Kategorie
Autor:innen
Jahr

Kleinkunst, hochgelobt

Die Chance ist gross, dass der Schweizer Kleinkunstpreis 2016 in die Ostschweiz geht. Nominiert sind Manuel Stahlberger und Roman Riklins Heinz de Specht, dazu die Tessiner Clowns Compagnia Baccalà.
Von  Redaktion Saiten

Klein ist der Kleinkunstpreis nicht: Dotiert ist er mit 30’000 Franken für einen Einzelnen und 50’000 für eine Gruppe. Schon die Nomination bringt den Kandidaten 5000 Franken.

Stahlbergers Lieder, Texte und Zeichnungen würdigt die Jury als «Versuche, die vertraute Ordnung der Welt zu sezieren oder durch kleine Verfremdungen aufzubrechen. Seine Lieder und Geschichten steuern selten auf eine Pointe zu, irritieren aber gerade deswegen auf eine Weise, die zum Nachdenken anregt und die Absurditäten unserer Lebenswelt vorführt. Unterstützt wird dies von der stets etwas teilnahmslosen und ruhigen Vortragsweise Stahlbergers, in der der Übergang von Möglichem zu Unmöglichem, von Fakt zu Fantasie absolut fliessend ist.»

 

Manuel Stahlberger machte sich zunächst mit Mölä & Stahli und Stahlbergerheuss einen Namen. 1998 bis 2005 zeichnete er für Saiten den Comic «Herr Mäder». Seit 2009 existiert Stahlberger als Band. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2001 mit dem Prix Walo mit Mölä & Stahli, 2009 mit dem Salzburger Stier.

«Zu voten gibt es nichts, der Gewinner wird am 14. April an der Künstlerbörse in Thun aus einem Couvert gezogen» informiert seine Website über die Nominierung. Man freue sich aber, und «auf Stahlbergers Triumphgestell wäre jedenfalls noch Platz».

 

Das multiinstrumentale Trio Heinz de Specht mit Christian Weiss, Daniel Schaub und Roman Riklin tourt seit zehn Jahren mit eigenen Mundartsongs durch die Schweiz. In der Zeit entstanden vier abendfüllende Bühnenprogramme, vier CDs und eine DVD. Ihre «Lieder sind gut arrangierte Ohrwürmer, die sowohl musikalisch wie auch inhaltlich eine ganze Spannbreite an Stilen und Themen abdecken», lobt die KTV-Vorjury.

Roman Riklin, ebenfalls mit Saiten-Vergangenheit (er hat das Magazin 1994 gegründet), machte Anfang der 1990er-Jahre mit der Mundartrockband Mumpitz auf sich aufmerksam, später als Kopf von Bands wie Paul’s Diary oder Q & the exeQtive Orchestra. Er komponiert Theatermusiken und war Autor, Arrangeur und musikalischer Leiter des Musicals «Ewigi Liebi».

Auf Heinz de Specht passe keine Bezeichnung wirklich: «Liedermacher» sei zu altmodisch, «Mundartsongs» zu brav, «Musikkabarett» zu klassisch. Der Jury gefallen daher die Selbstbezeichnungen am besten: «Lieder aus der Vogelperspektive» und «musikalische Kurztherapien».

 

CompagniaBaccala_Y0B3561-A4_at_BAK_Gneborg-2016

Die Compagnia Baccalà, bestehend aus Camilla Pessi und Simone Fassari, gibt es seit 2004. Bis 2009 wirkte das Duo in internationalen Zirkusprojekten mit. 2010 entstand das erste abendfüllende Stück «Pss Pss» das seither über 400 Mal in mehr als 50 Ländern gezeigt und mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Jury lobt «die Verbindung von gekonnter Akrobatik und herzzerreissender Clownerie wie auch den Mut, stille Momente so lange zu halten wie nötig».

Der Hauptpreis wird am 14. April an der 57. Schweizer Künstlerbörse in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset in Thun verliehen. Der Schweizer Kleinkunstpreis wurde 1993 vom Dachverband der Kleinkunstszene, dem KTV erstmals verliehen. 2015 nahm das Bundesamt für Kultur im Rahmen der Vereinheitlichung von Kulturpreisen den Kleinkunstpreis in die Schweizer Theaterpreise auf.

