Die zwei Tage im Strahlholz haben es in sich. Zum Beispiel musste eigens ein Holzboden ins Häuschen gelegt werden, sagt Birgit Widmer – «damit Betreiber und Besucherinnen nicht auf dem Betonboden anfrieren die zwei Tage, im speziellen, seit sie die Haltestelle vorne geöffnet haben – wodurch sie vom Häuschen zur Haltestelle wurde, für den neuen Tangozug.»
Die kleine Bahnstation ist eine unscheinbare Schönheit. 2011, für die erste dokumentierte Durchführung der Ausstellung hatte Hans Schweizer, Nachbar von ennet der Strasse, das Häuschen mit Farbstift gezeichnet. Später wurde es auch schon mal perfekt ausgeleuchtet als hippe Location präsentiert; für die Ausgabe 2019 hat sich ein rötlicher Raster über das Gebäude gelegt.
Gleich geblieben ist in all diesen Jahren die Idee: ein Wochenende mit Postkarten von Künstlerinnen und Künstlern, Kleinformate im Kleingebäude aus der «grossen Welt». Die lokale Station Strahlholz wird dank ihnen für ein Wochenende europäisch.
Werke von Jakob Keller, Bea Dörig, Katja Pesu, Priska Oeler, Nastassja Shubina und Inash Ajaan.
Das Netzwerk der Beteiligten ist über die Jahre gewachsen. Jakob Keller, Künstler und Student an der Theaterfakultät Prag, ist einer der Künstlerkarten-Satelliten des Betreibertrios Birgit Widmer, Harlis und Hans Schweizer. Er hat Werke von Nastassja Shubina, Klara Koubova und anderen vermittelt. Ein weiterer Magnetpunkt ist Schottland, wo Wassili Widmer studiert und Kontakte herstellt. Aus Finnland hingegen seien dieses Jahr vermutlich einige Werke wegen eines Poststreiks steckengeblieben. Vertreten sind daneben auch zahlreiche Kunstschaffende aus der Ostschweiz.
30. November und 1. Dezember, je 13 bis 18 Uhr, Haltestelle Strahlholz
kunstlerpostkarten.birgitwidmer.ch
Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler: Anita Zimmermann, Aino Dudle, Askal Adu, Bea Dörig, Birgit Widmer, Christian Hörler, Domi Albe, Doris Naef, Felix Bucklow, Giacinta Frisillo, Hamza Hadjidj, Hans Guggenheim, Hans Schweizer, Harlis Schweizer Hadjidj, Inash Ajaan, Izolda Takacs, Jakob Keller, Johannes Stieger, Julia Carolin Kothe, Karin Bühler, Katrin Mosimann, Kathrin Keller, Klara Koubova, Katja Pesu, Martina Morger, Naomi Tereza Salmon, Nastassia Shubina, Priska Oeler, Simon Gehrig, Stefan Gort, Stéphane Schweizer, Virginie Vabre, Werner Steininger, Wassili Widmer, Werner Widmer, Yoko Mroczek.
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.