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FCSG vs. FC Luzern 2:3 – Aus der Traum

Der FC St.Gallen verspielt die letzte Chance auf Platz 3. Fussball kann hässlich sein. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Von  SENF Kollektiv

FCSG – FC Luzern 2:3

Abpfiff – Der FCSG verliert gegen Luzern mit zwei zu drei. Wir sparen uns weitere Worte. Weil sie uns fehlen. Weil sie zu emotional wären.

Minute 93 – Es gibt derzeit viel Spektakel-Fussball zu sehen in der Arena. Ist ja im Grunde egal, wer gewinnt. Sutter nickt zufrieden.

Minute 92 – Der FCSG würde es derzeit auch schaffen, eine Wahl Putins zu verspielen.

Minute 91 – Ich hasse den Fussball dafür, dass ich ihn so liebe.

Minute 90 – Der Vollständigkeit halber tragen wir nach: Haggui hatte eine ausgezeichnete Chance. Natürlich gabs daraus kein Tor

Minute 88 – Der Luzerner Schulz, seines Zeichens Innenverteidiger, kann den Ball nach einer Ecke im St.Galler Strafraum seelenruhig annehmen. Ein Novum in der Geschichte des Fussballs. Sekunden später ist der Ball im Tor, zwei zu drei. Scheiss-Scheiss-Abend.

Minute 87 – Die derzeit häufigste Bewegung auf der Medientribüne: Flache Hand an Stirn.

Minute 84 – Barnetta mit der Waffe der Verzweifelten und Kraftlosen: dem Weitschuss. Das Spiel bleibt heldenlos.

Minute 82 – „Ez schiffets no“ – das meteorologische Äquivalent zur Gefühlslage.

Minute 81 – Ein St.Galler Tor und dieser Abend wäre plötzlich formidabel. Würde nochmals träumen lassen.

Minute 80 – Das kann gefühlt nur der FCSG. Innerhalb von knapp drei Monaten fünfmal in Serie zu gewinnen und viermal in Folge zu verlieren. Hoffnungen wecken, träumen lassen. Und all das, den Verdacht auf fussballerische Grösse so konsequent zu verspielen. Das kann gefühlt nur der FCSG. Mit den Gefühlen zu spielen.

Minute 78 – Sottoceneri-Experte R.Z. teilt derweil per Telefax mit: St.Margrethen verliert gegen Altstätten 2:5. „Da interessiert d’Leser sicher!“

Minute 77 – Haggui für King. Oder auch: Ein Wechsel als Sinnbild.

Minute 76 – Haggui kommt für King. R.S.: „Um Himmels Willen.“ Dem anschliessend ungläubigen Kopfschütteln fügt er an: „Not gegen Elend.“

Minute 75 – 14’026 sind heute hier zugegegen.

Minute 75 – Neben den „mir tut der kleine Finger weh, ich leg mich jetzt mal 5 Minuten hin und erwarte, dass der Gegner den Ball ins Aus spielt“-Spielern gibts noch eine zweite Spezies, die wir nicht ausstehen können, die „ich hab dummerweise gerade einen Krampf und muss mich sofort hinsetzen“-Spieler. Unerträglich.

Minute 73 – Die St.Galler Defensive wirkt weiterhin alles andere als sattelfest. Wir fühlen uns wie Nati-Fans, wenn Djouru in der Verteidigung steht. Sobald der Ball in die Nähe kommt, wirds heikel.

Minute 69 – Aratore und Tafer gehen runter, Kukuruzovic und Buess kommen ins Spiel. Wir weigern uns, mehr zu den Aufstellungen zu liefern. Der fehlenden Fachkompetenz und Motivation wegen.

Minute 68 – Ein aufmüpfiges Insekt ist gerade zwischen Leertaste und T aus dem Leben gerissen worden. Ruhe in Frieden.