Heinz de Specht mit «Party»: am 22. Januar in Andwil, ab 27. Januar im Zürcher Theater am Hechtplatz, weitere Infos hier.

Manuel Stahlberger mit «Neues aus dem Kopf»: am 16. Januar in Appenzell, am 20. Januar in Schaan, weitere Infos hier.

 

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

Tunneleröffnung

Von der Lok­re­mi­se zur Reit­hal­le gehts jetzt un­ten durch

Von  René Hornung
IMG 6792

Mit 1000 Um­dre­hun­gen durch den All­tags­irr­sinn

Das muss­te ja so kom­men! Es konn­te nicht bei ei­nem blei­ben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zwei­te gros­se, schwe­re Psy­cho­buch von Be­ni Bi­schof. Dar­in ver­wir­belt der Künst­ler er­neut Ei­ge­nes, Frem­des, Be­fremd­li­ches, Be­kann­tes, Neu­es, Un­kennt­li­ches mit lo­cke­rer Hand, Hu­mor und Hin­ter­sinn.

Von  Kristin Schmidt
2606 Psychobuch 2

Auf­he­ben, ver­kau­fen oder zer­stö­ren?

Die Son­der­aus­stel­lung «Bau­stel­le Er­in­ne­rung / ‹Hit­ler ent­sor­gen› – Ar­bei­ten am be­las­te­ten Er­be» im Vor­arl­berg Mu­se­um in Bre­genz be­schäf­tigt sich da­mit, wie ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit Ge­gen­stän­den aus der NS-Ver­gan­gen­heit aus­se­hen kann. Aus­ser­dem be­rät das Mu­se­um Pri­vat­per­so­nen, die sol­che Ge­gen­stän­de be­sit­zen.

Von  Sieglinde Wöhrer
S0 A2501 Ausstellung Baustelle Erinnerung Foto Petra Rainer 1

Ge­trennt ge­mein­sam und mit gu­ter Aus­sicht

For­rer Stie­ger Ar­chi­tek­ten ge­lingt mit dem Drei­fach­kin­der­gar­ten und der Ta­ges­be­treu­ung im Hei­lig­kreuz­quar­tier in St.Gal­len die Qua­dra­tur des Krei­ses.

Von  Ursula Badrutt
01 260504 GBO2602 0101 MAX web

Should I Stay or Should I go

Es geht um uns Men­schen und un­ser son­der­ba­res und ver­hee­ren­des Ver­hal­ten. «Hu­mans» heisst die gros­se Ein­zel­aus­stel­lung des Ost­schwei­zer Künst­lers Olaf Breu­ning. Vie­le Ar­bei­ten sind spe­zi­ell für die Schau im Mu­se­um Al­ler­hei­li­gen in Schaff­hau­sen ent­stan­den. 

Von  Ursula Badrutt
2025 06 02 Ausstellungsaufnahmen 14

25 Jah­re Rock am Wei­er

In Wil fand am Wo­chen­en­de das Rock am Wei­er statt. Seit 25 Jah­ren gibt es das Fes­ti­val, und trotz in­zwi­schen grös­se­rer Na­men ist es im­mer noch kos­ten­los. Ein Ver­ein or­ga­ni­siert es nicht-pro­fit­ori­en­tiert und för­dert re­gio­na­le Acts. Un­se­re Au­torin ist an den Ort ih­rer mu­si­ka­li­schen So­zia­li­sa­ti­on zu­rück­ge­kehrt. Ei­ne Re­por­ta­ge. 

