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Kultursparerei (IV): Jetzt kommt «Hopp Kultur»

Spät kommt er, aber er kommt: der Widerstand gegen die Kultur-Kürzungen im 3. St.Galler Sparpaket.

Von  Peter Surber

«Wir akzeptieren den massiven Kulturabbau nicht und wollen gemeinsam ein Zeichen des Widerstands setzen. Es trifft uns alle, darum zählen wir auf euer aktives Mitwirken!» Der Aufruf verbreitet sich zur Stunde auf allen Kultur-Kanälen: Eine Gruppe mit Namen «Hopp Kultur» ruft zu Protestaktionen gegen das kantonale Sparpaket auf.

Hopp Kultur statt Stop Kultur: Hinter dem aufmüpfigen Slogan stehen Iris Betschart, Peter Dew, Lika Nüssli, Marianne Rinderknecht und Andrea Vogel. Man habe sich am Sonntagabend getroffen, aus Empörung über die Sparvorschläge im Kulturbereich von gesamthaft 820’000 Franken, erzählt Lika Nüssli. Kurz vor der Sondersession nächsten Montag soll nun mit Aktionen Lärm gemacht werden. Das wichtigste Protestmittel: ein Plakat mit sich selbst zertrümmerndem Kantonswappen und dem Slogan «Aktiv gegen Sparpaket 3». Mit ihm sollen in den nächsten Tagen Kulturplakate teil-überklebt werden, um den Kulturabbau sinnfällig zu machen. Eine weitere, noch nicht näher bekannte Aktion findet am Donnerstag um 18.30 Uhr beim Vadian statt.

HOPP_KULTUR!!!

Also doch… im Juniheft von Saiten war von der Hoffnung auf eine «ausserparlamentarische Opposition gegen die Vertreter des rappenspaltenden Schmörzelstaats» die Rede. Im Sozialbereich gab es bald Proteste, jetzt formiert sich, spät, aber immerhin, auch Widerstand in der Kultur. Die Resonanz sei gut, «wir haben viele Sympathisanten», sagt Lika Nüssli – bisher verbreitet sich der Appell allerdings vorwiegend unter bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die traditionellerweise gut organisiert sind (visarte, nextex). Aus Musik- oder Literaturkreisen hört man weniger.

Was man hingegen hört: dass es Gespräche gibt, die Atelierwohnung in Rom, eines der Streichobjekte im Sparprogramm, zumindest bis zum Auslaufen des Mietvertrags 2017 mit einem privaten Verein weiter zu finanzieren.

Und die Hoffnung? Längeres Schweigen bei Lika Nüssli. «Es sieht ja ziemlich aussichtslos aus. Aber wir wollen trotzdem laut werden.» Die Sparmassnahmen seien ein «wahnsinnig schlechtes Zeichen» für die Zukunft – «es ist wichtig, dass man sich früh wehrt». Die bisherige Erfahrung mit «Hopp Kultur» zeige immerhin, dass es gelingen könne, einen Stein ins Rollen zu bringen.

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