Minute 67 – Wir haben beide gerade stillschweigend übereinstimmend festgestellt, dass unser Wohlbefinden in den nächsten Stunden, vielleicht sogar Tagen, direkt vom Ausgang dieser Partie abhängig ist.

Minute 65 – Ich gebs zu, ich wollte grad zu einer epischen Hass-Arie ansetzen. Erläutern, warum Fussball scheisse ist. Warum es eine Lebensprüfung ist, St.Gallen-Fan zu sein. Warum sich die Leistungen der Grün-Weissen gefühlt immer an die Tiefs des sonstigen Lebens angleichen. Und dann schiesst Sigurjonsson den Ball ins Tor. Das ist Fussball. Schön. Und leider vermutlich auch bald genug wieder hässlich. Hoffentlich nicht heute.

Minute 63 – Sigurjonsson gleicht aus. In aller Entschlossenheit verzichten wir auf eine Pointe und fühlen einzig: Hopp Sangalle!

Minute 60 – Luzern führt mit zwei zu eins, trifft nach einem Eckball. Scheissabend.

Minute 60 – Sie merken es an Minute 55 und 59: R.S. und R.S. tragen viel emotionalen Ballast mit sich.

Minute 59 – Seoane fuchtelt bedeutungsschwanger herum, gibt Anweisungen. Ich mag sie einfach nicht, diese Trainer, die sich grösser machen als sie sind. Die ihren eigenen Einfluss verkennen und dem Zuschauer suggerieren, dass Laufwege aufwändig konstruierte Gemälde oder mathematisches Geschick sind. Dabei ist es Fussball. Unvorhersehbarkeit. Und deshalb schön. Guardiolaeskes Korrigieren ist ein Unding des heutigen Fussballs. Puh.

Minute 57 – Eine Seltenheit heute im Spiel des FCSG: Eine schöne Kombination führt zu einer Chance. Leider wird nichts draus.

Minute 55 – Es gibt ja wenig, was uns wirklich aus der Fassung bringt. Aber diese elenden „mir tut der kleine Finger weh, ich leg mich jetzt mal 5 Minuten hin und erwarte, dass der Gegner den Ball ins Aus spielt“-Spieler sind das grösste Übel des Fussballs.

Minute 54 – Weiter ruppig hier. Anrempeln wie die Unmenschen, die in Bus oder Zug eilen, ohne erst die Menschen aussteigen zu lassen. Ich, immer. Dann glücklich.

Minute 52 – Achtes Bier, hungrig nach Passiv-Joint-Erfahrung, Rückkehr von existenziellen Selbstzweifeln und der festen Überzeugung gerade Arsene Wenger auf der Haupttribüne gesichtet zu haben. BLICK? Ja, lest ihr mit?

Minute 50 – Mit vier Bier durch die Presseplätze des Stadions gleiten und all die teils verachtenden, teils neidischen Blicke aufsaugen.

Minute 48 – Es geht ruppig los. Gleich zwei St.Galler werden im Vorwärtsgang gelegt. Das Resultat: 1x Freistoss, 1x Gelb.

Minute 46 – Halbzeit Zwei läuft.

Pause – Der FCSG verspielt die Führung, verteidigt mittlerweile dilettantisch, das Bier neigt sich dem Ende zu, die unverhoffte Kälte der Frühlingsnacht hält Einzug. Es spricht derzeit nicht viel für einen gelungenen Abend. Sehne mich nach der zweiten Staffel von GZSZ, Jessica und einer lauwarmen M-Budget-Lasagne, die das Ablaufdatum erst vor zwei Tagen überschritten hat.

Minute 43 – Luzern ist mittlerweile überlegen. Schürpf schiesst einen St.Galler aus aussichtsreicher Position im Strafraum an. Der eigentlich offensichtliche Eckball wird den Gästen aber verwehrt. Mentor R.S. mit einem ehrlich glücklichen Lachen, wie ich es bei ihm noch nie gesehen habe. Danke, Fussball!

