Dieter Zwicky, Jens Nielsen, Ernst Burren, Annette Hug, Laurence Boissier, Michel Layaz und Philippe Rahmy heissen die Gewinner der diesjährigen Schweizer Literaturpreise. Dies hat das Bundesamt für Kultur (BAK) mitgeteilt. Die Preise sind mit je 25’000 Franken dotiert.
Annette Hug hat mit ihrem im Frühling erschienenen Roman Wilhelm Tell in Manila (hier die Besprechung) ein in vielerlei Hinsicht unkonventionelles Buch geschrieben. Es erzählt die abenteuerliche (wahre) Geschichte eines Übersetzers, der Schillers Tell auf den Philippinen bekanntmachen will. «Der Roman ist eine historische Fundgrube von grosser Aktualität», schreibt die Jury. «Auf mühelose Weise verknüpft Annette Hug gleich vier Geschichten. Sie erzählt die Jahre des philippinischen Nationalhelden José Rizal in Spanien, Frankreich und vor allem Deutschland, seine Übersetzung von Schillers Wilhelm Tell in seine Muttersprache, Tagalog, seinen Umgang mit Kapazitäten der deutschen Augenheilkunst und Völkerkunde und den Unabhängigkeitskampf der Philippinen im spanischen Weltreich. Beim Übersetzen denkt Rizal schon postkolonial, denn er nutzt den Kulturkontakt, statt ihn zu verweigern.»
Annette Hug
Bundesrat Alain Berset übergibt die Preise am 16. Februar in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern. Bei dieser Gelegenheit wird der Kulturminister auch den Gewinner des diesjährigen «Grand Prix Literatur» für ein Gesamtwerk und des Spezialpreises Vermittlung bekanntgeben. Diese Auszeichnungen sind mit je 40’000 Franken dotiert.
Die fünf Autoren und die beiden Autorinnen, die ihre Werke alle im vergangenen Jahr veröffentlichten, kommen nicht nur in Genuss des Preisgeldes, sie sollen zusätzlich mit Fördermassnahmen auf nationaler Ebene bekannt gemacht werden. Insbesondere hofft das BAK, die ausgezeichneten Werke über die Sprachgrenzen hinaus fördern zu können.
Dieter Zwicky nahm mit einem Teil seines Manuskripts, das nun als kompletter Roman unter dem Titel Hihi – Mein argentinischer Vater erschienen ist, im vergangenen Juli bereits am Bachmann-Wettlesen in Klagefurt teil. Die weiteren ausgezeichneten Titel sind: «Inventaire des lieux» von Laurence Boissier, «Dr Chlaueputzer trinkt nume Orangschina» von Ernst Burren, «Louis Soutter, Probablement» von Michel Layaz, «Flusspferd im Frauenbad» von Jens Nielsen sowie «Allegra» von Philippe Rahmy.
Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».