Spät kommt er, aber er kommt: der Widerstand gegen die Kultur-Kürzungen im 3. St.Galler Sparpaket.
«Wir akzeptieren den massiven Kulturabbau nicht und wollen gemeinsam ein Zeichen des Widerstands setzen. Es trifft uns alle, darum zählen wir auf euer aktives Mitwirken!» Der Aufruf verbreitet sich zur Stunde auf allen Kultur-Kanälen: Eine Gruppe mit Namen «Hopp Kultur» ruft zu Protestaktionen gegen das kantonale Sparpaket auf.
Hopp Kultur statt Stop Kultur: Hinter dem aufmüpfigen Slogan stehen Iris Betschart, Peter Dew, Lika Nüssli, Marianne Rinderknecht und Andrea Vogel. Man habe sich am Sonntagabend getroffen, aus Empörung über die Sparvorschläge im Kulturbereich von gesamthaft 820’000 Franken, erzählt Lika Nüssli. Kurz vor der Sondersession nächsten Montag soll nun mit Aktionen Lärm gemacht werden. Das wichtigste Protestmittel: ein Plakat mit sich selbst zertrümmerndem Kantonswappen und dem Slogan «Aktiv gegen Sparpaket 3». Mit ihm sollen in den nächsten Tagen Kulturplakate teil-überklebt werden, um den Kulturabbau sinnfällig zu machen. Eine weitere, noch nicht näher bekannte Aktion findet am Donnerstag um 18.30 Uhr beim Vadian statt.
Also doch… im Juniheft von Saiten war von der Hoffnung auf eine «ausserparlamentarische Opposition gegen die Vertreter des rappenspaltenden Schmörzelstaats» die Rede. Im Sozialbereich gab es bald Proteste, jetzt formiert sich, spät, aber immerhin, auch Widerstand in der Kultur. Die Resonanz sei gut, «wir haben viele Sympathisanten», sagt Lika Nüssli – bisher verbreitet sich der Appell allerdings vorwiegend unter bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die traditionellerweise gut organisiert sind (visarte, nextex). Aus Musik- oder Literaturkreisen hört man weniger.
Was man hingegen hört: dass es Gespräche gibt, die Atelierwohnung in Rom, eines der Streichobjekte im Sparprogramm, zumindest bis zum Auslaufen des Mietvertrags 2017 mit einem privaten Verein weiter zu finanzieren.
Und die Hoffnung? Längeres Schweigen bei Lika Nüssli. «Es sieht ja ziemlich aussichtslos aus. Aber wir wollen trotzdem laut werden.» Die Sparmassnahmen seien ein «wahnsinnig schlechtes Zeichen» für die Zukunft – «es ist wichtig, dass man sich früh wehrt». Die bisherige Erfahrung mit «Hopp Kultur» zeige immerhin, dass es gelingen könne, einen Stein ins Rollen zu bringen.
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
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Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.