Minute 41 – Gasser Cédric springt unter dem Ball durch, Luzern kommt zur Chance, reklamiert anschliessend ein Handspiel. Schiri Klossner ist anderer Meinung.

Minute 40 – Barnetta wird gefoult, steht auf, sieht Aratore lossprinten, führt schnell aus. Aratore kommt auch mit dem Kopf an den Ball, bleibt aber zu unpräzise.

Minute 37 – Die Blauen gleichen aus. Schürpf lenkt eine Flanke mit dem Kopf ins Tor. Probleme sind so gross, wie sie sich anfühlen. Jetzt: Weltschmerz.

Minute 35 – Nachdem R.S. zweimal mit den Schultern zuckt, antwortet er etwas gleichgültig: „En Blaue.“ Also, ein Luzerner hat aufs Tor geschossen. Der Ball wird abgelenkt, Stojanovic entschärft diesen anspruchsvollen Ball bravourös.

Minute 33 – An dieser Stelle sei erwähnt: Auch Vokuhila-Boro trägt keine Lackschuhe. Aber er hat sich auch schon seines Vestons entledigt. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt: Fragen Sie nie im Herren-Globus nach einem „Tschoppe“, das kommt nicht gut an. Haben wir gehört.

Minute 31 – Mentor R.S. mit einem tiefen, tiefen Seufzer, der alles verteufelt auf dieser Welt. Liebe, Hass, Menschen, Arbeit, Freizeit, die Existenz überhaupt.

Minute 30 – Seoanes pseudo-adretter H&M-Anzug soll weltmännisch wirken, doch die Sneakers entlarven den Hochzeitsapéro des Cousins in irgendeinem Innerschweizer Kaff. Sie, ach, du – ich bin R.S., freut mich – , stellst fest: es läuft derzeit nicht viel auf dem Platz.

Minute 29 – MSN, das ICQ der Digital Natives. Ja, liebe Leserinnen und Leser, sie haben nun das „O-o“ im Ohr, dass der ICQ-Messenger jeweils von sich gab.

Minute 28 – Ein Korrigendum zu Minute 23: Sottoceneri-Experte ist R.Z. natürlich. Mi scusi.

Minute 26 – Irgendein Luzerner flankt, worauf irgendein Luzerner in Richtung St.Galler Tor köpft. Stojanovic entschärft den gefährlichen Kopfball trotz vorhergegangenem Abseitspfiff herausragend. Erinnerungen an den Turnunterricht, als Simona. H. zuschaute und ich mit völlig deplatzierter Motivation gegen die Erstklässler brillierte. Und sie: antworte nie auf MSN.

Minute 23 – R.Z. – älteren Leserinnen und Lesern bekannt als Sopraceneri-Experte – äussert sich derweil vom Fussballplatz St.Margrethen (unser Beileid, nebenbei): „Da ‚blau ond wiis send oisi Farbe‘ vo dä Luzerner isch ä furchtbars Lied.“ Wir stimmen zu. Das Mittelland unter den Fanliedern. Leider muss man aber auch sagen, dass die Luzerner ganz ordentlich Lärm machen. So viel Objektivität liegt grade noch drin.

Minute 22 – Seoane trägt Anzug und Sneakers. Dinge, die besser zusammenpassen: Bill Kaulitz und Heidi Klum, Detailhandel und Lebensfreude, Ananas und Pizza.

Minute 20 – „Siebtes Bier? Wo bisch denn du gsi vorher?“, frage ich R.S. ganz entsetzt. „Schuel gha“, kommt zurück. Hach, die Schulzeit…

Minute 18 – Gefühlt, und das schreibe ich hier nach dem siebten Bier, zwischenzeitlich existenziellen Selbstzweifeln und passivem Jointrauchen von vor zwei Stunden, hat St.Gallen unter Kuzmanovic offensiv tatsächlich mehr Lösungen parat. Mal kommen sie über aussen, mal übers Zentrum. Die Spieler scheinen kombinationssicherer. Aber defensiv wirkt der FCSG eben auch etwas anfälliger. Bisher scheint das aber aufzugehen.

