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FCSG vs. GC – 3:1 – St.Gallen schlägt GC und festigt Rang 4.

Doppelschlag St.Gallen. Aus 1:1 mach 3:1 innert kürzester Zeit. Somit verbleibt St.Gallen auf Rang 4. Der Sieg ist nicht unverdient, obwohl die Espen teilweise zu passiv spielten.
Von  SENF Kollektiv

FCSG – GC: 3:1

Abpfiff – Der FCSG schlägt den GCZ mit 3:1 und macht aus diesem kalten und tristen Sonntagnachmittag ein wunderbares Erlebnis. Yakin bezieht seine erste Niederlage in dieser Saison. Eine Niederlage, die nicht unverdient ist. St.Gallen hat in den entscheidenden Augenblicken die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir wünschen einen schönen Abend.

Minute 90 – Goooooool für dä FC Sanggallä. Barnetta trifft während Muri an der Linie graue Haare kriegt. Wunderschön ist es hier. Und immer noch kalt.

Minute 87 – Starkes Zeichen von Coach Contini an die Gäste: Er bringt King für Aratore. Was dieses mauern bringt hat Zinnbauer mehrfach bewiesen. Die Jungs von toxic.fm scheinen dies auch bemerkt zu haben. Sie rufen aus wie ein Wald voller Affen. In Gossau mehren sich die Anrufe von besorgten Bürgern.

Minute 85 – 2:1 für den FC St.Gallen! Buess schiebt im Fünfmeterraum aus. Keine Pointe, einfach schön.

Minute 82 – Erneutes Kopfkino – leicht bekleidete Sambatänzerinnen, Sonnenschein, weisse Sandstrände, Palmen und Karneval. Ein Blick aufs Spielfeld wirft mich jäh aus meinen Träumen. Auf dem Feld steht Taipi, nicht Caipi. Schade.

Minute 80 – Gut zehn Minuten noch. GC’s Ambition, hier in Führung zu gehen, ist derzeit mit etwas mehr Vehemenz ausgestattet als auf Seiten der Gastgeber. Grundsätzlich ist aber bei beiden Mannschaften im zweiten Durchgang ein Kreativitätsdefizit auszumachen.

Minute 77 – Ich weiss, gewagt, aber ich lege mich fest: Wer hier das nächste Tor erzielt, geht 2:1 in Führung.

Minute 76 – Ein bisschen Werbung muss auch sein: Dieser Ticker wird präsentiert von der neuen Ausgabe des Saiten Kulturmagazins. Es geht um Fussball. Chömed Sie, chaufet Sie!

Minute 74 – Grün-Weiss hat hier allmählich wieder das Kommando übernommen. Vorne wirft sich Roman Buess ähnlich beherzt in die Zweikämpfe wie ich in der Dorfdisco, wenn das Bier soweit gewirkt hat, dass sämtliche Frauen Topmodels ähneln.

Minute 72 – Schiri Bieri geht heute übrigens sparsam mit seinem Freistosslinienabstandsmarkierspray um, Halloween steht vor der Tür. „Süsses oder Freistosslinienabstandsmarkierspray“ ist bei Bieris seit Generationen ein beliebter Halloween Brauch.

Minute 71 – Kollege R.S. jetzt wie im Rausch. Eine Tastenanschlagskadenz wie sonst nur wenige Stunden vor Abgabe einer Schularbeit.

Minute 70 – Meine Leber hat noch einen Nachtrag zu Minute 67: Sie ist froh, dass es sich nicht um Europapokal handelt, so hat sie auch was vom Bier.

Minute 67 – Europapokalfeeling in St.Gallen. Flutlicht und Gästefans mit Gesängen in einer uns unsympathischen unverständlichen Sprache. Vom Feeling her haben wir ein gutes Gefühl.

Minute 65 – Die Partie gibt derzeit nicht allzu viel her, weshalb wir unser journalistisches Gewissen bereinigen und die Startaufstellung der St.Galler bringen: Lopar – Wittwer, Karin Hagi, Hefti, Lüchinger – Tschernegg – Aratore, Aleksic, Kukuruzovic, Tafer (irgendwann Barnetta) – Buess.

Minute 64 – Tschernegg wird bei einem kurzem, einem Foul geschuldeten Unterbruch mit einer Trinkflasche versorgt. Nimmt einen üppigen Schluck vom Chai Latte mit Ingwer-Tomaten-Curry-Karton-Geschmack und weiter geht’s.