Von  Elisa Faes
Rock am weier elisa faes 1

Kolumne: 24/7 Traumacore

Spring Is Co­ming Wi­th A 425mg Pas­si­ons­blu­men-Dra­gée In The Mouth

Von  Mia Nägeli

Ausstellung im Museum Rosenegg

Fri­sches Wis­sen fürs Mu­se­um

Von  Vera Zatti
Uu Kirchenfenster

Kabarett in Herisau

Apo­ka­lyp­se ist auch nicht al­les

Von  Vera Zatti
P1200733 x jpg

«Es geht dar­um, sich sei­ner Pri­vi­le­gi­en be­wusst zu sein»

De­bat­ten um Ma­chis­mus, Deepf­ake-Por­nos, häus­li­che Ge­walt und Fe­mi­zi­de sind bei­na­he all­täg­lich. Was kön­nen Män­ner ge­ra­de tun, wenn sie un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­ra­ten? Frau­en­haus­lei­te­rin Kat­ja Häm­mer­li Kel­ler, Flo­rance Hil­de­brand vom fe­mi­nis­ti­schen Streik­kol­lek­tiv Thur­gau und Ma­nu­el Ben­ja­min Leh­mann vom Fo­rum Mann dis­ku­tie­ren Lö­sungs­an­sät­ze.

Von  Daria Frick , Bilder:  Lea Le
Bildschirmfoto 2026 06 11 um 12 25 26

Kommentar zur SVP-Chaosinitiative

Aus­län­der:in­nen sind nicht nach­hal­tig

Von  Christoph Keller
Nachhaltigkeitsinitiative

30 Jah­re Ar­chi­tek­tur­ver­mitt­lung

Das AFO, das Ar­chi­tek­tur Fo­rum Ost­schweiz, dis­ku­tiert und ver­mit­telt seit 30 Jah­ren Bau­kul­tur. Am kom­men­den Frei­tag wird das Ju­bi­lä­um ge­fei­ert und die neus­te Ar­ti­kel­se­rie der gu­ten Bau­ten als Buch prä­sen­tiert.

Von  René Hornung
2511 Gutes Bauen 1 Ladina Bischof

Im zwei­ten An­lauf: Kan­tons­rat sagt Ja zu Mi­na­sa 

Mi­na­sa be­kommt al­so doch Geld aus dem Lot­te­rie­fonds: Der Kan­tons­rat hat dem von Sai­ten und Thur­gau­kul­tur.ch auf­ge­bau­ten Pro­jekt, das den gröss­ten Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Ost­schweiz er­mög­licht, die Fi­nan­zie­rung für drei wei­te­re Jah­re ge­si­chert.

Von  David Gadze
Kantonsrat Sommersession 2026 Benjamin Manser St Galler Tagblatt

«Wer hält uns da­von ab, frei zu sein?»

In­na Shev­chen­ko fragt im Do­ku­men­tar­film Girls and Gods, ob die mo­no­the­is­ti­schen Welt­re­li­gio­nen mit Fe­mi­nis­mus ver­ein­bar sind. Auf der Su­che nach Ant­wor­ten be­geg­net sie wi­der­sprüchli­chen Theo­rien und mu­ti­gen Frau­en. Und bleibt nicht nur stil­le Be­ob­ach­te­rin.

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 06 10 um 15 01 03

In eigener Sache

Ein Be­kennt­nis zu Mi­na­sa 

Von  Marc Jenny

Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative

Über­frem­dungs­ge­heul im Dau­er­loop

Von  Daria Frick

Theateraufführung

Des Nachts im Wal­de

Von  Vera Zatti
VLT Sujet WEB Sommenacht2

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Hor­ror un­ter dem Mi­kro­skop

Von  Jeremias Heppeler

Vie­le Spu­ren und ein Tat­ort

Ein paar Fe­dern, ein an­ge­knab­ber­ter Tan­nen­zap­fen, ein Stück Plas­tik: Tie­re und Men­schen hin­ter­las­sen Spu­ren. Die­sen wid­met das Na­tur­mu­se­um St.Gal­len sei­ne ak­tu­el­le Son­der­aus­stel­lung «Spu­ren – Fähr­ten, Frass und Fe­dern».

Von  Vera Zatti
1 Intro Dachs 20260515 NM SPUREN  Urs Bucher

Wor­an soll man noch glau­ben?

In ei­ner neu­en Aus­stel­lung wagt sich das Kunst­mu­se­um Thur­gau in der Kar­tau­se It­tin­gen an ei­ne Neu­ver­mes­sung des Ver­hält­nis­ses von Kunst und Re­li­gi­on.

Von  Michael Lünstroth
O0 A5990 02