Minute 17 – TOR! 1:0, Sigurjonsson. Für ein starkes Europa! En marche!

Minute 16 – Eine gute Chance führt zu einem Eckball für St.Gallen. Dieser wiederum führt zu einem Foul an einem St.Galler. Penalty.

Minute 15 – Gasser Cédric mit einem unnötigen Ballverlust. Auch der heraneilende Barnetta kann das nicht ausmerzen. Aber immerhin legt er Lustenberger mustergültig.

Minute 11 – King verlädt einen Luzerner mit dem Selbstverständnis eines Andrea Pirlo. Ich klatsche kurz einmal in die Hände, werde mir meines journalistischen Auftrages bewusst, stoppe abrupt, halte kurz inne, lache, klatsche dann vehementer. Dann fleht das Bier vorwurfsvoll: „Trink mich.“

Minute 8 – Barnetta darf heute übrigens wieder offensiver ran. Auf der rechten Aussenverteidigerposition spielt heute Cédric Gasser. Beim U21-Spiel letzte Woche meinte der heute nicht anwesende R.S. zu ihm, er hätte die Erscheinung eines Schwingers. Für die nötige Härte sorgt heute also Gasser Cédric.

Minute 5 – „Schüüüüüss!“, fordert das Stadion. Tschernegg gehorcht dieser Aufforderung. Sein Abschluss prallt aber an einer blauen Wade ab. Schade.

Minute 2 – Wittwer geht zu Boden und ergrätscht sich den Ball gegen einen Luzerner, obwohl er das Spielgerät auch stehend hätte unter Kontrolle bringen können. Diese unangebrachte Härte, dieser Hang zum Drama, ja, diese stete Unausgeglichenheit in den kleinsten Entscheidungen. Ich erkenne mich. Diese Grätsche. Spiegelbild meines Charakters. Grätsche, ich bin du. Du bist ich.

Minute 1 – Das Spiel läuft.

19.58 Uhr – Ein, nun ja, „Journalist“ vom hiesigen Radiosender fragte mich eben, ob ich ein gutes Gefühl habe. Bevor ich in Tränen ausbreche und ihm von meinem verstorbenen Hamster und den unsäglichen Verlustängsten erzähle, schaffe ich es gerade noch, den Smalltalk-Modus einzuschalten. Nicke einige nichtssagende Kommentare („chunnt scho guet“) und trage selbst inhaltsleere Floskeln („wär wichtig, s erste Goal z schüsse“) zum Gelingen der Konversation bei.

19.57 Uhr – Die Jungs von Toxic.fm sind nicht nur zurück, sie bringen sogar schon vor Spielbeginn Bier. R.S. ganz lapidar: „Diä erchaufet sich än Itrag im Ticker.“ Möglich, trotzdem danke.

19.53 Uhr – Eben traf ich im Presseraum auf Mentor R.S., den Kopf schüttelnd. Ich mit aller zusammengekratzten Empathie etwas lustlos fragend: „Wa isch los?“ R.S. mit der Siegesgewissheit der Gleichgültigen: „Menschen.“ Und gerade deshalb mag ich ihn. Flüchtiges Lächeln. Heimkommen.

19.45 Uhr – Noch eine gute Nachricht: Die Adrenalin-Jungs von Toxic.fm sind wieder aufgetaucht.

19.40 Uhr – Hallo und herzlich Willkommen zum SENF-Ticker. Die gute Nachricht vorne weg: Heute ist der 9. Mai. Sie können nun problemlos ihr Saisonabo verlängern, ohne Gefahr zu laufen, dazu ein Andreas Gabalier-Ticket zu erhalten. Sollten Sie nicht verlängern, sondern ein neues Abo kaufen wollen: Warten Sie noch bis nach dem 26. Mai.
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