die Initiative für die Reithalle, über die wir im September abstimmen.
Es wird immer Bedarf für neue Räume geben, weil es immer neue Akteure gibt. In den letzten Jahren ist eine ganze Reihe privater Räume entstanden: Kult-Bau, Theater 111, Kaffeehaus, Oya, Buena Onda und so weiter. Das zeigt: Es sind Bedürfnisse da, und daraus entsteht Neues. Ein grosser Konzertsaal fehlt allerdings in der Stadt. Wie dringend er ist, kann man diskutieren. Angesichts der Finanzlage der Stadt halte ich einen solchen Saal für 800 oder mehr Leute nicht für prioritär. Der Betrieb muss ja auch finanzierbar sein.
Stichwort Spardruck: Ist die städtische Kulturförderung in Gefahr?
Nein. Die Kultur hat zwar auch ihren Anteil am Sparprogramm leisten müssen, aber mit rund 140000 Franken Einsparungen auf gesamthaft 16 Millionen sind wir glimpflich davon gekommen. Und ich bin zuversichtlich, dass es im Moment keine weiteren Sparaufträge gibt.
Mitte Juni hat der kulturpolitische Dokumentarfilm «A Little Mountain Village» über die Stadt St.Gallen Premiere. Was wünschen Sie dem kleinen Alpendorf für die kulturelle Zukunft?
Ich wünsche ihm, dass die Kulturszene ihre Lebendigkeit und Vielfalt behält, die sie in den letzten Jahren gehabt hat. Und wenn man schaut, was alles entstanden ist, dann habe ich auch keine Zweifel daran. Darüberhinaus wünsche ich mir, dass der letzte Mosaikstein in der Museumsstrategie gelingt: der Umbau des Kunstmuseums.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.