Hanna Johansen, Guy Krneta, Eleonore Frey – drei Schwergewichte der Deutschschweizer Gegenwartsliteratur stehen neben Dorothee Elmiger auf dem Podest, daneben Frédéric Pajak und Noëlle Revaz aus der Westschweiz sowie Claudia Quadri aus dem Tessin. Die Literaturpreise sind nicht zu verwechseln mit dem traditionell im Herbst vergebenen Schweizer Buchpreis (für den es Elmiger mit ihren beiden Romanen 2010 und 2014 jeweils in die Shortlist geschafft hatte).
Die Preise werden von einer Jury im Auftrag des Bundesamts für Kultur vergeben und sind mit je 25000 Franken dotiert sowie mit einer Lesereise und weiteren Vermittlungsangeboten verbunden. Es gibt sie erst seit drei Jahren – ähnliche «Awards» kannte bis dahin nur die Bildende Kunst. Verliehen werden sie am 19. Februar in der Nationalbibliothek in Bern von Bundesrat Alain Berset.
Vielstimmige Prosa
Die in Appenzell aufgewachsene Roman-Autorin und Saiten-Kolumnistin Dorothee Elmiger hat mit «Schlafgänger» einen anspruchsvollen vielstimmigen Text geschrieben, der mitten in unsere Gegenwart hinein spricht. Und den die NZZ treffend so auf den Punkt brachte: «Dorothee Elmiger verbindet gedankliche Schärfe mit politischem Bewusstsein, ohne je didaktisch zu sein. Und zeigt uns die Welt als jenes ‚komplizierte Gebäude’, von dem die Figuren immerzu sprechen.» Hier die Besprechung im Literaturclub des Schweizer Fernsehens.
Viel Beifall hat 2014 auch Eleonore Frey für «Unterwegs nach Ochotsk» erhalten. Zwei Generationen älter als Elmiger, hat sie ihrerseits eine stimmenreiche Fabel verfasst. Der Roman einer Kopfreise ins ferne Sibirien sei ein «Juwel», lobte wiederum die NZZ: «Wie Eleonore Frey die verschiedenen Figuren miteinander ins Spiel bringt und in deren Alltagsfilm immer wieder kleine Risse sichtbar werden lässt, ist ganz einfach meisterlich. Eine ganze Welt scheint dabei auf, vertrackt und einfach zugleich, jenseits von Klipp und Klar, und dafür braucht diese Erzählerin gerade einmal 124 Seiten.»
Sage mir, wo du schreibst…
Das Bundesamt für Kultur hat die sieben Preisgekrönten nicht nur fotografiert, sondern rückt zudem ihren Arbeitsplatz ins Bild. Unspektakulär, aber aufschlussreich – so herrscht bei Elmiger bemerkenswerte Ordnung und ein gradliniger Blick zum Fenster hinaus. Guy Krneta präsentiert sich als Clean-Desk-Publisher mit strenger Mineralwasser-Disziplin und ebenfalls striktem Fensterblick – während sich bei den Romands die Bücher und Papiere eher so stapeln, wie man sich gemeinhin die Schreibstube einer Autorin oder eines Autors vorstellt. Bei Hanna Johansen wiederum geben Zeitungen den Ton an:
Wer sich selber ein Bild machen will, was an diesen Tischen entstanden ist, hat dazu bei einer Vielzahl von Lesungen Gelegenheit, auch in der Ostschweiz. Guy Krneta, für sein Mundartbuch «Unger üs» preisgekrönt, liest und diskutiert an den St.Galler Literaturtagen Wortlaut Ende März. Vorher, am 26. Februar macht die Literaturpreis-Lesetour (u.a. mit Krneta und Johansen) Halt im Bodman-Haus in Gottlieben und am 5. März (mit Frey, Johansen und Krneta) im Raum für Literatur in St.Gallen, moderiert von Michael Guggenheimer. Dorothee Elmiger ist u.a. am 23. Februar in Bern oder am 10. März in Aarau zu hören.
Noch besser: die Bücher kaufen und lesen.
Infos zu den Literaturpreisen und Lesungen hier. Bilder: Sébastien Agnetti
Musik
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Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
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Offener Brief an die Bundespolitik
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Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
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