Nachhaltigkeit ist das politische Modewort der letzten zehn Jahre. Ein Schlagwort, entsprechend voll und gleichzeitig leer an Bedeutung. Löblich also, dass sich der Förderverein OstSinn an seiner zweiten Tagung unter dem Titel «Forum Enkeltauglich» dem Begriff differenziert annimmt. Rund 50 Gäste hörten den Experten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu und brachten, leider nur punktuell, ihre eigenen Standpunkte in die Diskussion mit ein. Zwei Aspekte sind aus lokaler Zukunftsperspektive besonders von Bedeutung: die Mobilitätsfrage und der demografische Wandel.
Parkplatz-Sharing?
Wenn die Welt, wie von den Initianten eingangs klargestellt, enkeltauglich gemacht werden soll, müssen Innovationen her. Auch und insbesondere in Sachen Mobilität. Jörg Beckmann, Direktor der Mobilitätsakademie, ein selbst proklamierter «Think-&Do-Tank» für Individualmobilität, dessen alleiniger Aktionär der TCS ist, referierte zu neuen Formen des Individualverkehrs. Hinlänglich bekannte Konzepte wie Carsharing oder der Online-Taxidienst Uber wurden vorgestellt. Ein Lobgesang auf das Elektroauto folgte. Zwei neue, interessante Ansätze brachte Beckmann gegen Ende seines Referats aber doch noch ein.
Zum einen das Parkplatz-Sharing: Mit einem einfachen Onlinetool, zum Beispiel Parku, liessen sich Parkplätze nutzen anstatt besitzen. Ein Vorschlag für die städtische Parkplatzpolitik?
Zum anderen das CaKi-Bike-Projekt: Vergangenes Jahr in Bern von der Mobilitätsakademie lanciert, stellte es ausgewählten Familien in Bern ein E-Lastenbike zur Verfügung. Unter der Bedingung, dass dieses mit weiteren zwei Familien geteilt wurde. Das Projekt geht im Juni 2015 in die zweite Runde.
Zukunftskafi – ein Musterbeispiel
Als Vorzeigebeispiel für die Enkeltauglichkeit wurden an der Tagung die Zukunfts-Kafis vorgestellt. Zusammen mit der Generationenakademie und dem Migros-Kulturprozent Ostschweiz hat OstSinn sie 2014 in der Region lanciert. Diese Generationenprojekte sollen dem demografischen Wandel entgegenwirken, erklärte Jessica Schnelle, Projektleiterin Generationen der Migros. Enkeltauglich heisse eben auch, dass sich die bald pensionierten Babyboomer und die immer weniger werdenden Enkel im geeigneten Rahmen austauschen können.
So geschehen ist dies vergangenes Jahr in Gossau, Mörschwil und im Rorschacherberg. Ein grosser Erfolg, bekräftigte der Rorschacherberger FDP-Gemeinderat Enrik Hippmann. Nach der Fusionsabstimmung im Mai 2014 seien durch die emotionale Diskussion darüber Gräben in der Gemeinde sichtbar geworden. «Wir wollten diese wieder zuschütten, und zwar niederschwellig», so Hippmann. Aus den Zukunftskafis sind Projektideen entstanden, die von Jung und Alt konzipiert wurden. Dabei handle es sich um Begegnungsräume in der Gemeinde. «Zwei davon sind auf bestem Wege, noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt zu werden.» Die detaillierte Dokumentation zu den Projekten und deren Stand im Rorschacherberg gibt’s hier.
Zu wenig Dialog
Die einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte, die am «Forum Enkeltauglich» vorgestellt wurden, waren nicht alle neu, waren aber sicher für viele Anwesenden Food for Thought. Schade nur, dass die Gäste erst in der letzten halben Stunde und beim «enkeltauglichen Apéro» zu Wort kamen. Mehr Austausch und erörternder Dialog zwischen den Teilnehmern und den Experten wäre angesichts der vierstündigen Flut an Informationen und Referaten wünschenswert gewesen.
Bild: Jelena Gernert
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
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