Pyrits Urknall

Pyrit aka Thomas Kuratli veröffentlichte letzten Monat das Album UFO in Paris und war damit Anfang Juli im Bad Bonn in Düdingen erstmals in der Schweiz zu sehen – ein atemringender Erlebnisbericht von Adrian Hanselmann.
Von  Gastbeitrag

Umgeben von allerhand technischen Gerätschaften, Perkussion und E-Guitarre, unter einer Disco-Kugel stehend, entführt uns Pyrit in seiner Raum-Zeit-Reisemaschine in ferne Galaxien.

Wir durchqueren wummernde, dröhnende, hallend klirrende, unvorstellbare Klangwelten, zerspringen in Einzelteile und lassen uns vom Maschinenmann wieder zusammensetzen, in stolperndem Tempo vom treibendem Rhythmus – ein Flug durch die Massen und Teilchen, vorbei an herumziehenden Meteoriten und Kraterlandschaften.

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Pyrit im Bad Bonn in Düdingen

Die pyrit’sche Zentrifugalkraft schleudert uns in die Schwerelosigkeit und lässt uns mit dem All verschmelzen, verweht, angetrieben, maschinisch stampfend. – Wir werden uns wohl nie mehr richtig erholen, von jenem Moment als alles vorbei war.

Um nicht wieder der Realität zu verfallen gibt es diese cinematografische Reise durch die elektronischen, ätherischen, feingliedrig monströsen Sphären zum Glück auch in tragbarer Ausführung als Vinyl oder als Download auf Bandcamp. Hier ein Müsterchen:

 

Thomas Kuratli hat mit seinem Solo-Projekt Pyrit und dem Debut-Album UFO ein Stück Musik vorgelegt, das mit David Lynch oder Portishead auf Augenhöhe steht. Der gebürtige St.Galler schrieb in seiner Wahlheimat Paris wuchtige Filmmusik ohne Film – ein poetisches Erlebnis in Form von 8 Songs.

Für Freunde von rohen und zugleich melancholischen Klängen, wird der Repeat-Button ein guter Weggefährte sein. Oszillierend zwischen brachialer Kraft und filigranem Dunst gelingt es Pyrit zudem auf jedes Detail zu achten – für die perfekte Akustik nahm er in einem leeren Parkhaus auf.

Die Stadt St.Gallen würdigte die künstlerische Arbeit von Thomas Kuratli mit einem Werkbeitrag. Nach Thomaten und Beeren ist Pyrit sein zweites musikalisches Projekt, das für aufsehen sorgt.

ufo«UFO» von Pyrit ist ab sofort kaufbar, hier.
Nächstes Konzert: 22. August, Sur Le Lac

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2605 Wyborada Laura Tura portrait
Heftvorschau 05/26
Wiborada, Amerikanisch träumen

Dop­pel­tes Ju­bi­lä­um: Im Mai jährt sich das Mar­ty­ri­um der St.Gal­ler Stadt­hei­li­gen Wi­bora­da zum 1100. Mal. Und der Ver­ein Wy­bora­da, der 1987 die gleich­na­mi­ge fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek er­öff­ne­te, fei­ert sein 40-Jahr-Ju­bi­lä­um. Aus­ser­dem im Mai-Heft: Das Ge­spräch zwi­schen Flo­ri­an Vetsch und dem St.Gal­ler Au­tor Chris­toph Kel­ler über des­sen neu­en Ro­man.

Saiten 2605 Cover

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Kopie von Dance me to the end 25 neu 14