Einen Abend lang groovt heute Freitag die Lokremise St.Gallen – Urs C. Eigenmann lädt zum fünften Jazzin.
Der Anlass versteht sich als nationales Festival. Als Plattform für einheimische Musiker in den Stilen Swing, Funk, Soul und Acid-Jazz sei er schweizweit einzigartig, sagt Urs C.Eigenmann. Zweck sei es, den Status des einheimischen Schaffens zu würdigen und zu fördern, um dessen Akzeptanz zu verbessern. Ein Glück allerdings, dass es nicht nur um hehre Zwecke, sondern auch um Musik und um das Publikum geht.
Eigenmanns Stilvorlieben prägen die Ausrichtung. Free Jazz und Experimente bleiben im Hintergrund – die Vorankündigung für einen der drei Konzertteile deutet es an: «Hinreissende Musik mit dem gewissen Kick»… «Der Swing beflügelt, der Bossa Nova schmeichelt, die Balladen und der Blues beseelen». So wird in der Lokremise musikalisch eingelöst, was politisch im Gebiet Bahnhof Nord schmerzlich vermisst wird: (Quartier-)Groove.
Die Beschreibung vorhin galt «Rebecca & The Sophistocats». Dem Zürcher Quintett – «eine Dame, vier Gentlemen und eine grosse Leidenschaft» – wird Virtuosität, Spielfreude, Originalität und Witz attestiert. Sängerin Rebecca Spiteri wird von Thom Grüninger (keyboard), Lukas Gadola (alt- und tenorsax), Phil Ackermann (acoustic bass) und Thomas Bernold (drums) begleitet. Zuvor heizen die Tessiner «Final Step» um Bandleader Matteo Finali die Remise auf mit ihrem Fusion-Jazz zwischen Balkan und Nordafrika, Komposition und Improvisation. Den wirklichen «Final Step» machen dann Cannonsoul (Bild oben) mit Stücken der Saxlegende Cannonball Adderley. «Straight-Ahead Jazz auf höchstem Niveau» heisst die Affiche, mit Patrick Bianco (altsax), Johannes Walter (trumpet), Alessandro d’Episcopo (piano), Christoph Sprenger (acoustic bass) und Patrick Manzecchi (drums).
Das Jazzin hat seinen Platz in der Lokremise gefunden. Pikant – denn Initiant Eigenmann haderte kürzlich öffentlich mit der dortigen «Monopolsituation der PSG». Dass Gastronom Schiltknecht keine Fremdbewirtung zulasse und seine Crew an der Jazzin-Bar nicht mal das Mineralwasser selber anbieten dürfe, sei stossend für einen «Ort für die ganze vielschichtige Bürgerschaft».Urs C. Eigenmann wörtlich am 2. August im «Tagblatt»-Leserbrief: «Ich fordere die Stadt St.Gallen auf, diese sehr missliche Situation bei der Gastronomie in der Lokremise und beim Theater (Concerto) im Interesse der Steuerzahler gründlich zu überprüfen und dann auch entsprechend zu ändern. Oder Peter Schiltknecht soll einige Millionen beitragen, um sein Machtmonopol zu rechtfertigen.»
Der «Final Step» in dieser nicht musikalischen, sondern allgemein-städtischen Angelegenheit ist vielleicht doch noch nicht getan.
Freitag, 22. August, 19.30 Uhr, Lokremise St. Gallen. Infos: jazzin-st-gallen.ch
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?