Kategorie
Autor:innen
Jahr

Gislers Premiere in Solothurn

Heute abend starten die Filmtage in Solothurn mit «Rosie» von Marcel Gisler, gedreht unter anderem im Sommer in Altstätten. «Rosie» ist der erste Kinoflm Gislers nach 14 Jahren. Hier zur Einstimmung sein Interview mit «Saiten» aus der Septembernummer: Marcel Gisler, wie war es, nach so vielen Jahren in Berlin nach Altstätten zurückzukehren und zu drehen? […]
Von  Andreas Kneubühler

Heute abend starten die Filmtage in Solothurn mit «Rosie» von Marcel Gisler, gedreht unter anderem im Sommer in Altstätten. «Rosie» ist der erste Kinoflm Gislers nach 14 Jahren.

Hier zur Einstimmung sein Interview mit «Saiten» aus der Septembernummer:

Marcel Gisler, wie war es, nach so vielen Jahren in Berlin nach Altstätten zurückzukehren und zu drehen?

Marcel Gisler: Wir wurden mit offenen Armen empfangen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ein kleines Kalkül steckte natürlich auch dahinter. Da ich in Altstätten geboren bin, hatte ich ein wenig gehofft, dass sie einem der Ihren unter die Arme greifen. Und dazu sind das Rheintal und Altstätten filmisch unberührtes Land. Das erleichtert oft auch viel. Die Menschen sind noch neugierig auf so einen Filmdreh.

Hätte man die Geschichte in irgendeiner Kleinstadt verfilmen können – oder musste es Altstätten sein?

Man hätte irgendwo drehen können. Es ist eine universelle Geschichte. Da der Film jedoch eine biographische Annäherung an meine Mutter ist, die in Altstätten gelebt hat, habe ich mich für den Originalort entschieden. Zudem hatte ich alle Schauplätze beim Schreiben bereits im Kopf, was die Motivsuche sehr vereinfacht hat. Und nicht zu vergessen: die Landschaft ist unheimlich schön und wenig gefilmt. Es war also eine teils pragmatische Entscheidung, teils eine emotionale.

In der Geschichte geht es um einen Schriftsteller aus Berlin, der an den Ort zurückkehrt, an dem er aufgewachsen ist, um seine Mutter zu pflegen – und von der Situation heillos überfordert ist. Das tönt nach viel Autobiografie.

Ich arbeite meistens aus dem Autobiographischen heraus und irgendwann wird es dann Fiktion, da Filmstorys und Filmfiguren eine Eigendynamik entwickeln und sich nicht mehr um die Realität scheren. «Rosie» ist eine Fiktion oder eine Phantasie über meine Familie.

Was war die erste Idee, was stand am Ursprung der Story?

Eine Schnittfolge. Rosie vor dem Spiegel, eine 72-jährige, vom Leben gezeichnete Frau. Alter, Krankheit, Zerfall. Schnitt auf einen jungen Mann in gleicher Einstellungsgrösse: Sehnsucht nach Jugend, Leben, Aufbruch. So ist es nun auch im Film. Oft gibt es am Anfang ein zentrales Bild, um das herum ich dann die Story finde.

«Rosie» wird für das Kino gedreht. Wie vermeidet man eine Fernsehfilm-Ästhetik?

Beim Fernsehfilm gibt es oft keine konkrete Idee und keine Sorgfalt in den Details, weder was Auflösung, Cadrage, Licht, Schauspielführung, Dialogbehandlung etc. angeht. Da man nicht vorbereitet ist, macht man es irgendwie und gibt sich schnell zufrieden. Es fehlt die Zeit für diese Sorgfalt.

Wie war das bei «Rosie»?

Ich musste sehr um die nötige Vorbereitungszeit kämpfen, die ein Kinofilm braucht. Oft fehlt beim Fernsehfilm auch schlicht die Kenntnis, was filmisches Erzählen eigentlich bedeutet, es fehlt die Erfahrung in der Schauspielführung, es fehlt der Wille und der Mut, eigene Wege zu finden und zu gehen.

«Rosie» hat eine lange Vorgeschichte. Ist es nicht nervtötend, dass Filmprojekte oft solch lange Anlaufzeiten haben?

Wenn ich es nervtötend finden würde, hätte ich den falschen Beruf gewählt. Einige Projekte begleiten einen lange, andere kürzer. Die erste Version von Rosie entstand 2001, die zweite 2008, und die dritte wurde nun realisiert. Die Geschichte hat sich dabei stark verändert, – eigentlich wären es drei verschiedene Filme -, und diese Veränderungen spiegeln wohl auch mein Älterwerden und die Verschiebung meiner Interessen und zentralen Fragen. Dass der Film erst jetzt realisiert wurde, hängt vermutlich auch damit zusammen, dass ich vor zehn Jahren noch nicht die nötige Distanz zur eigenen Geschichte oder den Mut hatte, nach Altstätten zu kommen und das durchzuziehen.

Für den Erstling «Tagediebe» gab es 1985 am Filmfestival von Locarno den Silbernen Leoparden. 1998 startete der letzte Film «F. est Salaud» ebenfalls in Locarno. Danach gab es eine lange Pause mit Lehrtätigkeit und Drehbucharbeiten. Bedeuten die Dreharbeiten die Rückkehr des Filmregisseurs Marcel Gisler?

Diese Frage kann ich mit Ja beantworten. Doch weiss niemand, was die Zukunft bringt. Ich bin abhängig von Gremien, die über meine Projekte entscheiden.

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber
DSC3137

Un­ter­schied und Wir­kung

In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

Von  Vera Zatti
03 Schuetz Chraeje n un Gwaage ss Foto

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Cy­borg-Ka­ker­la­ken

Von  Jeremias Heppeler

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3.

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40