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Porträt der gebauten Stadt

Ein Handbuch und eine iApp zur St.Galler Architektur laden zum Stadtspaziergang – Ein Beitrag von Marko Sauer.
Von  Gastbeitrag

Nach Zürich, Bern, Winterthur und dem Kanton Graubünden erscheint in der Edition Hochparterre ein Buch über die Architektur der letzten 20 Jahre in St.Gallen. Herausgeber sind Werner Huber, Redaktor bei Hochparterre, und René Hornung vom Pressebüro St.Gallen. Dessen Kenntnisse erlauben einen intimen Blick auf eine Stadt, die in ihrer Geschichte immer wieder unterschiedliche Schübe erlebt hat, was sich auch in ihren Gebäuden manifestierte. Die Fotos hat der St.Galler Fotograf Jean-Claude Jossen geschossen – betont alltäglich und unspektakulär.

Schmuckstücke und Trouvaillen

Die Bildsprache passt gut zur ebenfalls zurückhaltenden Architektur. Aber auch zum ewigen Komplex, fernab der Schweiz zu liegen: Einmal mehr wird St.Gallen in der Einleitung als die Stadt «hinter Winterthur» bezeichnet – dabei muss sie sich gewiss nicht verstecken. Insbesondere die öffentliche Hand hat mit bedeutenden Wettbewerben Gebäude erstellt, die weit über die Region hinaus strahlen. Das Ziel dieses Buches ist es, die «Schmuckstücke vorzustellen» unter den Neubauten der letzten zwanzig Jahre. 59 sind es insgesamt. Darüber hinaus wirft der Führer einen Blick zurück auf bedeutende Bauten der letzten hundert Jahre. Auch dort sind es die eher unbekannten Trouvaillen – die Perlen aus dem Jugendstil sind gemäss den Herausgebern bereits zur Genüge dokumentiert.

Als Führer für Spaziergänge versteht sich das Buch. Dafür wurde die Stadt in fünf Gebiete gegliedert: Zentrum, Ost, West und die beiden Hänge. So kann man die einzelnen Gebiete «von Haus zu Haus» erwandern, die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind ebenfalls angegeben. Dank einer passenden App sind die Informationen auch für digitale Geräte erhältlich.

Erwartbares und Unvermutetes 

Architektur_Pfarreeisaal_St.Georgen

Pfarreisaal St.Georgen

Was gibt es bei den Stadtspaziergängen zu entdecken? Im Zentrum sind es sicher das Haus an der Schwertgasse, das eine ewige Baulücke füllt, oder die Diözesane Musikschule hinter dem Gallusplatz. Daneben finden sich aber auch Gebäude, die man kaum in diesem Führer vermutet hätte: das Bürogebäude an der Davidstrasse oder die Überbauung Webersbleiche. Lohnen sie wirklich einen genaueren Blick? An solchen Beispielen scheiden sich die Geister – und die Beschreibungen im Führer sind so nüchtern, dass sie kaum Aufschluss darüber geben.

Am Rosenberg und in Rotmonten ist für Kenner der Stadt kaum Überraschendes zu finden – ausser der Feststellung, dass interessante Wohnbauten eher auf dem Gebiet von Bernegghang, Riethüsli und St. Georgen entstehen. Eine Erklärung hierfür liefert der fundierte Essay von Peter Röllin, der dem Buch vorangestellt ist. Die Zonenpläne von Rosenberg und Freudenberg unterscheiden sich fundamental: Der Sonnenhang kann nicht so dicht verbaut werden, was Experimente kaum mehr möglich macht.

Lob für die 60er- und 70er-Jahre

Der Kultur- und Kunstwissenschaftler Röllin, intimer Kenner der Geschichte und Gegenwart der Stadt, beleuchtet die Planungen der 1990er-Jahre, die als Basis für die Entwicklung der Stadt dienen, nennt aber auch Landschaft und Steuerflucht in die umliegenden Gemeinden als treibende Kräfte – und windet den Siedlungen der 1960er- und 1970er- Jahre und ihren Protagonisten ein Kränzchen. Namen wie Ernest Brantschen, Otto Glaus, Heinrich Graf sind Fachleuten aus der Region ein Begriff; hier bekommen sie ihre fällige Würdigung in breiteren Kreisen.

Und noch etwas macht den Essay von Röllin lesenswert: Er greift auch die schwierige politische Diskussion der Gegenwart auf. Die Bevölkerung kann der Entwicklung der Stadt nicht folgen. «St.Gallen zeigt trotz früherer beispielhafter Teststudien politische Umsetzungsschwierigkeiten in der Erreichung städtebaulicher Qualität.» Ein wertvoller Aufsatz, der hilft, die bauliche Entwicklung zu verstehen.

Dynamisches und Misslungenes

Architektur_Bundesverwaltungsgericht

Bundesverwaltungsgericht

Der Blick in den Westen nach Lachen und Winkeln zeigt die wohl dynamischste Region der Stadt. Daraus ragen klar heraus: das Bundesverwaltungsgericht und gleich vier umgebaute Schulhäuser. Hier tut sich etwas. Doch weshalb erscheint ostwärts die Siedlung Birnbäumen ebenfalls in diesem Führer? Die Beschreibung ist wiederum nüchtern, distanziert. Und das bei einer Siedlung, die vom Journalisten Gerhard Mack treffend als «stadtplanerisches Unglück mit Seeblick» bezeichnet wurde. Dies ist man sich von Hochparterre nicht gewöhnt, das sonst mit grossem Vergnügen den Finger auf wunde Punkte legt. «Wir haben einige Beispiele in das Buch aufgenommen, die aufgrund ihrer Entstehung oder ihrer schieren Grösse wegen von Bedeutung sind – selbst wenn das Resultat nicht immer überzeugt», erklärt René Hornung die Auswahl.

Da muss man sich wohl ein eigenes Bild machen. Der «Führer zur zeitgenössischen Architektur» bietet eine kluge und interessante Auswahl von Gebäuden in der Stadt – das Urteil über deren Qualität bleibt glücklicherweise noch immer dem Betrachter überlassen.

 

Hornung, Huber, Jossen: St.Gallen baut. Ein Führer zur zeitgenössischen Architektur. Edition Hochparterre Zürich 2014, Fr. 35.– iApp mit rund 500 Fotos und Plänen: Fr. 7.–

Bilder: Jean-Claude Jossen

Buchvernissage: Donnerstag, 2. Oktober, 18.30 Uhr, Militärkantine St.Gallen.

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
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Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

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Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah