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Ruhe als Reiz

Szene aus Lelah Nearys Performance Serenade 2 Our Laptops (Bild: pd)

Szene aus Lelah Nearys Performance Serenade 2 Our Laptops (Bild: pd)

Die Vebikus Kunsthalle in Schaffhausen zeigt ab dem 23. Januar die Ausstellung «In der Ruhe liegt die Angst». Ein «Selbstexperiment», bei dem es um Angst, Reizüberflutung und Medienkonsum geht.

Kri­se, Krieg und Kli­ma­wan­del. Im News­feed jagt ei­ne reis­se­ri­sche Schlag­zei­le die nächs­te, un­un­ter­bro­chen leuch­ten Push-Nach­rich­ten auf dem Smart­phone auf. Auf So­cial Me­dia scrollt man durch das schein­bar per­fek­te Le­ben an­de­rer und sieht, was man al­les ver­passt. Reiz­über­flu­tung ist längst All­tag. Rea­le Be­dro­hun­gen un­se­rer Zeit so­wie der stän­di­ge Me­di­en­kon­sum, der al­les un­mit­tel­bar und be­deut­sam wir­ken lässt, kön­nen Angst aus­lö­sen – doch was pas­siert, wenn man das Gan­ze ein­fach mal stumm schal­tet?

Ge­nau hier setzt die Er­öff­nungs­aus­stel­lung «In der Ru­he liegt die Angst» in der Ve­bi­kus Kunst­hal­le Schaff­hau­sen an: Fünf Kunst­schaf­fen­de un­ter­su­chen ab dem 23. Ja­nu­ar die viel­schich­ti­ge Prä­senz von Angst in der heu­ti­gen Ge­sell­schaft. Da­bei ver­steht sich die vom Schaff­hau­ser Künst­ler Jan Tho­ma ku­ra­tier­te Aus­stel­lung als «Ort der Ent­schleu­ni­gung».

Angst als Wäh­rung?

Im Fo­kus der Grup­pen­aus­stel­lung steht die Angst. Die­se kann so­wohl aus der ak­tu­el­len Welt­la­ge als auch aus per­sön­li­chen Kri­sen her­vor­ge­hen. Di­gi­ta­le Me­di­en, heisst es im Pro­jekt­be­schrieb, be­schleu­ni­gen da­bei die Ver­brei­tung von Angst und ver­lei­hen ihr in ei­ner Zeit, in der Auf­merk­sam­keit als «stärks­te Wäh­rung» gilt, ei­nen «ho­hen Markt­wert». Da­bei füh­re vor al­lem ein aus­ufern­der Me­di­en­kon­sum da­zu, dass die­se Angst gleich­zei­tig «all­ge­gen­wär­tig, dif­fus und kon­kret» sei und ei­nen «bis in die in­tims­ten Räu­me» ver­fol­ge. 

Doch auch das di­gi­ta­le Stumm­schal­ten der Welt, das Un­ter­bre­chen des Me­di­en­kon­sums, kön­ne Angst ma­chen, er­fährt man im Pro­jekt­be­schrieb: «In ei­ner Welt aus kon­stan­tem Lärm, Ge­schwin­dig­keit und Reiz macht Ru­he selbst Angst.» We­der laut noch stumm scheint hier ei­ne wirk­li­che Op­ti­on. 

Künst­le­ri­scher Blick auf Reiz­über­flu­tung

Jorė Gri­tė­nai­tė ist ei­ne li­taui­sche Künst­le­rin und nutzt in ih­rer Pra­xis die ei­ge­ne Stim­me als Me­di­um. In der Kunst­hal­le ver­wan­delt sie den Süd­raum in ei­nen Re­so­nanz­raum, der als Ru­he­zo­ne funk­tio­niert. Der Schaff­hau­ser Künst­ler und Gra­fi­ker Jens Saum­we­ber «un­ter­sucht in sei­ner Ma­le­rei emo­tio­na­le und psy­cho­lo­gi­sche Zu­stän­de zwi­schen Be­dro­hung und Stil­le». Aman­da Ca­men­isch be­fasst sich mit Kör­per­lich­keit und Ma­te­ria­li­tät. Da­bei schafft sie «ri­tu­al­ar­ti­ge Skulp­tu­ren, Klang- und Tex­til­in­stal­la­tio­nen».

Werkgruppe von Jens Schaumweber (Bild: pd)

Werkgruppe von Jens Schaumweber (Bild: pd)

Die Irin Le­lah Nea­ry be­fasst sich mit dem «durch­ge­hend-on­line-Le­bens­stil» und zeigt an der Ver­nis­sa­ge ei­ne Per­for­mance, «die mit kri­ti­schem und hu­mor­vol­lem Blick die heu­ti­ge Ar­beits- und Er­reich­bar­keits­kul­tur the­ma­ti­siert». Yeon­ji Han, Per­for­mer:in aus Süd­ko­rea, er­forscht mit im­pro­vi­sa­to­ri­schen An­sät­zen Räu­me und Gren­zen. Hans Per­for­mance ist eben­falls an der Er­öff­nung zu se­hen.

Han­dys ver­bo­ten

Die Aus­stel­lung ist ei­ne Art «Selbst­ex­pe­ri­ment», bei dem Angst «spür­bar sein darf, aber nicht be­herr­schend wird», er­klärt der Pro­jekt­be­schrieb. Die Kunst wer­de zur Ver­mitt­le­rin, die Wahr­neh­mungs­räu­me er­öff­net, um «zu ver­wei­len, zu hö­ren, zu füh­len und in die­ser Lang­sam­keit ei­ne neue Form von Frei­heit zu er­fah­ren». Al­so ein be­wuss­tes Pau­sie­ren der all­ge­mei­nen Reiz­über­flu­tung. 

Und die Aus­stel­lung geht noch ei­nen Schritt wei­ter: Beim Ein­tritt müs­sen Be­su­cher:in­nen das Han­dy ab­ge­ben (nicht fa­kul­ta­tiv), beim Ver­las­sen der Aus­stel­lung gibts das Ge­rät zu­rück und ei­ne Quit­tung für die ge­sam­mel­te han­dy­freie Zeit. 

Ver­nis­sa­ge «In der Ru­he liegt die Angst»: 23. Ja­nu­ar, 18 Uhr, Ve­bi­kus Kunst­hal­le, Schaff­hau­sen.

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Von  Judith Schuck
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Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd