Umgeben von allerhand technischen Gerätschaften, Perkussion und E-Guitarre, unter einer Disco-Kugel stehend, entführt uns Pyrit in seiner Raum-Zeit-Reisemaschine in ferne Galaxien.
Wir durchqueren wummernde, dröhnende, hallend klirrende, unvorstellbare Klangwelten, zerspringen in Einzelteile und lassen uns vom Maschinenmann wieder zusammensetzen, in stolperndem Tempo vom treibendem Rhythmus – ein Flug durch die Massen und Teilchen, vorbei an herumziehenden Meteoriten und Kraterlandschaften.
Pyrit im Bad Bonn in Düdingen
Die pyrit’sche Zentrifugalkraft schleudert uns in die Schwerelosigkeit und lässt uns mit dem All verschmelzen, verweht, angetrieben, maschinisch stampfend. – Wir werden uns wohl nie mehr richtig erholen, von jenem Moment als alles vorbei war.
Um nicht wieder der Realität zu verfallen gibt es diese cinematografische Reise durch die elektronischen, ätherischen, feingliedrig monströsen Sphären zum Glück auch in tragbarer Ausführung als Vinyl oder als Download auf Bandcamp. Hier ein Müsterchen:
Thomas Kuratli hat mit seinem Solo-Projekt Pyrit und dem Debut-Album UFO ein Stück Musik vorgelegt, das mit David Lynch oder Portishead auf Augenhöhe steht. Der gebürtige St.Galler schrieb in seiner Wahlheimat Paris wuchtige Filmmusik ohne Film – ein poetisches Erlebnis in Form von 8 Songs.
Für Freunde von rohen und zugleich melancholischen Klängen, wird der Repeat-Button ein guter Weggefährte sein. Oszillierend zwischen brachialer Kraft und filigranem Dunst gelingt es Pyrit zudem auf jedes Detail zu achten – für die perfekte Akustik nahm er in einem leeren Parkhaus auf.
Die Stadt St.Gallen würdigte die künstlerische Arbeit von Thomas Kuratli mit einem Werkbeitrag. Nach Thomaten und Beeren ist Pyrit sein zweites musikalisches Projekt, das für aufsehen sorgt.
«UFO» von Pyrit ist ab sofort kaufbar, hier. Nächstes Konzert: 22. August, Sur Le Lac
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
Sindujan* lebt schon sein ganzes Leben in der Schweiz. Die Einbürgerung ist fast abgeschlossen, war aber mit hohen Kosten und einem unangenehmen Gespräch verbunden.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 2: Kinok-Open-Air, Solarkino, Christa Näher – «Excess», Living Museum, Poolbar Festival, Die Legende von Anne Bonny und SP-Spaziergänge.
In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
Die Kunstgiesserei St.Gallen und die Stiftung Sitterwerk strahlen weit über die Region hinaus. Felix Lehner, Gründer und Leiter der Kunstgiesserei, Geschäftsleitungsmitglied Till Jäckli sowie Patricia Hartmann, Co-Leiterin der Stiftung Sitterwerk, sprechen im Interview über die letzten 40 Jahre, aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.
Geschlechterspezifische Gewalt ist auch in Appenzell Realität, und doch wird zu wenig darüber geredet. Mit der Diskussionsveranstaltung «werom – schwätze statt schwiige» luden drei junge Appenzellerinnen zum offenen Austausch über Gewalt, Prävention und Zivilcourage.
Heimat – ein vielschichtiger Begriff. Das Kunstmuseum St.Gallen spürt ihm gemeinsam mit der Werksammlung der Schweizerischen Post nach. Zu sehen ist die entstandene Schau «Heimatflimmern» bis Ende Oktober in St.Gallen.
Die St.Galler Festspiele laden, nach der letztjährigen Pause, wieder zum Tanz in die Kathedrale. Choreograf Antonio Ruz und die Tanzkompanie nehmen den Raum mit Respekt in Beschlag – samt dem Klosterplatz.
Der «Landesverräter» war gern am Fluss
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 1: Openair-Kinos, Blablabor – «Guerilla Radio», Michail Pirgelis – «HYLE», «Heimatflimmern», Kulturfestival St.Gallen, Leonce und Lena, Kunstspaziergänge und Musik im «Flöözli» sowie Rundgänge zum Blumenwies und zur Schwammstadt.
Musik im Rorschacherberg
In Konstanz gastiert derzeit die Gruppe As Karuana – ein politischer Frauenchor aus dem Amazonas. Sie zeigt mit ihrer Musik, ihrem Tanz, ihrer Kunst und ihrem Wissen politische Résistance und kämpft für die Rückeroberung ihrer indigenen Kultur.
Malerin, lesbisch und glühende NS-Anhängerin. Stephanie Hollenstein (1886-1944) war vieles. Ein Widerspruch? Der neue Dokumentarfilm von Birgitta Weizenegger befasst sich mit dem Leben der vorarlbergischen Künstlerin.