Jetzt sind die Namen draussen: die Auserkorenen für das diesjährige «Heimspiel». St.Gallen, Thurgau, beide Appenzell, Vorarlberg und Liechtenstein spannen dafür alle drei Jahre zusammen. 53 Kunstschaffende oder Teams haben es geschafft, aus über 400 Eingaben. Eine bunte Mischung, sagt die Jury.
Viele kennt man, viele Arrivierte sind dabei, was für die Qualität ihres Schaffens spricht. Manche bekannte Namen fehlen – was wiederum für die Unabhängigkeit der Jury spricht. Und für welche Neuentdeckungen gehen die Heimspiel-Türen auf?
Ursula Badrutt, beim Amt für Kultur des Kantons St.Gallen mitverantwortlich für die Durchführung des Heimspiels, nennt ein paar Beispiele, die ihr persönlich aufgefallen sind: der junge Fotograf Sebastian Stadler, die Brüder Christoph und Markus Getzner aus Vorarlberg, das in Zürich tätige, aber mit St.Gallen verlinkte Kollektiv U5 – und nicht zu vergessen die Immerjungen: der unermüdliche Ernst Bonda, Jahrgang 1923, oder die Textilkünstlerin Johanna Nissen-Grosser, ebenfalls über 80.
In der Jury sassen diesmal der in Genf lebende Künstler Claudio Moser, die Zürcher Kuratorin Nadia Schneider und Winfried Nussbaummüller vom Kunstmuseum Bregenz: drei Fachleute von ausserhalb, die das Sagen hatten, unbekümmert um Kantons-, Frauen-, Alters- oder sonstige Quoten. «Die Jury sagt, wen sie will», betont Ursula Badrutt.
Und das sind die Namen: Roland Adlassnigg, Ingmar Alge, Joëlle Allet, Franz Amann, Ruben Aubrecht, Dieter Berke, David Berweger, Zora Berweger, Beni Bischof, André Bless, Michael Bodenmann, Ernst Bonda, Richard Bösch, Katalin Deér, Urs Eberle, Othmar Eder, Jon Etter, Marbod Fritsch, Marcus Geiger, Monica Germann Daniel Lorenzi, Christoph Getzner Markus Getzner, Rolf Graf, Alexander Hahn, Alex Hanimann, Barbara Hee, Thomas Hoor, huber.huber, Stefan Inauen, Peter Kamm, Aurelio Kopainig, Dominique Lämmli, Eric Lanz, Lutz&Guggisberg, Manon, Yves Mettler, Markus Müller, Caro Niederer, Johanna Nissen-Grosser, Marianne Rinderknecht, Patrick Rohner, Ilona Ruegg, Kilian Rüthemann, Christoph Rütimann, Karin Schwarzbek, Hans Schweizer, Francisco Sierra, Valentina Stieger, Peter Stoffel, Sebastian Stadler, Bernard Tagwerker, U5, Costa Vece und Christian Vetter.
Am 15. Dezember geht das Heimspiel los, dann kann die Auswahl diskutiert und in Frage gestellt werden.
Vorjuriert ist zeitgleich auch ein anderer, nationaler Wettbewerb: die Ausmarchung der «Hasen» für Architektur, Design und Landschaftsgestaltung, welche die Zeitschrift Hochparterre jeweils im Dezember vergibt. Die Vorauswahl ist jetzt online, die Ostschweiz ist nur sehr diskret vertreten.
Unter den 22 Architekturprojekten hat es einzig die Säntishalle in Arbon (Bild), ein Erweiterungsbau der Primarschule von Meier Hug Architekten, ins Finale geschafft. Im Landschaftswettbewerb gibt es zwei Ostschweizer Funde: die Aussengestaltung des neuen Bundesverwaltungsgerichts in St.Gallen und die Erweiterung der Anlage für muslimische Gräber in Winterthur. Die definitiven Hasen-Entscheide fallen am 4. Dezember.
Es war das Jahrzehnt der Kultur: In den 80ern kam die Stadt St.Gallen zu einer Kunsthalle, einem Programmkino, der Frauenbibliothek, der Grabenhalle, genossenschaftlichen Beizen und anderem. Wie das gelang und wer die Fäden zog, zeichnen Ralph Hug und Corinne Schatz im Buch Der grosse Aufbruch nach.
Das Filmdrama Fuori erzählt ein kurzes Kapitel der aussergewöhnlichen Lebensgeschichte italienischen Schriftstellerin, Schauspielerin und Widerstandskämpferin Goliarda Sapienza.
Mit verschreckten Securitys in einer bunten Inszenierung von Angelika Zacek präsentiert das Vorarlberger Landestheater in Bregenz Shakespeares Ein Sommernachtstraum.
Die St.Galler Festspiel-Oper spielt dieses Jahr im Haus statt auf dem Klosterplatz – ein Glücksfall für Verdis Aida, die menschlich und musikalisch in die Tiefe geht. Modestas Pitrenas dirigiert ein letztes Mal, Ben Baur inszeniert bildstark.
Im Werk 2 in Arbon dreht sich derzeit alles um Mythen. «Sehnsucht Mythos. Wie Geschichten unsere Welt gestalten» ist eine ästhetische Ausstellung, die mit ihrem sehr breiten Mythosbegriff arbeitet und vielfältige Geschichten unter einem Dach vereint.
Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.