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Leiterin des Amts für Kultur geht

Tanja Scartazzini gibt die Leitung des kantonalen Amts für Kultur Ende August ab. Damit gibt es dort eine weitere grosse Baustelle.
Von  David Gadze
Tanja Scartazzini (Bild: pd)

Das kantonale Amt für Kultur verliert seine Leiterin: Tanja Scartazzini geht Ende August und übernimmt die Leitung des Amts für Kultur der Stadt Winterthur, ihrem Wohnort. Ihre Stelle wird ausgeschrieben.

Tanja Scartazzini trat im August 2021 die Nachfolge der langjährigen Leiterin Katrin Meier an. Richtig in St.Gallen angekommen ist sie jedoch nie. Man spürte sie extern wie intern nicht. Von Kulturschaffenden, die mit ihr zu tun hatten, hörte man immer wieder, sie sei unnahbar, zu weit weg von der Szene und zeige grundsätzlich wenig Interesse an ihren Bedürfnissen und Problemen. Auch soll die Kommunikation mit den verschiedenen Bereichen im Amt für Kultur – Kulturförderung, Fachstelle Kulturerbe, Kantonsbibliothek Vadiana, Saatsarchiv, Archäologie und Denkmalpflege – eher schwierig gewesen sein.

Diverse grosse Projekte begleitet

Ihre Tätigkeit sei geprägt gewesen «durch Veränderungen und besondere Herausforderungen», schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung. So habe das Amt für Kultur unter ihrer Leitung die Unterstützungsmassnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie umgesetzt. Der Ruf aus der Kulturszene, dass es nach der Pandemie nicht einfach ein «Weiter so wie vorher» geben dürfe, sondern man auch strukturelle Probleme lösen müsse, verhallte jedoch in den Büros in der Hauptpost.

Wichtige Grossvorhaben im Kulturbereich habe Tanja Scartazzini massgeblich fortgeführt, etwa das 2022 durch die Stimmberechtigten angenommene Projekt für ein neues Staatsarchiv oder das Projekt Neue Bibliothek, schreibt die Staatskanzlei weiter. Sie habe ausserdem die Errichtung der Kulturförderregion St.Gallen und Umgebung begleitet und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der St.Gallischen Kulturstiftung und die Harmonisierung der regionalen Kulturförderorganisationen gegeben.

Bei der Regionalen Kulturförderorganisation «Kultur St.Gallen Plus», die am 24. Mai die Vereinsgründung hat und im Juni die Arbeit aufnimmt, wäre sie für den Vorstand vorgesehen gewesen – was ohnehin nur bedingt Sinn gemacht hätte. Gerade in der wichtigen Aufbauphase wäre eine Vertretung der kantonalen Kulturförderung zwingend gewesen und nicht erst nach einem Jahr. Vielleicht bietet ihr Abgang nun die Chance, dies zu korrigieren.

Eine Baustelle mehr

Mit dem Abgang von Scartazzini hat das Amt für Kultur eine Baustelle mehr. Diverse wichtige Positionen sind nicht oder erst gerade neu bestezt. Im vergangenen Sommer kündigte Katrin Eberhard, Leiterin der Denkmalpflege, noch während der Probezeit. Eine Nachfolge ist immer noch nicht gefunden, Scartazzini führte die Dekmalpflege seither interimistisch. Ursula Badrutt, seit fast zwölf Jahren Leiterin der Kulturförderung, hat ebenso gekündigt wie Bettina Ammann, Mitarbeiterin der Amtsleitung, die per 1. Mai die Geschäftsführung der Regionalen Förderorganisation Südkultur übernommen hat. Auch Patricia Holder hat die Kulturförderung verlassen, Esther Hungerbühler steht kurz vor der Pensionierung.

Regierungsrätin Laura Bucher war wegen einer ganztägigen Regierungsratssitzung für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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