Minute 61 – 12’909 optimistisch gezählte Zuschauer wohnen diesem Spektakel bei. Dem Rest sei gesagt: Sie verpassen nichts, wenn Sie nicht vor Ort sind. Sie gehören schliesslich zu den Lesern des besten Livetickers der Welt. Eine gute Wahl.

Minute 59 – Der Liveticker beweist sportliche Polyvalenz. Kollege R.S. weiss: „Federer hat den ersten Satz verloren.“ Dabei ist der erste Satz ja so wichtig. Dort muss man den Leser mitnehmen, Spannung erzeugen.

Minute 58 – Tafer verlässt die Spielwiese, Barnetta ersetzt ihn.

Minute 57 – Überall stehen sie im Weg, die rechten Pfosten. In Deutschland, im Kybunpark.

Minute 55 – Ich, R.S., schüttle verwundert den Kopf aufgrund der Gedankengänge des anderen R.S., während Tschernegg seinen Schuss vom Pfosten abgewehrt sieht.

Minute 53 – Ich nehme mir die Freiheit, den grossen deutschen Poeten Fler zu zitieren. Weil es gerade so gut passt. Aus seinem lyrischen Meisterwerk „Clubbanger“:

Ich kann verstehen, dass du mich hasst, es tut mir leid Partner
Denn jetzt ist dein Mädchen im BMW der Beifahrer

Minute 51 – Irgendwie scheint sich beim Heimteam der Schlendrian breit zu machen. Die Fehlpässe mehren sich. Eigentlich verwunderlich, hat St.Gallen doch seit 1879 Zeit gehabt um zu üben. Aber wir müssen uns wohl nochmals gedulden. Alles wird gut.

Minute 48 – Kollege R.S. ist um Harmonie bemüht, betreibt Smalltalk: „Isch so chalt, dass mo bald wieder es Öfeli bruched.“ Endlich, sage ich mir, können wir beim Tickern zum obligaten Bier noch einen Joint ziehen. #lifegoals

Minute 46 – Die zweite Halbzeit läuft. Die Mannschaften aus St.Gallen und Niederhasli stehen“glaubs“ in unveränderter Formation auf dem Feld.

Pause – R.S. ist derweil im Bauch der Haupttribüne verschwunden. Wussten Sie, dass es da drin schön warm ist? So teuer wie die Tickets hier anscheinend sind, muss man den Leuten was bieten. Nur spektakulärer Fussball und Titel en masse reichen da nicht. Eine Heizung im Winter ist das Mindeste, was Herr und Frau Haupttribüne erwarten.

Pause – Nassim Ben Khalifa verzaubert derweil via Stadion-TV die Fans mit seinem charmanten Akzent. Wenn ich die Augen schliesse schweben in meinem Kopf Bilder von Lavendelfeldern vorbei, der Geruch von frischen Croissants macht sich breit und in meinen Ohren höre ich das unverkennbare Geräusch, wenn eine gute Flasche Bordeaux geöffnet wird. Dann erinnere ich mich, dass er ja gar kein Franzose ist und ich ihn mit Yannis Tafer verwechselt habe. Schade.

Pause – Der erste Durchgang ist durch, 1:1 steht es. Continis Mannschaft spielt das bisher beachtlich gut. Kollege R.S. blickt derweil verträumt in die Ferne, nimmt einen Schluck Bier und ein kindliches Lächeln macht sich in seinem Gesicht breit. Das Leben  kann so schön sein.

Minute 45 – Das boulevardeske Ich lächelt schelmisch und murmelt dann: „Flopar.“ Ein kleiner Blick ins „journalistische“ Abgründe.

Minute 43 – 1:1, Lopar mit einem unglaublichen Pass in den Lauf von irgend einem Zürcher. Nicht mal Messi hätte das besser gekonnt.

Minute 39 – Aus dem Augenwinkel mache ich aus, dass Tafer am Boden liegt. Begleitet wird der Vorgang von ziellosem Geschrei und unkontrolliertem Gestikulieren. Ich stehe auf Verdacht mal auf, bediene mich dem Fluchwörter-Baukasten und hebe drohend den Zeigefinger. Der Senf-Liveticker, gewohnt unabhängig und unparteiisch.

Minute 36 – Während sich R.S. über nackte Haut freut, überlege ich, R.S., mir nochmals ein Bier zu holen. Seelennahrung hilft bei diesen kalten Temperaturen unglaublich viel.

