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Gibt es doch freistehende Stände für ständigen Markt?

Das Mitwirkungsverfahren für die Neugestaltung von Marktplatz und Bohl ist abgeschlossen. Die Stadt untersucht nun nochmal, wie der ständige Markt ausgestaltet sein soll. Freistehende Stände sind doch denkbar.
Von  David Gadze
Neue Grosszügigkeit: Visualisierung des Siegerprojekts mit dem Titel «Vadian». (Bild: pd)

Bei der Neugestaltung von Marktplatz und Bohl hat der Stadtrat die nächste Hürde genommen: Er hat den Bericht zur öffentlichen Mitwirkung verabschiedet. Die Bevölkerung konnte sich von Mitte Mai bis Mitte Juni 2022 zum Vorprojekt für die Neugestaltung äussern. Dabei seien insgesamt 267 Eingaben von 35 Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen eingegangen, sagte Baudirektor Markus Buschor am Donnerstag an der Medienorientierung. Verschiedene Anpassungsvorschläge würden nun geprüft und allenfalls in die weitere Planung übernommen.

Wenig überraschend zeigte sich in der öffentlichen Mitwirkung, dass die grösste Knacknuss immer noch die Frage nach der Ausgestaltung des ständigen Marktes ist. Die Stadt wird sich in den kommenden Wochen nochmal mit den Markthändler:innen zusammensetzen, um – zum wiederholten Mal – zu erörtern, wie dieser aussehen soll. Der Widerstand der Markthändler:innen gegen die beiden Pavillons mit fixen Marktständen ist ungebrochen, auch aufgrund der zu erwartenden Mietkosten, die deutlich höher sein dürften als heute.

Anpassungen rechtlich noch möglich 

In einem Variantenstudium soll nun noch einmal untersucht werden, welche anderen Ideen möglich und sinnvoll wären. Eine davon sei, dass es eine Kombination aus Pavillon(s) und freistehenden Marktständen gebe, sagte Buschor. Ausserdem soll das Zusammenspiel von ständigem Markt und periodischen Märkten verbessert werden.

Der Stadtrat habe im Herbst 2022 ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Dieses sollte aufzeigen, inwieweit der Stadtrat überhaupt auf die Anliegen aus dem Mitwirkungsverfahren eingehen und die Ausgestaltung des Marktplatzes noch anpassen kann, ohne der vom Stimmvolk angenommenen Vorlage zum Rahmenkredit zu widersprechen. Das Rechtsgutachten komme zum Schluss, dass Anpassungen bei den Bauten und beim Betrieb des ständigen Marktes im Ermessen des Stadtrats lägen, sagte Buschor.

Rondelle muss definitiv weichen

Die von den Markthändler:innen geforderte Kurzparkzone wird es hingegen definitiv nicht geben. Der Stadtrat halte am vorgesehenen Verkehrsregime fest und wolle Marktplatz und Bohl möglichst autofrei halten, betonte Stadträtin Sonja Lüthi (Direktion Soziales und Sicherheit). Ein zentrales Anliegen sei, dass es dort eine Begegnungszone gebe. Ausserdem gebe es in Gehdistanz genügend andere Parkiermöglichkeiten. Untersucht wird hingegen, ob es den Markthändler:innen erlaubt sein soll, ihre Fahrzeuge dort abzustellen, um die Anlieferung der Waren besser abzuwickeln und die Stände einfacher mit frischen Waren. Die Anlieferung für die übrigen Geschäfte soll jeweils von 6 bis 11.30 Uhr möglich sein.

Auch auf den Abbruch der Rondelle will der Stadtrat nicht mehr zurückkommen. Sie soll im Zuge der Neugestaltung weichen. Klar ist auch, dass es eine ungebundene Pflästerung geben wird. Dies sei bei einer so grossen Fläche mitten in der Innenstadt allein aus ökologischen Gründen unumgänglich, sagte Buschor.

Perrons werden auch für Appenzeller Bahnen erhöht

Geklärt ist auch die behindertengerechte Ausgestaltung der Haltestellen. Künftig wird es im vorderen Teil jeweils ein vier Meter langes «Kissen» geben, wie es Buschor bezeichnete. Also eine Erhöhung des Perrons, um Rollstuhlfahrer:innen bei der ersten Zugtüre den autonomen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen – eine «gestalterisch anspruchsvolle Aufgabe».

Dort wird die Höhe der Haltekante künftig 32 Zentimeter für die Züge der Appenzeller Bahnen betragen, im restlichen Teil 22 Zentimeter für die Busse, auf die gemäss Buschor rund 95 Prozent der ÖV-Nutzer:innen am Marktplatz entfalle. Wie die Appenzeller Bahnen sicherstellen wollen, dass eine Person im Rollstuhl, die mit dem Zug zum Marktplatz fährt, bei der richtigen Türe einsteigt, ist jedoch noch unklar.

Bauarbeiten für Fernwärme ab Herbst

Das Variantenstudium für den Markt soll bis im Frühling abgeschlossen sein. Anfang 2024 ist die Genehmigung des Bauprojekts und des Kredits durch den Stadtrat vorgesehen. Das Ziel sei, 2025 mit den Bauarbeiten, die rund zwei Jahre dauern sollen, zu beginnen, sagte Buschor.

Die Bagger werden aber schon vorher auffahren – und zu graben beginnen: Der Stadtrat habe entschieden, den Baubeginn für die Fernwärme auf Herbst dieses Jahres vorzuziehen, sagte Buschor. Aufgrund der Versorgungssicherheit sei der «Ringschluss bei der Lücke Marktplatz», welcher das Netz zwischen dem Schibenertor und der Rorschacher Strasse verbinden soll, dringend notwendig.

Die Bauarbeiten starten am Blumenmarkt entlang der Fassade des Union-Gebäudes, gehen dann weiter am Marktplatz entlang der Liegenschaften von Restaurant Marktplatz und Acrevis-Bank, kreuzen dann die Marktgasse und setzen sich anschliessend entlang der Fassade der Liegenschaften am Bohl fort. Sie dauern spätestens bis Frühling 2024. Während der Bauarbeiten soll es möglichst kein Provisorium für den Markt geben.

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