Wie nutzt heutzutage ein Maler Facebook, und wie reagiert das «Publikum»? Antworten gibt eine Ausstellung in Heiden – H.R.Fricker war dort.
«Victor Kochs Frauen» heisst die Ausstellung bei Maria Schnellmann im Büro für Angelegenheiten an der Seeallee 6 in Heiden. Zu sehen sind über 30 Originale von Koch, sowie alle Facebook-Kommentare auf Leporellos.
Victor Koch malte auf Wellkarton Frauenportraits, fotografierte die circa 20 x 30 cm grossen Bilder, und stellte die Fotos vom 18. Februar bis zum 2. März 2013 nach und nach auf Facebook. Er nannte sein Projekt «Germanys next Koch-Model». Zudem ergänzte er die Bilder mit einer kurzen Charakterisierung in Worten – beides zusammen eine ideale Vorgabe für seine wortgewandten Freunde.
Jedes neue Bild wurde sofort von einigen seiner über 900 Facebook-Freundinnen und Freunden einfühlsam, beredt und manchmal zynisch besprochen. Zu einigen Bildern gab es innert kürzester Zeit bis zu 200 Kommentare. Die Literatur kennt nun ein neues Genre: Facebook-Kommentare.
Seit dem Sommer 2010 hält Koch mit seinen Bildern Facebook-Freunde auf Trab, manchmal im Nonsens-Stil, oft mit karikaturistischem Touch. Seit Januar 2011 verfolge ich fasziniert das interaktive Geschehen auf Kochs Pinnwand. Mir fiel auf, wie oft er sich in seinen Bildern auf Text-Beiträge seiner Freunde bezog. Er schreibt dazu: «Für mich sind es Antworten auf einer anderen Ebene; illustrierte Gesprächsbeiträge; Kunst als unmittelbare Kommunikationsform.»
Maria Schnellmanns Verdienst ist es, die faszinierenden Facebook-Kommentare erstmals ausserhalb von Facebook lesbar zu machen und die eindrücklichen Originale der Frauen-Portraits zu zeigen. (Im Bild: links die Leporellos mit den Facebook-Kommentaren, rechts die Originale von Victor Koch.)
Ausstellung bis 30. Juni 2013 im BFA – Büro für Angelegenheiten, Seeallee 6, 9410 Heiden. Öffnungszeiten Mo-Do zu Bürozeiten, sonst nach Vereinbarung. 071 891 69 58.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
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Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
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Heimat – ein vielschichtiger Begriff. Das Kunstmuseum St.Gallen spürt ihm gemeinsam mit der Werksammlung der Schweizerischen Post nach. Zu sehen ist die entstandene Schau «Heimatflimmern» bis Ende Oktober in St.Gallen.
Die St.Galler Festspiele laden, nach der letztjährigen Pause, wieder zum Tanz in die Kathedrale. Choreograf Antonio Ruz und die Tanzkompanie nehmen den Raum mit Respekt in Beschlag – samt dem Klosterplatz.