Minute 35 – Probleme mit den Temperaturen habe ich, R.S., nicht. Dank Leserin P.S., die mir eben einen Snap schickte, der sich durch viel sichtbare Haut auszeichnete. Die Temperaturen sind nun etwas erträglicher.

Minute 33 – Der Vorteil dieser kalten Temperaturen: Das Bier wird nicht warm. Und unsere Spieler müssen rennen, um nicht zu (er)frieren.

Minute 31 – Der blonde Doumbia liegt mit Schmerzen am Boden. Etwas scheint ihm weh zu tun. Wohl seine Haarfarbe.

Minute 28 – „Dä, wo mol bi Barça gspielt het“ zieht aus 18 Metern ab und zwingt Daniel Lopar zu einer Daniel-Lopar-Gedächtnisparade. Sieht also unbeholfen aus, klappt aber aus irgendwelchen Gründen. Der anschliessende GC-Corner bringt nichts ein, ausgenommen etwas Futter für unsere Statistik-Abteilung.

Minute 26 – Nicolas Lüchinger erinnert mich ja immer an mich an Grümpelis. Ausgestattet mit einer überdurchschnittlichen Grundaggressivität, stets gewillt, das rustikale Tackling dem eleganten Ablaufen vorzuziehen. Mein Lieblingsspieler derzeit beim FCSG.

Minute 22 – Wir verkleiden uns kurz, ist schliesslich Halloween, und geben uns als seriöse Journalisten aus: Grün-Weiss zeigt hier eine vorzügliche Startphase. Tschernegg bestimmt umsichtig das Tempo und verfügt über ein feines Gespür, wann eine Tempoverschärfung aussichtsreich ist. Weiter vorne weiss Aleksic zu gefallen, er ist initiierend unterwegs, ist bei vielen Offensivaktionen federführend. Die meisten St.Galler Ballbesitzphasen führen bis nah an den Zürcher Strafraum.

Minute 19 – Heute tickern übrigens R.S. und R.S. – R.S. gönnt sich eine schöpferische Auszeit und trinkt viel Bier an einem besseren Ort als dieser trostlosen, gottverlassenen Medientrübüne.

Minute 17 – Noch etwas fürs Geschichtsbuch, liebe Leser: Nie zuvor hat der FC St.Gallen an einem 29. Oktober 2017 ein Tor erzielt. Danke an die 51-köpfige Abteilung Statistik unseres Medienhauses, die uns mit solch bemerkenswerten Informationen versorgt.

Minute 14 – Wir haben beim Materialwart des FCSG noch betreffend den Stollen von Tscherneggs Schuhen nachgefragt. Diese sind übrigens in einer Fair-Trade zertifizierten Werkstätte von glücklichen Schnitzern gefertigt worden. Das Holz stammt aus biologischem Anbau.

Minute 10 – Im defensiven Mittelfeld feiert Peter Tschernegg sein Liga-Comeback in der Startelf. Zieht hier bislang lässig die Fäden. Trägt hipsterschen Pferdeschwanz, einen Fjällräven-Rucksack und Vans-Schuhe, in die er liebevoll einige Stollen geschlagen hat.

Minute 6 – Aleksic hat 30 Meter zentral vor dem Tor etwa so viel Platz wie ich gestern in der Dorfdisco, fünf Minuten nach dem ich mir naiv denke, es wäre eine gute Idee, jetzt zu tanzen. Er nutzt die freien 20 Quadratmeter und nimmt Mass. Der Ball schlägt rechts unten ein – 1:0 für den FC St.Gallen.

Minute 5 – Bereits nach knapp fünf Minuten stellen wir erfreut fest: Bis jetzt ist das Gebotene um vier Gegentore besser als gegen Lausanne.

Minute 3 – Freistoss für St.Gallen – R.S. meint „schribsch ämol Goal“. War zu optimistisch.

Minute 2 – Feststellung: Lopar ist der 23.-beste Techniker auf dem Platz.

Minute 1 – Das Spiel läuft. Kein Leckerbissen bisher.

15 Uhr 57 – Immer wieder sonntags mit dem Senf-Liveticker. Bier? Check! Zigaretten? Check! Kater? Check! Selbsthass nach übermotivierter, unangebracht zweideutiger Nachricht an Steffi um ein Uhr morgens? Check! Kann losgehen.

15 Uhr 56 – Wir haben unsere Plätze soeben eingenommen und frieren schon. Scheiss Winter…
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